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»Versöhnung und Frieden brauchen unseren aufmerksamen Blick«

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Am Freialtar (von links): zweiter Gauvorstand Anton Linner, stellvertretender Landrat Sepp Kohnhäuser, der Grabenstätter Bürgermeister Georg Schützinger, Guardian Bruder Franz aus Maria Eck, Pater Vasilie aus Grabenstätt und ein rumänischer Mitbruder.
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Die Musikkapelle Grabenstätt führte den Wallfahrtszug an.
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Die Wallfahrt der Krieger- und Soldatenkameradschaften begann in Siegsdorf. (Fotos: Krammer)

Siegsdorf – Einigermaßen verschont geblieben von den ergiebigen Regenschauern am gestrigen Sonntagvormittag ist die 71. Gau-Friedens-Wallfahrt der Krieger- und Soldatenkameradschaften aus dem Chiemgau und Rupertiwinkel nach Maria Eck.


Beim Totengedenken am Kriegerdenkmal in Siegsdorf, bei dem der stellvertretende Gauvorstand Anton Linner zum Gedenken an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege sowie aller Opfer von Terror und Gewalt einen Kranz niederlegte, regnete es noch heftig. Aber bereits beim Beginn der Wallfahrt, als die Teilnehmer begleitet von ihren Vereinsfahnen betend durch Siegsdorf zogen, besserte sich das Wetter zusehends. Dennoch begleiteten einige Regenschauer den Wallfahrerzug auf dem weiten Weg hinauf auf den Ecker Berg. Voran gingen die Vereine aus der Gemeinde Grabenstätt, deren KSK als Ausrichter der diesjährigen Wallfahrt fungierte.

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Pünktlich zum Gottesdienst hörte der Regen auf und der Einzug zur Messe vor dem Freialtar konnte zu den Klängen der Musikkapelle Grabenstätt bereits ohne Schirme erfolgen.

Bruder Franz, der Guardian des Klosters, der zusammen mit Pater Vasilie aus Grabenstätt die Messe zelebrierte, lobte die Pilger für ihr gemeinsames Gebet, das immer wieder eine Quelle der Freude, der Gelassenheit und des Friedens sei. Die Lesung und die Fürbitten übernahmen Mitglieder der KSK Grabenstätt, der es im Vorfeld ihres 150-jährigen Jubiläums ein besonderes Anliegen war, die Wallfahrt ausrichten zu dürfen.

Im besonderen Gedenken an die Opfer der beiden unvorstellbar grausamen Weltkriege, aber auch angesichts der rohen Gewalt auf der ganzen Welt, betonte Bruder Franz: »Versöhnung und Frieden brauchen unseren aufmerksamen Blick und ständige Erneuerung. Mit Nachdenken und Neuorientierung durch den kritischen Rückblick, aber auch mit dem Aufblick zu Gott und seiner unerschöpflichen Kraft als Quelle unseres Lebens wird Frieden möglich sein.«

Bürgermeister Georg Schützinger aus Grabenstätt und der stellvertretende Landrat Sepp Kohnhäuser betonten, dass sieben Jahrzehnte Frieden in Deutschland keine Selbstverständlichkeit seien. »Diese Wallfahrt soll Mahnung sein für den friedlichen Umgang untereinander, im Kleinen wie im Großen. Die KSK-Vereine haben das Gedenken stets erneuert, getragen und am Leben erhalten.« Angesichts von 50 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sin, sei dies auch künftig dringend geboten und sollte den Respekt der Bürger verdienen.

Der stellvertretende Gauvorstand Anton Linner überbrachte den Teilnehmern die Grüße des erkrankten Gauvorstands Michael Bernauer. Er bedankte sich bei allen, die bei den Vorbereitungen für die Wallfahrt geholfen hatten, und freute sich besonders über die Teilnahme seiner Ehrenmitglieder, des stellvertretenden Landrates und den Vertretern der Bundeswehr mit Oberstleutnant Erwin Wudtke. Dieser erinnerte an die Landes-Gedenkfeier zum Volkstrauertag, die heuer am Samstag, 12. November, in Traunstein stattfinden wird.

Zu den Klängen vom »Guten Kameraden« senkten sich die Fahnen zum Gedenken, bevor die Gottesdienstbesucher mit einem gemeinsamen Marienlied und der abschließenden Bayernhymne die Gottesmutter baten, auch weiterhin ihre schützende Hand über Heimat und Vaterland zu halten. FK