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Viel Lärm um einen kleinen Graber

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Völlig unbeeindruckt von all dem Kinderlärm und Getrampel wirft der Maulwurf täglich neue Erdhügel auf. Welche Tipps haben unsere Leser noch, um den kleinen Plagegeist aus dem Garten unserer Redakteurin zu vertreiben? Foto: Bauer

Im Frühjahr ist der Maulwurf besonders aktiv. In Kinderbüchern und Filmen niedlich dargestellt, wird er dann vor allem für Gartenbesitzer allzu oft zur Plage. Tagblatt-Redakteurin Kathrin Bauer hat auch so einen kleinen Graber im Garten und hofft nun auf Tipps erfahrener Gartler, was sie dagegen unternehmen kann.


Sie sind überall, wohin ich auch schaue: Gärten, Wiesen, Waldränder, Felder – alles ist übersäht mit Maulwurfhügeln. Und ich frage mich ernsthaft: Gibt es heuer eine regelrechte Maulwurfplage oder fallen sie mir nur in diesem Frühjahr besonders auf, weil ich selber welche in meinem Garten habe?

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Angefangen hat alles im vergangenen Herbst mit ein paar wenigen Erdhaufen entlang des angrenzenden Feldes. Meine Schwester meinte noch: »Oh weh, du Arme. Bei meiner Nachbarin glich der Garten im Frühjahr einem Acker.« »Quatsch«, dachte ich. »So schlimm wird es nicht werden.« Und auch mein Nachbar bestärkte mich mit seiner Äußerung: »Der Maulwurf kommt nicht weiter rauf. Da ist ihm mit deinen Kindern viel zu viel Radau«

Doch dann das böse Erwachen, als nach gefühlten drei Monaten endlich die Schneedecke schmolz und ich auf meinen »Acker« schaute. Erdhügel an Erdhügel reihte sich bis rauf zur Terrasse, rund um den Sandkasten, entlang der Hecke, um das Hochbeet herum und quer durch alle Apfelbäume. Der Maulwurf hatte wahrlich ganze Arbeit geleistet.

Seither kämpfe ich gegen ihn, habe alte Alkoholreserven in die Löcher geschüttet, die Löcher aufgegraben und Luft reingelassen oder mit meinen Kindern konsequent alle Hügel plattgetreten und auf dem Rasen herumgetanzt. Unser Maulwurf – oder sind es inzwischen schon zwei, drei vier – lässt sich von all dem bislang nicht entmutigen und schüttet uns jeden Morgen ein paar neue Haufen auf.

An Tipps aus meinem Umfeld, was ich alternativ tun kann, mangelt es nicht. Doch nicht jeder Hinweis ist für mich praktikabel: Ich will keinen Hunde- oder Katzenkot in den Löchern vergraben, den dann am Ende nur meine Kinder wieder ausgraben. Gift, Karbid oder Schussapparate kommen aus diesem Grund natürlich auch nicht in Frage.

Ebensowenig der Vorschlag der Großmutter eines Arbeitskollegen meines Mannes: die alte Zündapp mit vormontiertem Schlauch am Auspuff ... Das alles wäre zudem auch noch illegal. Denn der Maulwurf steht als Nutztier unter Naturschutz. Er gilt als kleiner Hilfsgärtner, lockert den Boden und vertilgt Schädlinge.

Ich will keinen Hilfsgärtner in meinem Garten, nach dem Leben trachte ich dem kleinen Graber aber auch nicht. Es würde mir schon genügen, wenn er sich – wie der Maulwurf Grabowski – eine andere Wiese sucht.

Was also haben Sie, liebe Leser und Gartenfreunde, für Tipps, um den Maulwurf loszuwerden? Schicken Sie uns ihr Maulwurf-Bekämpfungs-Erfolgsrezept unter service@traunsteiner-tagblatt.de oder per Post an das Traunsteiner Tagblatt, Lokalredaktion, Marienstraße 12, 83278 Traunstein, Stichwort »Maulwurf«.

Manfred Mertl, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Traunstein, rät zum Beispiel zu Maulwurfpiepsern – Geräte, über die Schallwellen ins Erdreich geleitet werden. Denn wenn der Maulwurf eines hasst, dann ist das Lärm. Wenn es danach ginge, dürfte er aber gar nicht in meinem Garten sein bei all diesem Kindergetrampel.

Mertl weiß übrigens nichts von einer Maulwurfplage. Die Tierchen seien nur gerade jetzt besonders aktiv und treten einfach konzentrierter auf, weil die Fläche immer geringer werde. Na danke. Heißt das, ich bekomme jetzt immer noch mehr von diesen lästigen Hilfsgärtnern?

Markus Breier, der neue Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, hingegen macht mir Mut: »Sie müssen aktiv Lärm machen, das hasst der Maulwurf.« Also einfach noch mehr mit den Kindern im Garten rumtrampeln und am besten noch alle Freunde mit dazuholen. Diese Idee hatte meine Tochter (4) auch schon... »Den ultimativen Tipp und das Allheilmittel gegen den Maulwurf gibt es nicht«, so Breier weiter. Einfangen und Versetzen sowie Töten sei nicht erlaubt, aber Vergrämen schon. Und das funktioniere am Besten mit »viel Lärm«. Breiers zweiter Tipp: Pfähle oder Pfosten in den Boden rammen und mehrmals täglich draufschlagen: diese Schwingungen im Boden verjagen die kleinen Graber.

Auch Breier glaubt nicht, dass es heuer mehr Maulwürfe gibt. Sie seien eben besonders aktiv, wenn es sehr kalt ist und sich die Würmer in die tieferen Bodenschichten zurückziehen. Im Sommer würden ihnen hingegen die bestehenden Gänge ausreichen, um genug Nahrung zu finden.

Also: Warten bis zum Sommer, in der Hoffnung, dass es noch ein Plätzchen für das Planschbecken im Garten gibt, oder weiter Lärmen – sehr zur Freude meiner Nachbarn... Apropos: Warum gräbt der Maulwurf dort eigentlich nicht? ka