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Viel Aufregung um nichts?

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Waging am See – Anwohner der Strandbadallee haben mobil gemacht gegen die mögliche Ansiedlung eines Einkaufsmarkts von Rewe und Rossmann an der Strandbadallee, gleich neben dem Seniorenheim. Per Rechtsanwalt haben rund zwei Dutzend Waginger bei der Gemeinde ihren Widerstand dagegen angezeigt und dies gleich mit einer Fülle an Argumenten untermauern lassen. Diese Information gaben Bürgermeister Herbert Häusl und Geschäftsleiter Franz Röckenwagner jetzt an den Gemeinderat weiter.


Ganz aktuell dazu berichtete Röckenwagner über eine am Tag vor der Sitzung eingetroffene E-Mail der Rewe-Group: Darin erteilt der Handelskonzern diesem Standort eine »Absage«; angefügt wird die Feststellung, dass somit dem alternativen Standort an der Ottinger Straße, neben der Baufirma Lamminger, nichts mehr im Wege stehe.

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Damit hat sich der Konzern ganz klar positioniert, und damit dürfte dann jegliche weitere Diskussion um die Fläche an der Strandbadallee obsolet sein. Das wird die Bürger, die dort wohnen und keinen Einkaufsmarkt vor der Haustür haben wollten, freuen. Diese hatten bereits eine profilierte Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet. Nach Auskunft der Gemeinde ist dies die Kanzlei Glock, Liphart, Probst & Partner in München.

Von dieser Rechtsanwaltskanzlei lag nun der Gemeinde ein Schreiben vor, in dem im Namen der Anwohner an der Strandbadallee der dortige Standort als völlig ungeeignet dargestellt wird. Gründe, die aus Sicht der Auftraggeber des Schreibens dafür angeführt werden, sind die »städtebauliche Struktur« in Hinblick auf die angrenzenden Wohngebiete, der dadurch zunehmende Verkehr, die ungünstige Verkehrs-Anbindung und nicht zuletzt der Immissionsschutz, also die durch einen Einkaufsmarkt befürchtete Lärmbelästigung.

In der Gemeinde wurde das Schreiben zur Kenntnis genommen. Geschäftsleiter Röckenwagner betonte jedoch, dass in dieser Richtung bisher von Gemeindeseite nicht das Geringste geplant oder unternommen worden sei. Der Standort seit lediglich als eine von mehreren Flächen im Gutachten der CIMA aufgetaucht, die mögliche Standorte für größere Geschäfte aufgelistet hatte. »Von der Gemeinde wurde keine Planung beauftragt«, bekräftigte Röckenwagner, und es sei bisher von keiner Seite ein dahingehender Antrag eingegangen. Bürgermeister Häusl fügte noch an, dass vonseiten der Gemeinde in der Hinsicht »gar nichts geplant« sei. Somit gehe, wie der Geschäftsleiter abschließend zusammenfasste, das Schreiben »ins Leere«.

Hintergrund der Befürchtungen der Anlieger war wohl das Interesse der Firma Chiemgau Immo Invest mit Geschäftsführer Martin Straßer. Dieser hatte öffentlich erklärt, dass er für den Standort Strandbadallee mit Rewe und Rossmann schon unterschriftsreife Vorverträge habe und dass auch der Grundstücksbesitzer bereit sei, gegebenenfalls die Fläche zur Verfügung zu stellen. Dies scheint sich jetzt aber wohl erledigt zu haben. Umso mehr, als in der Rewe-Mail noch davon die Rede war, dass nunmehr dem Standort an der Ottinger Straße »nichts mehr im Wege« stehe.

Allerdings hat die niederbayerische Firma CEC Consult, die eigenen Angaben zufolge schon alle Vorverträge sowohl mit den Grundbesitzern als auch den Handelskonzernen abgeschlossen hat, ihren Antrag auf die notwendige Flächennutzungsplan-Änderung an der Ottinger Straße zwischenzeitlich wieder zurückgezogen. In der Juli-Sitzung des Gemeinderats war der Antrag auf Ausweisung einer Sondergebietsfläche für großflächige Einzelhandelsbetriebe an der Ottinger Straße bereits auf der Tagesordnung gestanden, dann aber aufgrund dieses Rückziehers nicht behandelt worden. he