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Vertrag für neue Ostspange unterzeichnet

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In einem Bogen führt die Traunreuter Ostumfahrung (lila) von Traunwalchen/Oderberg an der Stadt vorbei zur Staatsstraße 2104 St. Georgen – Waging und zur Kreisstraße TS 42 Traunreut – Palling. (Grafik: Bauamt)

Traunstein – Der Kreisausschuss hat gestern in seiner Sitzung im Landratsamt einstimmig einer Vereinbarung zugestimmt, die für den Bau der Traunreuter Ostumfahrung notwendig ist. Wie berichtet, hatten sich Stadt Traunreut und Staatliches Bauamt Traunstein darauf verständigt, dass die Stadt die Umgehung in sogenannter Sonderbaulast mit hohen Zuschüssen errichten wird. Nachdem davon auch die Kreisstraße TS 49 betroffen ist, ist auch der Landkreis Vertragspartner, auch wenn er weder für eine der Baumaßnahmen noch die Finanzierung des 5,3-Millionen-Projekts verantwortlich ist. Der Leiter des Staatlichen Bauamts Traunstein, Sebald König, stellte dem Gremium das Vorhaben und die Vereinbarung vor.


Im ersten Schritt ist eine Verbindungsstraße vom Kreisverkehr Frühlinger Spitz am Traunreuter Bauhof zu einem neuen, rund 300 Meter nördlich gelegenen Kreisel geplant. Von dort aus führt einerseits eine neue Gemeindestraße am Frühlinger Spitz entlang bis zum MediaMarkt. Und von dem Kreisverkehr aus verläuft die eigentliche Ostumfahrung in einer S-Linie nach Norden zum »Kaufland«, wo die Kreisstraße TS 42 aus dem Stadtkern angeknüpft wird. Etwas weiter nördlich, bei Oberwalchen, wird die Ostumfahrung an der Kreuzung mit der Staatsstraße 2104 mit einem weiteren Kreisverkehr angebunden – gleichzeitig auch an den weiteren Verlauf der Kreisstraße TS 42 in Richtung Palling.

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Und schließlich baut der Freistaat ein neues Teilstück der Staatsstraße 2104 vom neuen Kreisel bei den Schrebergärten bis zur TS 49 nördlich von Frühling. Oberwalchen, Pierling und Frühling sind so frei von Durchgangsverkehr, die bestehenden Straßen zu diesen Stadtteilen werden zu Gemeindestraßen abgestuft.

Die neue Ostumfahrung wird später als Staatsstraße (2096 und 2104) gewidmet, also auch das Teilstück der Kreisstraße TS 49 vom Kreisel in Oderberg bis zum neuen Kreisverkehr Frühling. Die Staatsstraße 2096 verläuft derzeit noch vom Kreisel Oderberg quer durch die Stadt über die Kantstraße zur Staatsstraße 2104. Dieser alte Verlauf wird zur Ortsstraße abgestuft.

Neben diesen Klassifizierungen sieht die Vereinbarung vor, dass die Stadt anstelle des Freistaats als Bauherr auftritt. Sie plant das Projekt, schreibt es aus, kauft den Grund, überwacht die Maßnahme, rechnet sie ab und beantragt die Fördermittel. Der Zuschusssatz liegt bei bis zu 80 Prozent.

Ausdrücklich festgehalten ist in der Vereinbarung, dass sich daraus keine einklagbare Verpflichtung für die Stadt ergibt, die Umfahrung tatsächlich zu planen, zu finanzieren und zu bauen: »Sollte sich die Stadt aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen außerstande sehen, die (...) Ortsumfahrung zu realisieren, so kann sie von dieser Vereinbarung jederzeit Abstand nehmen«, heißt es in dem Papier. Mit der Freigabe und Widmung als Staatsstraße gehe die Verantwortung für Betrieb, Unterhalt und Verkehrssicherung auf den Freistaat und damit die Straßenbauverwaltung über.

Landrat Siegfried Walch (CSU) sprach von einer schweren Geburt. Nach konstruktiven Gesprächen sei er froh über das Ergebnis, »das wir hoffentlich auch so realisieren können, weil es ein wichtiger Schritt für ganzen nördlichen Chiemgau ist«.

Franz Parzinger (CSU) bemängelte, dass das Projekt für die Strecke Matzing – Traunwalchen – Oderberg keine Entlastung bringe – im Gegenteil. Sebald König sagte dazu, dass man mit einer Maßnahme nicht alle Probleme beseitigen könne: »Wir können Traunwalchen nicht mit der Ostspange lösen, aber versuchen, die Alternativrouten möglichst attraktiv zu machen, um eine gewisse Verkehrslenkung zu erreichen.«

Immerhin beseitige man mit der Ostspange fünf kritische Punkte: die engen Ortsdurchfahrten von Oberwalchen, Pierling und Frühling, die mangelhafte Anbindung der Industriebetriebe im Osten der Stadt und die Verlagerung der Staatsstraße 2096 heraus aus der Ortsdurchfahrt von Traunreut. Letzteres sei im Ausbauplan für die Staatsstraßen mittelfristig nicht vorgesehen, weshalb das Modell der Sonderbaulast ins Spiel gekommen sei, um schneller eine Entlastung hinzubekommen. »Wir werden – wie immer im Straßenbau – einen langen Atem brauchen«, so König mit Blick auf den Grunderwerb, der die Zeitachse bestimme.

Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter (FW) zeigte sich erfreut über den einstimmigen Beschluss, der für die Stadt ein Auftrag sei, die Ostspange nun auch umzusetzen. »Ich bin vor allem froh, dass die Anbindung der großen Betriebe nicht mehr quer durch die Stadt verlaufen wird.« rse

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