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Ur-Traunreuter hielten Erinnerung wach

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Ortrud Fuchs (von links), Uta Dressler und Susi Huber erhielten zum Dank für die Organisation der Muna-Treffen Blumen. (Foto: Mix)

Traunreut – 1987 hatte Reinhold Fuchs die Idee, ein regelmäßiges Treffen der »Munesier«, der ersten Bewohner der früheren Muna und der jungen Gemeinde Traunreut, im Heimathaus zu veranstalten.


Nach 30 Jahren wird diese Veranstaltung nun eingestellt, das Treffen fand heuer zum letzten Mal statt.

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Susi Huber organisierte das Treffen in den letzten Jahren mit der Unterstützung einer ganzen Reihe von Helferinnen. Sie erklärte den Besuchern im voll besetzten Saal des Heimathauses, dass es zunehmend schwieriger geworden sei, neue Themen im Zusammenhang mit der Muna zu finden, und dass die Personen, die diese Zeit miterlebten, immer weniger werden. Sie erinnerte noch einmal daran: »Wir, die das erlebt haben und in den Baracken wohnten, waren alle gleich, hatten alle nichts. Vielleicht ist gerade deshalb die Erinnerung an diese Zeit so schön, weil wir alle an einem Strick gezogen haben. Wer das miterlebt hat, wird es nie vergessen.«

Die jungen Leute heute, die Enkel der Munesier könnten sich gar nicht vorstellen, wie es damals an dem Ort, wo heute die Stadt Traunreut steht, ausgesehen hat. Für die Munesier gelte aber: »Es ist schön, dass wir erleben durften, wie eine Stadt wächst, und dass wir mit ihr groß geworden sind. Das ist einzigartig.« Sie bedankte sich bei allen fleißigen Helferinnen, die in den vergangenen 30 Jahren die Treffen ermöglichten, den verschiedenen Referenten, der Stadt für Kaffee und Kuchen und Familie Kopp für die große Unterstützung.

Im Namen des Vereins Heimathaus dankte auch Fritz Bantscheff allen, die in der Vergangenheit zum guten Gelingen der Veranstaltung beitrugen und sich nach seinen Worten »mit viel Herzblut« engagierten. Er überreichte Susi Huber und ihrer Vorgängerin Uta Dressler sowie Ortrud Fuchs in Vertretung für den verstorbenen Reinhold Fuchs je einen Blumenstrauß als kleine Anerkennung der Verdienste. Bürgermeister Klaus Ritter meinte an die Besucher gewandt: »Sie sind die Ur-Traunreuter, die Erbauer, die Menschen, die für die Stadt die Grundlagen geschaffen haben.«

Bei diesem letzten Munesiertreffen zeigte Hias Hausschmid aus Oberweißenkirchen ein von ihm gebautes Modell einer so genannten »Zelle«, wie sie in der Heeresmunitionsanstalt benutzt wurden. Sechs solcher Zellen seien in der engeren Sperrzone der Muna gestanden, die mit Maschendrahtzaun abgetrennt war und sich in etwa dort befand, wo heute die Firma BSH steht. Hausschmid erinnert sich noch gut: »Wir Einheimische wussten damals nicht, was da gebaut wird.« Im Radio habe er einmal eine Meldung gehört, dass im Wald in der Nähe von Traunstein eine Schokoladenfabrik errichtet werde. »Ziemlich bittere Schokolade war das«, lautete sein trockener Kommentar.

Unter den Besuchern kam an manchen Tischen die Idee auf, sich weiterhin zwanglos zu treffen und die Erinnerungen wach zu halten. mix