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Verbesserung an Service und Qualität

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Unterwössen – Einen weiteren Schritt in der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schleching tat der Unterwössner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Vorteile für den Bürger sowie Einsparungen in der Verwaltung sehen Bürgermeister Ludwig Entfellner und Verwaltungsleiter Thomas Müllinger in der neuen Zweckvereinbarung. Dem schloss sich das Gremium an und genehmigte das Abkommen zwischen Schleching und Unterwössen einstimmig.


Interkommunale Zusammenarbeit wird im Achental großgeschrieben. Das liegt nicht nur daran, dass sich die Landesregierung diesem Thema in den vergangenen Jahren verschrieben hat und interkommunale Zusammenarbeit fördert. Die kleinen Gemeinden im Achental sehen vor allem Vorteile darin, große Aufgaben gemeinsam anzupacken.

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Unterwössen und Schleching bilden ihre Verwaltungsfachangestellten zusammen aus und teilen sich die Kosten. Ihren Internetauftritt betreiben die Gemeinden Schleching, Marquartstein, Staudach-Egerndach und Unterwössen gemeinsam. Die Zusammenarbeit im Tourismus und gemeinsame Aktionen mehren sich und sollen künftig über ein Büro im Alten Bad koordiniert werden. Behördenfunktionen wie das Standesamt werden in einer Gemeinde konzentriert. Die Vorteile der Zusammenarbeit werden besonders auffällig in der gemeinsamen Abwasserentsorgung über den Abwasserzweckverband.

Jetzt gehen Schleching und Unterwössen einen weiteren Schritt. »Eine Zweckvereinbarung zwischen den Gemeinden Unterwössen und Schleching sieht vor, dass Schleching seine Bereiche Steuern und Abgaben an Unterwössen abgibt und im Gegenzug die Gemeinde Schleching die Aufgaben Datensicherheit, Datenschutz sowie die Unterstützung bei der Bauleitplanung für Unterwössen erbringt«, beschreibt Verwaltungsleiter Thomas Müllinger. Dafür hätten die Gemeinden in enger Zusammenarbeit mit der kommunalen Rechtsaufsicht die Vereinbarung entworfen.

Deren Ziel ist es, die Gemeindeaufgaben qualifiziert und effektiv zentral zu bewältigen, damit nicht jede Verwaltung jede Fachkompetenz bereithalten muss. Für den Bürger sehen die Bürgermeister Josef Loferer (Schleching) und Ludwig Entfellner (Unterwössen) eine Verbesserung an Service und Qualität. Sie versprechen sich zudem, die Aufgaben wirtschaftlicher zu erledigen. »Für eine konkrete Berechnung fehlen uns noch die Erfahrungswerte«, erklärt Verwaltungsleiter Müllinger. Die Gemeinden gehen aber davon aus, dass sich die vergebenen Leistungen vom Umfang her etwa ausgleichen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Mehrstunden einer Gemeinde mit 45 Euro pauschal von der anderen vergütet werden.

Im Gremium kam die Befürchtung auf, die immer engere Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden könne eine Vorstufe zu einer Verwaltungsgemeinschaft werden. Bürgermeister Ludwig Entfellner und Geschäftsführer Müllinger winkten ab. »Unterwössen bleibt eigenständig. Es entstehen keine finanziellen oder politischen Nachteile«, so der Bürgermeister. Thomas Müllinger meint: »Es ist nicht beabsichtigt und die Zeit ist nicht reif für eine Verwaltungsgemeinschaft.«

Am Ende war sich der Gemeinderat einig. Einstimmig genehmigten die Mitglieder die Zweckvereinbarung über die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Unterwössen und Schleching. lukk