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Viel Kritik am Autobahnausbau

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Traunstein – Um den aktuellen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans ging es bei einer Kreisversammlung von Bündnis 90/Die Grünen Traunstein im Gasthaus Sailer-Keller.


Marlis Neuhierl-Huber aus Siegsdorf, Vorsitzende der Bürgerinitiative »A 8 – Bürger setzen Grenzen«, sagte: »Der sechsspurige Ausbau vom Inntal-Dreieck bis Siegsdorf ist als 'Vordringlicher Bedarf mit Engpassbeseitigung« eingestuft, jedoch mit einem miserablen Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1:2.«

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Wie dieses Verhältnis ermittelt wird, wollte Wolfgang Wörner wissen. Laut Neuhierl-Huber fließe eine Fülle von Faktoren dort ein: »Es fällt aber auf, dass zum Beispiel die geplante Abflachung der Bernauer Bergs nicht enthalten ist, sonst wäre das Nutzen-Kosten-Verhältnis noch schlechter geworden«, so die Referentin.

Weiter hieß es, der Bundesverkehrswegeplan solle öffentliche Mittel verantwortungsvoll und dem Gemeinwohl dienend verwenden. Dem sei aber laut Neuhierl-Huber nicht so: »Von einer Verbesserung des Umweltschutzes, der Verkehrssicherheit und der Senkung des CO2-Ausstoßes durch die Einführung eines Tempolimits finde ich nichts.«

Darüber hinaus sei die Autobahn von Inntal-Dreieck bis Siegsdorf sechsspurig als »ÖPP« geplant. Felix Weiß wollte wissen, was das ist. Antwort Neuhierl-Huber: »Das sind 'öffentlich-private Partnerschaften'.« Dabei würden zum Beispiel Versicherungen und Baufirmen auf eigene Kosten eine Autobahn bauen und dann über die Lkw-Maut Geld bekommen. Dies sei ein rentables Geschäft für die Firmen, aber nicht für den Staat. Neuhierl-Huber: »Der Bundesrechnungshof sagt, dass ÖPP den Steuerzahler am Ende doppelt so viel kostet.«

Auf die Frage von Alex Reinmiedl, ob dann die sechsspurige Autobahn in Siegsdorf aufhört, meinte die Bürgerinitiativen-Vorsitzende, der sechsspurige Ausbau ab dem Inntal-Dreieck sei gar nicht notwendig, »da die A 8 den starken Verkehr nur an wenigen Wochenenden zur Urlaubszeit hat, vierspurig mit Standstreifen genügt«.

Achim Kraus bemängelte, dass der Plan die Eisenbahnverbindung von Rosenheim nach Salzburg viel zu wenig beachte. Er schlug vor: »Eigentlich sollte man einen Bundesmobilitätsplan aufstellen«.

Die Grünen im Landkreis sind strikt gegen einen Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren plus Standstreifen, der ihrer Meinung nach unheimlich viel Landschaftsverbrauch zur Folge hätte. Sie befürworten ebenso wie die Bürgerinitiative einen Anbau von Standstreifen an die bestehende vierspurige Autobahn zur Erhöhung der Sicherheit. fb