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Vereinigte Hütten beim neuen Lagerhaus?

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Petting – Ein Schuppen hatte Pettings Feuerwehr dazu gedient, Sachen einzulagern, die wenig gebraucht werden. Den hatte man abgebrochen und will ihn jetzt neu bauen. Weil hier auch der gemeindliche Bauhof Interesse an einem Lagerplatz hat und der Boden unter der Fläche neben dem neuen Lagerhaus nicht ganz unproblematisch ist, entspann sich darüber in der jüngsten Gemeinderatssitzung eine ausgiebige Diskussion. Außerdem ging es um die Feuerwehr: Hatte diese anfangs noch gemeint, sie würde die Ausschreibung zum Kauf eines neuen Fahrzeuges selber stemmen, so bat sie nun die Gemeinde, doch einen Fachmann damit zu beauftragen.


Bürgermeister Karl Lanzinger kam im Gemeinderat auch auf das Thema Feuerwehrhütte zu sprechen und erinnerte die Kollegen daran, dass man nach dem Winter den Neubau in Angriff nehmen wolle, denn die Sachen, die zwischenzeitlich privat eingelagert sind, sollen baldmöglichst wieder einen Platz finden.

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Dritter Bürgermeister und Bauunternehmer Thomas Stippel hatte noch am Sitzungstag fünf Probegrabungen auf dem 26 mal 51 Meter großen Grundstück gemacht und war zum Teil auf Torfschichten gestoßen. Mit Lehm und Kies stabiler sei nur der obere Teil, so sein Ergebnis.

»Die alte Hütte war zwölf mal neun Meter«, erklärte Lanzinger, die Feuerwehr hätte freilich nichts gegen einen größeren Schuppen. Zwölf mal 15 Meter könnte er sich vorstellen, daneben noch zwei Bünde zu je fünf Meter für den gemeindlichen Bauhof. »So groß, wie es irgendwie geht«, forderte Feuerwehrreferent Theo Pastötter. Thomas Stippel relativierte sein Grabungsergebnis, in dem er feststellte, mit einer entsprechenden Kiesaufschüttung und einer tragenden Betonbodenplatte mit einer Holzkonstruktion darauf gebe es gewiss keine Probleme.

»Wir müssen uns im Klaren sein, was wir dort wollen«

»Für einen Bauhof muss der Platz möglichst groß sein«, meinte Franz Vordermayer. Er zeigte sich über die Entwicklung der Diskussion überrascht, habe man doch lange Zeit darüber gesprochen, an dieser Stelle dereinst einen neuen, gemeindlichen Bauhof zu errichten. »Wir müssen uns im Klaren sein, was wir dort wollen«, lautete Vordermayers Appell.

Hier gehe es lediglich um einen zusätzlichen Lagerplatz für selten gebrauchte Dinge, widersprach Lanzinger, und nannte beispielhaft Schneezeichen für den Winter und ähnliches. Für eine Garage und eine Werkstatt reiche der Platz dort nicht. Im Übrigen müsse man sich im Klaren darüber sein, ob man in absehbarer Zeit eine halbe Million Euro für einen neuen Bauhof ausgeben wolle.

»Die Feuerwehrhütte muss jedenfalls rasch über die Bühne gehen«, forderte zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl, »den Bauhof bauen wir irgendwann woanders.« »Wenn Euch die Sache zu schnell gegangen ist, verschieben wir das auf die nächste Sitzung«, bot der Rathauschef daraufhin an. Das Thema wird bei der nächsten Sitzung in drei Wochen behandelt.

Auch ein weiterer Punkt drehte sich um die Feuerwehr: Zunächst hatte Pettings Wehr angeboten, sich mit der Ausschreibung für ein neues Feuerwehrfahrzeug selbst zu befassen. Nun sehen sich die Feuerwehr-Verantwortlichen damit überfordert. »Es geht um 350 000 Euro«, zeigte Bürgermeister Lanzinger dafür Verständnis, »die Sache ist so umfangreich und so detailliert, da braucht es Spezialisten.« Mit Kosten von etwa 3000 Euro für die Ausschreibung gehe es gerade mal um ein Prozent der Gesamtinvestition. »Wenn da ein Fehler passiert, ist mehr kaputt«, warnte Lanzinger.

»Im Landratratsamt gibt es genug Beamte...«

»Ich versteh' das nicht«, sagte Franz Vordermayer, »wir haben doch einen Kreisbrandrat.« Im Landkreis würden bestimmt zehn oder mehr Autos jährlich ausgeschrieben, warum man sich dabei nicht zusammentue, wunderte sich Vordermayer. Wer denn die technische Ausbildung dafür habe, und wer die Haftung übernehmen würde, hielt Lanzinger dem entgegen. »Ach, im Landratsamt gibt es genug Beamte, die sich einarbeiten können«, blieb Vordermayer hartnäckig. »Es werden nie zwei gleiche Fahrzeuge gekauft, jedes ist anders ausgestattet«, widersprach Klaus Haunerdinger, schlug aber dennoch vor, sich an den Bayerischen Gemeindetag »dranzuhängen«.

Bürgermeister Lanzinger versprach, die Angelegenheit bei den Bürgermeisterkollegen vorzubringen. Aktuell aber bleibe keine andere Wahl, als die Ausschreibung einem Fachbüro zu übergeben. Damit waren alle einverstanden. höf