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»Verpflichtung, sich weiterhin für den Erhalt des Friedens einzusetzen«

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Die Fahnenbandträgerinnen bei der Segnung (von links): Katharina Wiesholler (mit dem Band von Bürgermeister Georg Schützinger), Monika Purzeller (mit dem von den Ortsvereinen gestifteten Fahnenband), Helferin Daniela Parzinger und Fahnenmutter Marie-Luise Richter. (Fotos: Müller)

Grabenstätt – Besser hätte der Festsonntag zum 150-jährigen Bestehen der Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SSK) Grabenstätt mit rund 350 Festgästen, Kirchenzug, Gottesdienst im Schlosspark und Festzug nicht verlaufen können. Auch Petrus wollte den Feiern wohl nicht im Wege stehen und ließ die bedrohlich dunklen Regenwolken allesamt an Grabenstätt vorbeiziehen.


Neben den Grabenstätter und Erlstätter Ortsvereinen hatten sich auch der Patenverein KSK Bergen und die Krieger- und Soldatenkameradschaften aus Erlstätt, Chieming, Vachendorf, Übersee, Haslach und Staudach an der Turnhalle des TSV Grabenstätt eingefunden. Angeführt von der Musikapelle Grabenstätt, der SKK Grabenstätt mit drei historischen Vereinsfahnen sowie den Ehrengästen setzte sich der Kirchenzug zum Rathaus in Bewegung, wo Pater Vasile Dior am Eingangsportal des Schlosses die Festmesse zelebrierte.

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SKK ist der drittälteste Verein in Grabenstätt

Eingangs ließ er die Geschichte des drittältesten Vereins der Gemeinde von 1866 an Revue passieren. »Dass wir in Deutschland seit über 70 Jahren in Frieden leben und es in Europa keine totalitären Staaten mehr gibt, ist nicht selbstverständlich, dafür wollen wir heute Gott danken«, so Vasile Dior. Der Friede sei aber ein so »kostbares Gut«, dass er immer wieder geschützt werden müsse.

Es folgte die Segnung der neuen Fahnenbänder und der mit Spannung erwartete Auftritt der Fahnenbandträgerinnen Katharina Wiesholler und Monika Purzeller sowie der Ehrenfahnenmutter Marie-Luise Richter, der Daniela Parzinger zur Seite stand. Wiesholler heftete das Band von Bürgermeister Georg Schützinger an die Vereinsfahne von 1923. Purzeller tat dies mit dem von den Ortsvereinen gestifteten Fahnenband und Richter und Parzinger brachten das Trauerband an. »So häng des Bandl i jetzt o, wünsch 's Beste, des ma wünschen ko, vui Glück, an Herrgott seinen Segn, denn nur an dem is alles glegn«, ließ Wiesholler verlauten. Richter beschloss ihren Prolog mit den Worten: »So wünsch der Fahn i und dem Fest des Beste nur, recht nette Gäst', de zünftigs Jubiläum feiern, wias Brauch is halt bei uns in Bayern«. Ihre Texte entstammten Ortsheimatpfleger Gustl Lex.

Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor und der Musikapelle unter der Leitung von Christian Bergmann. Nach dem gemeinsam gesungenen Kirchenlied »Großer Gott, wir loben dich« und der ersten Strophe der Bayernhymne, machte sich der Festzug auf zum Kriegerdenkmal, wo ein Totengedenken mit Kranzniederlegung, Ehrenbezeugung und Kanonen-Ehrensalut folgte.

»Es ist unsere Verpflichtung gegenüber allen Opfern von Krieg, Bürgerkriegen, Gewalt, Terror und politischer Verfolgung, uns weiterhin für die Erhaltung des Friedens einzusetzen, weiterhin der Opfer zu gedenken und mahnend zu erinnern!«, so der Vorsitzende der SKK Grabenstätt, Michael Jendrischewski. Dabei kritisierte er die Abschaffung der Wehrpflicht, mit der man den Krieger- und Soldatenkameradschaften einen Bärendienst erwiesen habe.

150 Jahre Gedenken an Gefallene und Vermisste

Im Namen der Gauvorstandschaft der Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus überbrachte zweiter Gauvorstand Anton Linner »die besten Glückwünsche«. 150 Jahre SKK Grabenstätt seien 150 Jahre Gedenken an die Gefallenen, Vermissten der Kriege und Andenken und liebevolles Erinnern an die verstorbenen Mitglieder des Vereins, es seien aber auch 150 Jahre der Kameradschaft, Verbundenheit und Treue der Mitglieder, stellte Linner klar und würdigte die SKK Grabenstätt »für die geleistete Arbeit«.

In Würdigung ihrer besonderen Verdienste erhielten die langjährigen SKK-Vorstandsmitglieder Herbert Kettner und Erich Meisinger das Gau-Ehrenzeichen mit Ehrenurkunden.

Bürgermeister Georg Schützinger lobte, dass die SKK Grabenstätt das Gedenken an die gefallenen und verstorbenen Kameraden wach halte. »Die vor zwei Wochen durch unseren Festverein ausgerichtete Wallfahrt nach Maria Eck ist ein lebendiges Beispiel dafür«, so der Schirmherr. Wie es guter Brauch sei, habe die Gemeinde dem Festverein eine Jubiläumszuwendung überwiesen, damit dieser seine Unkosten leichter tragen könne.

»Auch ich möchte heute der SKK Grabenstätt meinen Respekt aussprechen und euch für die Erfüllung eures wichtigen Auftrages weiterhin alles Gute und Gottes reichen Segen wünschen!«, so stellvertretender Landrat Andreas Danzer. Eine aktive Friedens- und Versöhnungspolitik sei angesichts der derzeitigen Flüchtlingssituation wichtiger denn je geworden.

Glückwünsche überbrachten auch der Patenverein KSK Bergen um seinen Vorsitzenden Albert List und die KSK Erlstätt um ihren Vorsitzenden Bernhard Hennes. Auch die Vorstände der Grabenstätter Ortsvereine um Sprecher Sepp Fleischmann beglückwünschten den Jubelverein.

Rundum positive Fest-Bilanz gezogen

Marie Jendrischewski, die Tochter des SKK-Vorsitzenden, durfte an ihrem 18. Geburtstag zur Feier des Tages den Dirigentenstab schwingen. Sie tat dies mit Bravour. Und so zog die SKK Grabenstätt bereits gegen Mittag eine rundum positive Fest-Bilanz. »Wir freuen uns bereits darauf, unsere mit den neuen Bändern bestückte Vereinsfahne Ende August bei der Kriegerwallfahrt auf der Kampenwand präsentieren zu können«, so Vorstand Jendrischewksi. mmü