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Viel beachtete Ausstellung sakraler Gegenstände

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Eine Ausstellung sakraler Gegenstände hatten Kirchenpflegerin Waltraud Mörtl und Religionslehrer Michael Karger aus Anlass des 500. Weihe-Jubiläums der Bergener Kirche St. Ägidius zusammengestellt. (Foto: Humm)

Bergen. Vor 500 Jahren erfolgte die erste Weihe der Bergener Kirche St. Ägidius. Die Pfarrgemeinde feiert aus diesem Anlass ein Fest mit verschiedenen Veranstaltungen, Vorträgen und einer Ausstellung. Kirchenpflegerin Waltraud Mörtl hatte zusammen mit Religionslehrer Michael Karger im örtlichen Pfarrheim eine zweitägige Ausstellung mit sakralen Gegenständen ausgerichtet, die in mühevoller Arbeit zusammengestellt wurde.


Die Ausstellung erinnerte an die Sebastiani-Bruderschaft, die 1731 gegründet wurde. Zu sehen war eine Sebastiani-Kette, gefasst mit alten Münzen und Medaillen, die damals vom Vorsitzenden der Bruderschaft getragen wurde. Daneben waren ein Sebastiani-Reliquiar mit Kreuzpartikel, ein Bruderschaftsbrief als Ausweis der Mitgliedschaft und feierliche Amtstrachten (Ornate) der Sebastiani-Bruderschaft zu sehen.

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Im Zentrum des Pfarrsaals stand eine Monstranz, versehen mit Ähren und Trauben, aus dem 19. Jahrhundert und ein Kelch von Papst Leo XIII., der eine Stiftung für die Hochfelln-Kapelle ist und eine Widmung des damaligen Papstes enthält. Im Umfeld dieser wertvollen Gegenstände waren Messbücher, Messkelche und Messkännchen zu sehen.

Auch gottesdienstliche Gewänder aus dem 19. Jahrhundert waren ausgestellt wie ein schwarzer Chormantel, der bei Beerdigungen getragen wurde. Des Weiteren konnten Chormäntel mit reicher Stickerei, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert, bewundert werden.

Pläne der alten und neuen Pfarrkirche »St. Ägidius«, die aus dem 14. Jahrhundert stammen, erweckten großes Interesse bei den vielen Besuchern. Religionslehrer Karger, der Führungen vornahm, betonte, dass gegenwärtig nur noch der Turm erhalten ist. Er stellte die Entwürfe und den Plan der heutigen Pfarrkirche vor, die von 1863 bis 1866 im neoromanischen Stil erbaut wurde.

Er zeigte auch die Entwürfe der ersten ornamentalen Ausmalung der Bergener Pfarrkirche und erinnerte an die zweite Ausmalung von 1883 bis 1893 durch den Maler Max Fürst. Er hatte auch Bilderszenen aus dem Leben des heiligen Ägidius gemalt, die in den Kirchen in Grabenstätt und Maria Eck sind. Karger sprach auch über die barocken Leuchterengel und über die Statue des heiligen Leonhard, stellte neoromanische Leuchter aus der Hochfelln-Kapelle und die Figur des Märtyrers, des heiligen Sebastian vor. Weiter erklärte er die zwei auf holzbemalten Grabwächter, die zu einem heiligen Grab gehören. »Diese holten wir aus dem Kirchendachboden hervor«, sagte er. Eine Vitrine enthielt barocke Figuren aus der Vorgängerkirche. Karger verwies auf zahlreiche liturgische Bücher mit Portraits verschiedener Bischöfe. Ein Anziehungspunkt der Ausstellung war auch die Tragfigur der Gottesmutter (Maria Immaculata), die heute noch an Fronleichnam mitgetragen werde.

Weitere Veranstaltungen zu dem Festjahr sind die Vorträge von Ortsheimatpfleger Sigmund Gehmacher über religiöse Bräuche und Volksfrömmigkeit am Donnerstag, 16. Mai, um 20 Uhr im Pfarrheim und der von Michael Karger am Mittwoch, 19. Juni, um 20 Uhr im Pfarrheim über das Leben des heiligen Ägidius.

Der große Festtag beginnt am Sonntag, 30. Juni, um 10 Uhr mit einem feierlichen Pontifikalamt mit Weihbischof Dr. Franz Dietl in der Pfarrkirche. Danach schließt sich der Festzug in den Festsaal an und um 17 Uhr ist noch eine feierliche Vesper. OH