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Viel Diskussionsstoff bei der Grabenstätter Bürgerversammlung

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Grabenstätt – Nach dem Rechenschaftsbericht von Grabenstätts Bürgermeister Georg Schützinger folgte bei der Bürgerversammlung im Grabenstätter Hof eine lange Diskussion mit den Bürgern.


Mathias Krause wollte wissen, ob es derzeit Bestrebungen gebe, den gefährlichen Einmündungsbereich der Kreisstraße TS 3 in die Staatsstraße 2096 am nordwestlichen Ortsausgang von Grabenstätt mit dem Bau eines Kreisverkehrs zu entschärfen. »Die Hoffnungen sind bei uns nicht so groß«, meinte Bürgermeister Schützinger und erinnerte daran, dass sich die Gemeinde hier in den vergangenen Jahren intensiv um eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Umgehungsstraße bemüht habe – bisher ohne Erfolg. Für die zuständigen Behörden stelle der Bereich »keine unfallträchtige Gefahrenstelle« dar, so Schützinger.

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Auf Krauses Anfrage, ob von Seiten der Gemeinde oder des Landkreises etwas gegen das sich ausbreitende Indische Springkraut unternommen werde, sprach der Rathauschef von einem »aussichtslosen Unterfangen« und erinnerte an verschiedene Ausreißaktionen, die letztendlich keinen durchgreifenden Erfolg gebracht hätten. Selbst der Landschaftspflegeverband unternehme mittlerweile nichts mehr gegen die Plage.

Förderprogramm für Breitbandausbau

Positives hatte Schützinger zum Internet-Breitbandausbau zu berichten. Die Gemeinde sei in ein Förderverfahren eingestiegen. Bereits im Frühjahr sind Erlstätt und Winkl im Rahmen des ersten Förderprogramms an ein hochleistungsfähiges Breitbandnetz angeschlossen worden.

Das Hochwasser im Juni 2013 habe gezeigt, welch schlimme Folgen mehrtägige Starkregenfälle für Grabenstätt haben könnten, machte sich Peter Wöhrl für einen verbesserten Hochwasserschutz stark. Eine Gefährdung durch die Tiroler Achen gebe es nur dann, wenn wie 2013 der Damm breche, stellte Schützinger klar. Der Rothgraben entleere sich indes vorrangig in die westlich gelegenen Freiweideflächen und für den Grabenstätter Mühlbach sei man gerade dabei, ein Hochwasserschutzkonzept zu erstellen.

Probleme mit Regenwasser gibt es bei Unwettern auch immer wieder an einem Bach an der Tüttenseestraße. Horst Hlawacek meinte, dass dort alles unternommen werden müsse, damit ihm nicht noch einmal ein hoher Schaden entstehe. Schützinger zufolge sei der dortige Kiesfang erst kürzlich wieder geräumt worden.

»Hier ist zu viel verbaut worden«, sagte Siegfried Gärtner zur Hochwassergefahr am »Pfarrerbacherl«, der auch durch den Spielbereich des Pfarrkindergartens St. Maximilian abgeleitet wird und dann weiter in Richtung Grabenstätter Moos fließt. Erst vor einigen Wochen habe man wieder Sandsäcke gebraucht, »damit der Kindergarten nicht absäuft«, so Florian Hille. Da es sich um ein Anliegergewässer handle, müsse der Wasser- und Bodenverband mit seinen Mitgliedern schauen, dass der Abfluss gewährleistet sei, so Schützinger.

Bürger über Müll und Schwerlastverkehr verärgert

»Da schaut es aus wie auf einer Müllhalde, auch im Wald in Sossau«, ärgerte sich Siegfried Gärtner über den unschönen Anblick rings um das Gewerbegebiet Oberwinkl. Man werde den Betreiber der dort ansässigen Fast-Food-Kette darauf aufmerksam machen, versicherte Schützinger. Dieser müsse dann selbst Abhilfe schaffen, was auch schon einmal ganz gut geklappt habe.

»Wir müssen den Schwerlastverkehr endlich loswerden, zumindest einen Teil davon«, forderte Josef Heiß mit Blick auf die Verkehrssicherheit in der Ortsmitte. Da es sich um eine öffentliche Straße handle, sei er »nicht besonders optimistisch«, dass man dem Problem rechtlich beikomme, räumte Schützinger ein. Dennoch werde er das Thema bei der nächsten Verkehrsschau ansprechen.

»Auf der Umgehungsstraße wird viel zu schnell gefahren«, meinte Norbert Lohwieser. Zudem forderte er auf der Tüttenseestraße südlich der Pfarrkirche »eine Ampel, einen Fußgängerübergang oder beides«, da dort auch viele Kinder und Senioren die Straße überqueren müssten. Positiv ausgewirkt hätten sich Schützinger zufolge die aufgestellten Geschwindigkeitsdisplays. Solche bräuchte man auch ortsauswärts auf der Überseestraße, da die Leute dort »wie die Henker fahren«, berichtete Kurt Luft.

Da am Multerer-Eck parkende Autos die Sicht einschränken würden, wäre hier ein Verkehrsspiegel für die aus Richtung Erlstätt kommenden Verkehrsteilnehmer sehr hilfreich, meinte Josef Heiß. Der Gehsteig werde dort aus Bequemlichkeit häufig als Parkplatz missbraucht, sagte der Rathaus-Chef an. Etwas irritiert habe er unlängst vernommen, dass einige Gemeinderäte den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Grabenstätt-Bergen als nicht ganz so dringlich dargestellt hätten, so Peter Speckbacher. Schützinger verwies hier auf den jüngst gefällten Beschluss des Gemeinderats und zeigte sich optimistisch, dass man die Maßnahme mit Fördergeldern angehen und erfolgreich abschließen werde.

Schützinger seit 30 Jahren Bürgermeister

Für die Senioren gebe es zu wenig Freizeitangebote, sagte Florian Hille. »In den letzten Jahren ist in der Gemeinde eine Menge geschaffen worden«, lobte Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer. Auch wenn es fast unmöglich sei, diese Schlagzahl beizubehalten, gebe es auch in der »gut angelaufenen Legislaturperiode« wichtige Aufgaben, die es gemeinsam anzupacken gelte. Ein Sonderlob   verteilte   er   an Bürgermeister Schützinger, der in  diesem Jahr auf »30 erfolgreiche Jahre« als Gemeindeoberhaupt zurückblicken könne. mmü