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Verkehr und dichte Bebauung als Kritikpunkte

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Traunreut – Der Stadtrat hat den Bebauungsplanentwurf für Einfamilien- bzw. Doppelhäuser an der Gottfried-Michael-Straße in Traunreut zwar mehrheitlich abgesegnet. Kritisch wird jedoch das damit verbundene, zusätzliche Verkehrsaufkommen gesehen. Einigen Stadträten schlägt auch die in ihren Augen zu dichte Bebauung auf den Magen. Wie berichtet, hatte sich der Hauptausschuss darauf verständigt, dass auf dem 6500 Quadratmeter großen »Filet«-Grundstück Häuser mit je zwei Wohneinheiten gebaut werden sollen.


Nach Angaben von Planer Martin Jobst, der in der Sitzung den Entwurf vorlegte, könnten auf dem Grundstück rund zehn Häuser in Südausrichtung und Doppelgaragen entstehen. Die Grundstücksgrößen könnten sich zwischen 420 und 600 Quadratmeter bewegen. Auf dem Grundstück, das über die Hoferstraße erschlossen werden soll, befindet sich derzeit auch ein großer Baumbestand, darunter viele Fichten und Waldbäume, die zum Teil gefällt werden müssen.

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Darauf hatte Josef Winkler (Bürgerliste) bereits im Hauptausschuss hingewiesen und erklärt, man müsse sich im Klaren sein, dass von den Bäumen gerade mal noch fünf Prozent übrig bleiben würden. Bernhard Seitlinger (CSU) wiederholte seine Anregung, die er auch schon in der Hauptausschusssitzung geäußert hatte, unter Umständen ein Grundstück zu opfern, um die Bebauung etwas zu entzerren und damit auch die Zufahrt zu der neuen Wohnbebauung zu verbessern. »Mir ist das Ganze zu dicht«, sagte er. Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) und Günther Dzial (SPD) befürchteten, dass es durch die neue Wohnbebauung in dem ohnehin beengten Zufahrtsbereich zu einem Verkehrschaos kommen könnte, zumal nur wenige Meter Luftlinie davon entfernt eine neue Wohnanlage gebaut werden soll, die ebenfalls über die Hoferstraße erschlossen werden soll. »Wir müssen uns grundsätzlich Gedanken darüber machen, wenn wir was bauen, wie wir den Verkehr in den Griff bekommen«, sagte Dzial und forderte vor künftigen Bauvorhaben Ortsbesichtigungen durch den Stadtrat.

Bürgermeister Klaus Ritter konterte und erklärte ausdrücklich, dass durch den Ausschuss und die Verwaltung hinsichtlich der Bauleitplanung eine Ortsbegehung stattgefunden habe. »Die Verkehrsproblematik ist unbestritten, aber wir kommen nicht mehr raus«, betonte er. »Wir wollen eine innerstädtische Verdichtung, um Wohnungen für Jung und Alt zu schaffen.« Martin Czepan (Grüne) erinnerte daran, dass die Stadt in den letzten Jahren zehn Prozent ihrer Einwohner verloren habe. Außerdem liege die Wohngegend so zentral, dass die Neubürger auch ohne Auto in die Innenstadt kommen können.

Im Rahmen der ersten Gespräche der Bauleitplanungsänderung war der Planer vom Stadtrat beauftragt worden, auf dem Grundstück auch einen Geschoßwohnungsbau zu untersuchen. Davon ist man aber zwischenzeitlich abgekommen. Mit dem nun vorliegenden Entwurf, der mit 21:7 Stimmen abgesegnet wurde, soll das Verfahren jetzt weiter vorangetrieben werden. ga