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Verabschiedung aus der Führungsriege der Feuerwehren

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Ihr Amt in der Kreisbrandinspektion für den Landkreis Traunstein niedergelegt und in jüngere Hände übergeben haben (von links) Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein, Kreisbrandrat Hans Gnadl und die Kreisbrandmeister Heinz Handrick und Alfred Waschin. (Foto: Volk)

Zusammen haben sie 190 Jahre aktiven, ehrenamtlichen Feuerwehrdienst geleistet, davon 87 Jahre als Führungskräfte und Mitglieder der Kreisbrandinspektion.


Bei einer großen Feier in Palling wurden Kreisbrandrat Hans Gnadl, Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein und die Kreisbrandmeister Heinz Handrick und Alfred Waschin aus der Kreisbrandinspektion verabschiedet.

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Als besondere Ehrung wurde Hans Gnadl, der 17 Jahre oberster Feuerwehr-Chef im Landkreis Traunstein war, zum Ehrenkreisbrandrat befördert. Manfred Unterstein, 22 Jahre Führungskraft auf Kreisebene, wurde zum Ehrenkreisbrandinspektor ernannt und Alfred Waschin und Heinz Handrick, die 27 bzw. 15 Jahre in der Kreisbrandinspektion tätig waren, wurden mit dem Titel des Ehrenkreisbrandmeisters gewürdigt.

»Ein engagierter, nie grantiger Kamerad«

Mit einer Laudatio wurde der »Feuerwehr-Lebenslauf« der vier ausscheidenden Inspektionsmitglieder dargestellt und deren Wirken gewürdigt. Thomas Mayr, Nachfolger von Alfred Waschin als Kreisbrandmeister im Bereich Land 2/2, würdigte seinen Nachfolger als einen engagierten, auch in Stresssituationen nie grantigen Kameraden. »Einen wie Waschin könne sich jede Hilfsorganisation nur wünschen«. Heinz Handrick, bis Ende 2016 Kreisbrandmeister im Inspektionsbereich Land 5/1, wurde von seinem Nachfolger Stefan Reichelt als »sehr kompetenter und immer mit Rat und Tat zur Seite stehender Feuerwehrler« gelobt.

Martin Schupfner, neuer Kreisbrandinspektor für die Feuerwehren in der Landkreismitte blickte auf den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst von Manfred Unter-stein zurück. Mit 14 Jahren ist Unterstein in die Jugendfeuerwehr Traunreut eingetreten, 1995 wurde er zum Kreisbrandmeister und sieben Jahre später zum Kreisbrandinspektor ernannt. 7863 Tage war er in der Kreisbrandinspektion tätig. Er leitete viele schwierige Einsätze, wie den Felssturz in Stein oder die Großeinsätze bei den Hochwasserkatastrophen.

Hans Gnadl war 17 Jahre Kreisbrandrat

Vielfach gewürdigt wurde Kreisbrandrat a. D. Hans Gnadl. Nachfolger Christof Grundner blickte auf die 17 Jahre als Kreisfeuerwehrchef zurück. Am 1. Januar 2000 übernahm Gnadl das Amt von Englbert Deininger. Meilensteine in Gnadls Verantwortung waren die komplette Neuausrichtung des Kreisfeuerwehrverbands, die Einführung der Integrierten Leitstelle und die Einführung des Digitalfunks mit Schaffung der Technisch-Taktischen Betriebsstelle (TTB). »Gnadl war ein verlässlicher und diplomatischer Kreisbrandrat, ein scharfer Entscheider, eine zuverlässige Führungskraft, ein Zuhörer, ein Mensch, ein Floriansjünger, der bereit war, Tag und Nacht für die Feuerwehren und ihre Belange einzutreten.«

Landrat Siegfried Walch hob hervor, dass Gnadl stets das Bild der Feuerwehren im Landkreis Traunstein verkörpert und gelebt habe. Er sei ein Feuerwehrchef gewesen, der das Ohr an der Mannschaft hatte, ihr wenn nötig den Rücken gestärkt, sich vor seine Wehren stellte und nicht die Schuld bei anderen gesucht habe, wenn etwas schief ging. Walch würdigte vor allem Gnadls Einsatz und Initiativen für die Jugendarbeit, die immer darauf ausgerichtet war, die Zukunft und das System des Feuerwehr-Ehrenamts zu sichern.

»Mit Gnadl geht eine Epoche zu Ende«

Alfons Weinzierl, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) Bayern, überreichte Gnadl eine Ehrenauszeichnung, die man nicht beantragen könne – die Ehrenmedaille des Vorsitzenden des LFV Bayern. »Mit Gnadl, der die Kommandobrücke verlässt, geht eine Epoche zu Ende, ein bedeutsamer Abschnitt nicht nur für die Feuerwehren im Landkreis Traunstein, sondern in Bayern.« Weinzierl sagte, besonders schätze er an Gnadl, dass er seine Person nie in den Vordergrund gestellt habe. Es sei ihm immer um die Sache gegangen.

Johannes Eitzenberger, Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern, hob Attribute heraus, die Gnadl als Kreisbrandrat auszeichneten: bedingungslose Einsatzbereitschaft, Fleiß, Engagement, Geradlinigkeit, Zielstrebigkeit und als allerwichtigstes Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit – »einfach einer, der grad heraus ist.« Franz König und Gerhard König von den Ortsverbänden Traunstein und Traunreut des Technischen Hilfswerks (THW) bedankten sich bei Gnadl mit der Ehrenmedaille des Technischen Hilfswerks.

Die Verabschiedung sei kein Tag, um Vergangenes aufzuwärmen, sondern um in die Zukunft zu schauen, denn man wisse nie, was im nächsten Moment geschieht und die Feuerwehren fordert, sagte Hans Gnadl. Bei seinem Dank hob er besonders seine Frau Anni und seine Kinder Sabine, Katharina und Hansi hervor, die auf vieles verzichten mussten, ihn dennoch stets unterstützt und ihm den Rücken gestärkt haben.

Mit einer lustigen Einlage von Feuerwehrprüfer »Williwitsch Mülleritsch«, alias Willi Müller, ehemaliger Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nußdorf, ging die Verabschiedungsfeier zu Ende. pv