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Verschnaufpause für Hermann Steinmaßl

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»Ich esse nie alleine«: Landrat Hermann Steinmaßl (Zweiter von rechts) mit seinen engsten Mitarbeitern (von links): Geschäftsleiter Lothar Wagner, persönliche Referentin Birgit Kienast und Pressesprecher Roman Schneider.
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Eine Scheibe Leberkäse, zwei Essiggurken: Das legendäre »Landratsmenü«, das sich Hermann Steinmaßl regelmäßig schmecken lässt, ist eigentlich eine Brotzeit. (Fotos: Schwaiger)

Traunstein. Selbst beim alljährlichen »Tag der offenen Tür« im Landratsamt bleibt sie geschlossen: die Teeküche neben dem Büro von Landrat Hermann Steinmaßl. Wenn es der straffe Zeitplan zulässt, dann verbringt der Landkreis-chef hier seine Mittagspause. Nie alleine. Immer auf dem gleichen Platz. Und meistens mit dem inzwischen schon legendären »Landratsmenü« vor sich.


Eine Scheibe Leberkäse und zwei Essiggurken – eigentlich ist das, was Steinmaßls engste Mitarbeiter scherzhaft Landratsmenü nennen, eine Brotzeit. Und das verwundert eigentlich nicht, denn schließlich muss es bei dem Politiker immer schnell gehen. »Oft esse ich mittags gar nichts«, sagt der Fridolfinger.

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»Seine« Frauen sorgen dafür, dass das nicht allzu oft vorkommt. Ehefrau Renate bereitet ihm in der Früh schon ein Müsli zu – »mit Naturjoghurt, Nüssen und Obst«, wie Steinmaßl erzählt. Und im Landratsamt springen dann die Damen aus dem Vorzimmer – Maria Braun, Karin Jurina und Bettina Bruckmayer – ein. Sie sind auch für das Landratsmenü zuständig. In einer Traunsteiner Metzgerei würden die Frauen die Brotzeit holen, verrät der Landrat, wo genau, das behält er lieber für sich.

Das Landratsmenü verspeist Hermann Steinmaßl immer auf dem gleichen Platz: an der Stirnseite des Tisches. »Das ist mein Stammplatz.« Um ihn herum sitzen dann in der Regel seine engsten Mitarbeiter: Geschäftsleiter Lothar Wagner, seine persönliche Referentin Birgit Kienast und Pressesprecher Roman Schneider.

Nicht ohne Grund: Zum einen mag Steinmaßl nicht gerne alleine essen, zum anderen gibt es immer irgendwas zu klären. »Das sind meist Dinge, für die sonst keine Zeit bleibt«, erklärt der Landrat.

Platz für Luxus ist in der Teeküche nicht. Die Möbel strahlen den typischen Ämter-Charme aus. Alles erscheint zweckmäßig. Auf der Anrichte stehen zwei Kaffeemaschinen, eine Mikrowelle und ein Wasserkocher. »Wir sind schwer am Überlegen, ob wir nicht mal eine Spülmaschine anschaffen«, sagt Birgit Kienast. Denn noch müssten die drei Frauen aus dem Vorzimmer alles mit der Hand spülen – und weil oft Gäste da sind, stapeln sich schnell Tassen und Teller.

Richtig abschalten kann Landrat Hermann Steinmaßl aber selbst in der Teeküche nicht. »Zeit, um kurz die Augen zu schließen, hat der Landrat am ehesten im Auto«, sagt Geschäftsleiter Lothar Wagner. Doch sein Chef weiß es besser: »Da bereite ich mich auf Termins vor und habe eine Telefonliste abzuarbeiten.« – »Und meistens geben wir ihm auch noch die Post mit«, ergänzt Birgit Kienast. Dann zögert sie kurz und sagt: »Ich kenne keinen anderen Menschen, der mit so wenig Erholung auskommt wie der Landrat.«

»Manchmal frage ich mich schon auch, wie ich das schaffe«, räumt der Landkreischef ein. In der Regel müsse er mit drei bis vier Stunden Schlaf pro Nacht auskommen. »Alles, was sechs Stunden oder länger ist, ist Luxus für mich«, gesteht Hermann Steinmaßl. Sandra Schwaiger

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