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Vergabekriterien für Wohnungen festgelegt

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Foto: Symbolbild/dpa

Kirchanschöring – Drei Wohnformen mit entsprechenden Mietwohnungen schafft die Gemeinde Kirchanschöring im neuen Haus der Begegnung am Georg-Rinser-Weg.


Um die Quartiere beziehen zu können, müssen die künftigen Mieter bestimmte Kriterien erfüllen. Für zwei dieser Wohnformen legte der Gemeinderat in seiner jüngsten Zusammenkunft in Form eines Punkte- und Ausschlusskatalogs fest, wer zum Wohnen berechtigt ist: Für einkommensorientierte Wohnungen und »allgemeine Wohnungen«.

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Beide sollen nach einem transparent gehaltenen Punktesystem vergeben werden, wobei das Mindestalter in beiden Fällen 60 Jahre beträgt. Anhand dieses Systems teilt der Verwaltungsrat der Wohnbaugesellschaft, die das Objekt im Auftrag der Gemeinde realisiert, die Wohnungen den Bewerbern zu.

»In Einzelfällen kann der Verwaltungsrat die Belegungsentscheidung aber an den Gemeinderat überweisen«, sagte Bürgermeister Hans-Jörg Birner und machte damit deutlich, »dass der Gemeinderat nicht jede einzelne Belegung selbst beschließen wird, sondern nur im Einzelfall«.

Punkte für Lebensjahre

Wer älter ist als 60 Jahre, erhält pro weiteres Lebensjahr einen halben Punkt. Auch die Dauer des eigenen Wohnsitzes in Kirchanschöring wird pro Jahr mit einem Punkt belohnt. Selbst die Jahre, in denen man nur zum Arbeiten nach Kirchanschöring gefahren ist, finden Berücksichtigung.

Pluspunkte erhalten auch Personen, die nur Angehörige im Ort haben, selbst aber nie dort gelebt haben. Auch der Grad der Behinderung, der Pflegegrad, die Mitgliedschaft im Verein »Haus der Begegnung« oder die Wartezeit auf eine Wohnung stellen Kriterien dar, die sich positiv auswirken.

Weil die Regierung von Oberbayern Einkommensgrenzen für die einkommensorientierten Wohnungen festlegte, dürfen diese nicht überschritten werden. Auch bei den »allgemeine Wohnungen« schlägt das Einkommen im Punktesystem zu Buche. Als Richtwerte dienen bei Einzelpersonen die 25 000-Euro-Marke und bei Paaren die 40 000-Euro-Marke. Bei Überschreitung gibt es Punkteabzug, bei Unterschreitung Bonuspunkte.

In der Diskussion bestätigte Dr. Michael Hüller, »dass das Punktesystem sehr gut durchdacht ist«. Er meinte aber, die Bonuspunkte für das Alter gefielen ihm nicht: »Es sollten sich nicht nur hochbetagte Bewohner in diesem Haus wiederfinden.«

Zweiter Bürgermeister Franz Portenkirchner sprach sich dafür aus, das Punkte- und Ausschlusssystem wie vorgestellt umzusetzen »und Härtefälle im Gemeinderat zu behandeln«. Bürgermeister Hans-Jörg Birner sah dies ebenso. Er stellte aber in Aussicht: »Wenn die Praxis dann zeigt, dass der eine oder andere Punkt unpraktisch ist, können wir ihn per Beschluss jederzeit ändern.« Über die Berechtigung, in das »ambulant betreute Wohnen« einzuziehen, wird der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. ca

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