weather-image

Verzögerungen sorgen für Unmut

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Die Straßenbauarbeiten an der Feldwieser Straße gehen langsamer voran als geplant. Das ist vor allem für die Unternehmen ein Problem.

Übersee – Deutliche Verzögerungen bei der Sanierung der Feldwieser Straße sorgen in Übersee für Unmut. Von einer »geschäftsschädigenden, teils existenzbedrohenden Situation« für viele Betriebe spricht Marco Ehrenleitner, CSU-Gemeinderat und Geschäftsführer von Chiemseer Dirndl und Tracht. Einen von ihm verfassten Brief an Landrat Siegfried Walch haben 60 Überseer Unternehmer – Ärzte, Landwirte, Geschäftsleute, Gastwirte und Vermieter – unterschrieben.


Die Feldwieser Straße war in die Jahre gekommen. Darum begannen im April umfangreiche Sanierungsarbeiten, die der Landkreis Traunstein als zuständiger Straßenbauträger in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und dem Wasserbeschaffungsverband Übersee ausführt. Der ursprüngliche Sanierungsplan, der auch die Dorfstraße mit einbezieht, sah unter anderem die Sanierung der Hauptwasserleitung, die Erneuerung des Regenwasserkanals sowie der Asphaltdecke vor.

Anzeige

Bei der öffentlichen Planvorstellung im Vorfeld der Straßenbaumaßnahme gab es laut Marco Ehrenleitner eine Absprache mit Landratsamt, Baufirma und Gemeinde, die eine Fertigstellung der Feldwieser Straße bis Oktober 2016 vorsah. Doch jetzt, Anfang November, ist nach Meinung der Überseer Unternehmer erst gut die Hälfte der Feldwieser Baumaßnahme realisiert. Von der rund 1,8 Kilometer langen Strecke ist »gerade einmal circa ein Kilometer Straße teils befahrbar wiederhergestellt«, heißt es in dem Schreiben an Landrat Siegfried Walch.

Und weiter: »Die Feldwieser Straße ist die Hauptzufahrtsstraße für viele Anwohner wie auch Gewerbetreibende und somit die Lebensader von Übersee.« Das größte Problem, so formuliert es Marco Ehrenleitner, ist die Zufahrt. Die Feldwieser Straße sei regelrecht abgeschnitten, vor allem von der Autobahn, die Geschäfte und Gaststätten verlieren mindestens ihre Laufkundschaft. »Zur Missgunst« trage bei, so Ehrenleitner, dass nie mehr als zwei, drei Bauarbeiter auf der Baustelle zu sehen seien.

Roman Schneider, der Pressesprecher des Landratsamts Traunstein, räumt die Verzögerungen ein und spricht von einer »schwierigen Baustelle«. Er stellt aber auch klar: »Das Landratsamt hat nichts schleifen lassen.« Für die Verzögerungen führt er zwei Gründe an: Zum einen sei »eine Reihe von zusätzlichen Maßnahmen, die nicht in der Regie des Landkreises liegen, die aber sinnvoll sind« dazugekommen. Zum anderen habe der viele Regen im Frühjahr den Grundwasserspiegel höher als normal ansteigen lassen und weitere Einbauten nötig gemacht. Das Verständnis für die Anlieger und die Gewerbetreibenden in Übersee, so Schneider, sei »voll da«. Im Landratsamt werde darum so schnell wie möglich ein neuer Bauzeitplan erarbeitet.

Marco Ehrenleitner hält das für überfällig. In seinen Augen und in denen seiner Mitstreiter hätte auf der Baustelle schon längst »eine Anpassung der Arbeitszeiten und Arbeitskräfte erfolgen müssen«.

Die Verzögerungen hätten sich ihrer Meinung nach ausgleichen lassen, wenn etwa am Freitagnachmittag und am Samstag gearbeitet worden wäre. »Ich hoffe, dass das nicht weiter so dahintröpfelt«, sagt Ehrenleitner. san