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»Variobus« soll Weiler erschließen

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Teisendorf – Die zahlreichen Weiler in der Marktgemeinde Teisendorf, in der 200 der 800 Weiler im Kreis Berchtesgadener Land liegen, sollen mit einem flexiblen Bussystem besser erschlossen werden. Den »Variobus« stellte Bürgermeister Thomas Gasser nun bei den Bürgerversammlungen vor. Vorerst soll die Achse Teisendorf-Anger-Piding mit dem »Variobus« versorgt werden. Wann genau der Bus startet, steht noch nicht fest.


Johann Wick, Verkehrsmanager des Landkreises Berchtesgadener Land, hatte das »Variobus«-System im Vorfeld den Gemeinderäten vorgestellt. Für ihn stellt die ÖPNV-Achse Teisendorf-Anger-Piding ein Sorgenkind dar, gerade in den Ferien und am Wochenende. Während es vor zehn Jahren auf dem Abschnitt Bad Reichenhall-Anger am Samstag noch fünf Fahrten je Richtung und an Sonn- und Feiertagen noch eine Fahrt je Richtung gab, reduzierte sich das Angebot auf zwei Fahrten am Samstag – allerdings nur bei Voranmeldung bis zwei Stunden vorher – und null Fahrten sonn- und feiertags.

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Zwischen Anger und Teisendorf, wo es 2004 samstags noch vier Fahrten je Richtung gab, verkehrte schon damals sonntags kein Bus mehr; inzwischen fährt auch samstags keiner mehr. Problematisch ist auch die Strecke Teisendorf-Laufen, die generell nur an Schultagen angeboten wird.

Das »Variobus«-System, das eine Verbesserung bringen könnte, wird seit Mai im Landkreis Traunstein erprobt. Beim Start nutzten laut Wick etwa 300 bis 400 Personen, im August 500 bis 600 Personen den »Variobus«. Im Kreis Traunstein seien für 25 Beförderungen pro Tag ein jährlicher Kostenansatz von 125 000 Euro und Fahrgeldeinnahmen von 25 000 Euro kalkuliert. Von den Nettokosten fördere der Staat bis Ende 2016 70 Prozent der Kosten. Der Landkreis leiste 30 Prozent Eigenmittel, und die teilnehmenden Gemeinden beteiligten sich mit 50 Cent je Ausgangs- und Endpunkt am Dispositionsaufwand der Koordinierungsstelle.

Die Gemeinde könne bei diesem System eigene Haltestellen festlegen, wie Gasser in den Bürgerversammlungen erläuterte. Schon bei Weilern mit fünf bis zehn Häusern kann dem Landkreis-Verkehrsmanager zufolge eine Haltestelle angedacht werden. Per Anruf könne man den Bus jeweils zwei Stunden vor Fahrtantritt bestellen. Verkehren solle er zwischen 5 und 22.30 Uhr, allerdings nur nach Bedarf. Die Fahrpreise errechneten sich nach einem »Wabensystem«, wobei jede Gemeinde eine Wabe darstelle. Pro Wabe sei ein Euro zu zahlen, zuzüglich einem Euro Servicegebühr. Für die Strecke Teisendorf-Piding wären also vier Euro zu entrichten. vm

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