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Vater entführte seine Töchter

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Traunreut. Wegen schwerer räuberischer Erpressung und »Entziehung Minderjähriger« muss sich ein 30-jähriger Traunreuter ab Donnerstag vor der Zweiten Strafkammer am Landgericht Traunstein verantworten. Er hatte heuer am 20. Juli seine beiden Töchter im Alter von fünf und sechs Jahren von einem Traunreuter Spielplatz entführt.


Die Schwestern waren zu diesem Zeitpunkt in einer Pflegefamilie untergebracht und der Vater durfte die Kinder nur im Beisein eines vom Jugendamt bestellten Betreuers für zwei Stunden im Monat sehen. Auf dem Spielplatz an der Ecke Johann-Sebastian-Bach-Straße und Anton-Bruckner-Weg näherte sich der Vater dem Betreuer von hinten und hielt ihm die 20 Zentimeter lange Klinge eines Messers an den Hals. Außerdem forderte er ihn auf, ihm die Kinder zu überlassen. Nachdem er dem Betreuer auch noch das Handy abgenommen hatte, verschwand der Traunreuter mit seinen beiden Töchtern.

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Wo er die Folgestunden verbrachte, war zunächst unklar. Wie sich später herausstellte, mussten die Kleinen auf einem Jägerhochsitz in einem dichten Waldstück übernachten. Gegen 9.30 Uhr schaffte der 30-Jährige die Mädchen zu einer der Großmütter. Dort holten Polizeibeamte die Kinder kurz darauf ab. Ihr Vater kam in Untersuchungshaft.

Dieser Fall war zuletzt auch Thema im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Traunstein (wir berichteten). Dabei ging es um Probleme nach einer Trennung oder einer Scheidung beim »Umgang« mit den Kindern. Die Ereignisse im Juli zeigten, dass aber nicht nur Kinder, sondern auch Helfer gefährdet sind. kd