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Urnen-Stelen im neuen Friedhof

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Foto: dpa/Symbolbild

Petting – Über Form und Farbgestaltung der geplanten Urnen-Stelen war man sich im Gemeinderat rasch einig. Die Diskussion drehte sich um Details.


Die Entscheidung aber vertagte das Gremium auf die nächste Sitzung in drei Wochen. Bei einer Ortsbegehung hatte der Bauausschuss die Gemeindestraßen unter die Lupe genommen und präsentierte nun dem Gemeinderat eine Sanierungsliste mit einem Volumen von knapp 84 000 Euro.

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Von verschiedenen Anbietern hatte sich Geschäftsleiter Reinhard Melz Unterlagen schicken lassen. Ein Favorit war rasch gefunden. Schlanke Einzelstelen mit drei und vier Fächern übereinander sollen im Abstand und in leichtem Rund im neuen Friedhof dort platziert werden, wo zwei Kieswege ein natürliches Dreieck bilden. »Wir dachten an insgesamt 20 Fächer«, sagte Bürgermeister Karl Lanzinger. Eine spätere Erweiterung sei möglich. Wobei ein Fach Platz bietet für zwei größere oder drei kleinere Urnen. Der Korpus wird hellgrau sein, die Deckplatten dunkel. Er rechnete mit Kosten zwischen 12 000 und 17 000 Euro.

Christian Mayer vermisste eine Ablage für Blumen und Kerzen. »Das Ganze soll pflegeleicht sein«, widersprach Ludwig Prechtl. Auch Lanzinger betonte, die Hersteller hätten dringend davon abgeraten, es sei denn, es kümmere sich täglich jemand darum. Und selbst dann sei wohl Ärger vorprogrammiert. »Wer Blumen will, soll sich halt ein g'scheids Grab zulegen«, riet Roland Krammer. »Für Leute, die es pflegeleicht wollen«, sah auch Franz Vordermayer die Stelen.

»Klotzige Balkone« und »Nistkästen«

Mit »klotzige Balkone«, »Betonbunker« und »Nistkästen« kommentierten die Räte Beispielbilder, während Franz-Martin Abfalter die Frage aufwarf, ob 20 Fächer nicht ein bisschen viel seien. »Es soll eine Zeit lang ausreichen«, erwiderte Lanzinger, »sonst müssen wir gleich wieder anfangen.« Ludwig Prechtl war überzeugt: »Die sind schneller vergeben als gedacht.«

Mayer blickte auf die Laufener Lösung, wo man die Wahl zwischen einer Zweier- und einer Vierer-Kammer habe. Als auch Elvira Kraller darum bat, eine solche Variante nochmal zu prüfen, entschied man sich, die Entscheidung bis zur nächsten Sitzung zu vertagen.

Die Kosten für die Sanierung des Sur- und des Bräuwegs sind mit knapp 7000 und gut 3000 Euro überschaubar. Auch die Zufahrt Strohmeyer schlägt lediglich mit 4300 Euro zu Buche. »Vor den Kosten für die Sanierung der Straße Kirchhof – Sondershausen aber haben wir all die Jahre zurückgeschreckt«, gestand Lanzinger. Die Schätzung dafür liegt bei knapp 60 000 Euro.

Die Notwendigkeit kleinerer Maßnahmen sah der Bauausschuss bei Brandhofen und auf der Strecke Streulach – Putzham. Über die Länge dieser Sanierungsstrecke gingen die Ansichten im Rat allerdings auseinander. Bei Kirchberg geht es um eine Straßenentwässerung, wobei der Bürgermeister die Grundstücksfrage hier nicht geklärt sieht. Tätig werden möchte er erst, »wenn das notariell geregelt ist.« Zurückstellen will Lanzinger auch die Furtstraße, da die voraussichtlich im Rahmen der »Kernwegenetze« gefördert wird.

Biberschäden gibt es am Mühlbach bei Ringham. Dort plant die Gemeinde eine Uferbefestigung mit Steinen. »Dürfen wir das so ohne weiteres?«, zweifelte Ludwig Prechtl, während Lanzinger darauf verwies, dass dieser »Kanal« in der Sohle mit Steinen gebaut worden war. »Die ganze Strecke? Das ist doch unmöglich«, war Franz Vordermayer überzeugt. Den Biber könne man nicht verhindern, meinte Lanzinger, aber einer Unfallgefahr vorbeugen. Er schlug schließlich vor, einen Biberberater zu Rate zu ziehen und dann zu entscheiden. Damit waren die Kollegen einverstanden.

»Grundsätzlich nicht betroffen« sieht Lanzinger die Gemeinde Petting durch Pläne des Marktes Waging, an der Ottinger Straße einen Rewe- und Rossmann-Markt anzusiedeln, weshalb man keine Einwände vorbringen werde und am weiteren Verfahren auch nicht mehr beteiligt werden wolle. »Mich wundert das schon«, kommentierte Vordermayer die Pläne, »bei unserem kleinen Baugebiet in Ringham stört man sich an einem 'Sporn', hier aber geht so etwas in ganz anderen Dimensionen.«

Straßenbegleitgrün aus ökologischen Gründen

Insbesondere an Kreisstraßen mit begleitenden Radwegen soll Straßenbegleitgrün entstehen, was erst spät im Jahr gemäht wird; auf zunächst 40 Kilometern von 318 Kilometer Kreisstraßen. »Bei uns wären es die Abschnitte Petting – Kühnhausen und Kraxennest – Wimmern«, erläuterte Lanzinger den Wunsch des Landratsamts, das die Pflege übernehmen würde. Auch am Bankett wünscht sich der Kreis Blühstreifen, die allerdings von der Gemeinde zu pflegen wären. »Wir mähen sowieso nie«, meinte Geschäftsleiter Reinhard Melz dazu. »Wenn's der Bauer mäht, soll er«, ergänzte Klaus Haunerdinger, »wenn nicht, muss es halt die Gemeinde machen.« Lanzinger war es wichtig, dass die Bevölkerung weiß, hier werde nicht nachlässig gehandelt, sondern mit ökologischem Hintergrund. Melz sah darin den Effekt, Bienen anzulocken. »Und die landen dann auf der Windschutzscheibe.«

Anton Strasser vermisste eine sichere Radverbindung in Richtung Leobendorf. Besonders der Abschnitt im Wald mit wechselndem Licht und Schatten erschien ihm gefährlich. »Man kann auch anders fahren«, blickte Lanzinger auf Alternativen. Im Übrigen habe die Gemeinde hier keine Handlungsmöglichkeit und jeder Autofahrer müsse seine Fahrweise den Verhältnissen anpassen. »Besser ausschildern«, empfahl Krammer, aber »eine hundertprozentige Sicherheit wird es nicht geben.«

Dem Fischereiverein Petting gewährte die Gemeinde wie schon in den Vorjahren einen Zuschuss für die Kinder- und Jugendgruppe in Höhe von 300 Euro. »Passt schon«, meinte Kraller zu dieser Bitte. höf