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Unverzichtbares Beratungsangebot für Suchtkranke

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25 Jahre Fachambulanz im Caritas-Zentrum Traunstein. Die Mitarbeiter sangen für die vielen geladenen Gäste ein Lied mit einem selbstgedichteten Text. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Abhängigkeit von Rauschmitteln ist auch im Landkreis ein Problem, mit dem viele Menschen kämpfen. Alkohol-, Drogen-, Medikamenten- und Nikotinsucht, aber auch Essstörungen und Spielsucht entwickeln sich für viele oft zu einer echten Lebenskrise, meist einhergehend mit familiären Konflikten und Beziehungsstörungen. Eine der wichtigsten Anlaufstationen um Hilfe zu erhalten, ist die Fachambulanz Traunstein im Caritas-Zentrum. Vor 25 Jahren wurde die Fachambulanz gegründet. Im Pfarrheim in Heilig Kreuz fand der Festakt zu dem Jubiläum statt. Beschäftigte, ehemalige Mitarbeiter, aber auch Vertreter verschiedener Sozialdienste und Organisationen sowie Kommunalpolitiker waren gekommen, um die erfolgreiche Arbeit der Caritas-Anlaufstelle zu würdigen.


Die Arbeit der Fachambulanz sei ein unverzichtbarer Bestandteil im Bereich Prävention, Beratung und Behandlung geworden, meinte Bezirkstags-Vizepräsidentin Friederike Steinberger. »Ihre Angebote sind unverzichtbar«. Landrat Siegfried Walch würdigte das »große persönliche Engagement« von denjenigen, die die Arbeit getragen haben. Der Landkreis sei sehr froh, dass es diese Einrichtung gebe, um Menschen zu helfen und sie auf dem Weg aus der Sucht zu begleiten. Dass die Traunsteiner Fachambulanz auch in Fachkreisen sehr geschätzt werde betonte Dr. Mignon Drenckberg vom Diözesan Caritasverband München und Freising. »Von Traunstein gingen fachliche Impulse und Innovationen aus.« In der Rückschau der Arbeit hätte sich gezeigt, dass sich für viele Menschen die persönliche Situation verbessert habe.

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Schockierende Zahlen nannte Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel vom Institut für Therapieforschung in München. So seien beispielsweise rund 3,5 Millionen Menschen mit einer klinisch relevanten Störung alkoholabhängig. 2,5 Millionen Bürger würden in Deutschland illegale Drogen konsumieren. Auch die Zahlen von Abhängigen bei Glücksspielen oder Online-Abhängigkeiten seien alarmierend. Die Fachambulanzen seien in der Arbeit zur Hilfe gegen die verschiedenen Süchte »mittendrin statt nur dabei«. Veränderte Suchtverhalten der Betroffenen sei auch eine Herausforderung für die Mitarbeiter, die oft mit neuen Themen und Problemen konfrontiert würden.

Dr. Bettina Waldhelm-Auer, die zusammen mit der Fachdienstleitung Emöke von Kotzebue-Tchiombane die Feier moderierte, gab einen statistischen Überblick über die Fachambulanz. Viele der 23 Beschäftigten hätten sucht- und familientherapeutische Zusatzausbildungen. Auch Fachärzte seien im Team der Fachambulanz. 1144 von einer Sucht betroffene Menschen habe man beraten und betreut, ein Drittel davon seien Frauen. Zu zwei Dritteln sei Alkohol das Hauptproblem bei den Suchtkranken gewesen. Unter diesen seien auch 37 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung gewesen. Gerade vor diesem Hintergrund gewinnen Präventionsangebote an Bedeutung. Mit diesen habe man rund 5500 junge Leute erreicht.

Die Mitarbeiter sangen ein selbstkomponiertes Lied auf Basis des bekannten Stücks »Always look on the bright side of life« und zeigten dabei in humorvoller Weise die Tätigkeiten der Mitarbeiter in den einzelnen Beratungs- und Behandlungsbereichen auf.

Für die Gäste interessant war der Fachvortrag des Münchner Facharztes für Psychosomatische Medizin, Dr. Helmut Kolitzus, der zum Thema »Burn out« ein eigenes Programm mit dem Ziel einer Steigerung der Lebensfreude entwickelt hat. Etliche Mitarbeiter waren im Anschluss noch beim »Ehemaligen-Treffen« und tauschten Erfahrungen über Kürzliches und Vergangenes aus. awi