weather-image
26°

Unverbogen und zeitlos

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Für einen großartigen Konzertabend sorgte Schorsch Berger mit seiner neuen Band »Schorsch« in der Theater-Strickerei Grabenstätt. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Der »Berger Schorsch« ist ein Vollblutmusiker und -sänger – authentisch, unverbogen, einfach sympathisch und, wonach wohl jeder Künstler strebt, zeitlos.


Zeitlos und mit einer starken Botschaft versehen war auch das erste Lied »Leb dei Lebm«, das er mit seinen Musikerkollegen in der gut besuchten Theater-Strickerei zum Besten gab. »Das könnt ihr in 50 Jahren auch noch hören, naja a paar von euch vielleicht nimma und i werds dann wohl a nimma spieln«, kündigte der Schorsch das Stück an und hatte so die Lacher gleich auf seiner Seite. »Schorsch«, so heißt nicht nur der Bandleader und Frontman Berger (Gesang und Gitarre), sondern auch die frühere »D'Schorsch-Berger-Band«, zu der auch der Ausnahmegitarrist Dusan Pavlak (E-Gitarre und Gesang), Musikerurgestein Beli Lichtenstein (Bass und Gesang), der in seiner langen Karriere auch schon mit Nina Hagen und Manfred Krug auf der Bühne stand, und der junge, ambitionierte Schlagzeuger Julian Steffl gehören.

Anzeige

Vor gut drei Jahren hatten sie nach und nach zusammengefunden und wie produktiv sie seitdem waren, zeigt sich nicht nur bei ihren Auftritten in Südostbayern und im nahen Österreich, sondern auch auf ihrer brandneuen CD »Schorsch«. »Die ersten 100 Stück unserer ersten CD sind heute pünktlich per Express eingetroffen. I gfrei mi wia a kloaner Bua«, strahlte der Schorsch und ging vor Freude immer wieder ab wie eine Rakete, die lange Mähne und der Rauschebart flogen, insbesondere dann wenn Dusan Pavlak zu seinen genialen Gitarrensolos ansetzte und alle in Ekstase versetzte.

Seit rund 40 Jahren macht Schorsch Berger mittlerweile Musik und liebt es, die unterschiedlichsten Stilrichtungen in ihr zu vereinen und nachdenklich-philosophisch-lustig-kritische Texte dazu zu schreiben. 1978 bis 1982 war er Bandleader der legendären Band »Häppie Donnaboik'n« und von 1997 bis 2008 Chef der »Schorsch-Berger-Band«. 1982 brachte er eine Platte heraus, 1987 folgte eine Kassette und nun endlich die erste CD mit »MundArtmusik für Seele, Herz und Hirn« und großartigen Stücken wie »Jugndtraum«, »Host du koan Guru«, »Roboter«, »Oiss hod sei Zeit«, »Da lange Weg«, »Und täglich grüßt das Murmeltier«, »Clever & smart« und »Ärger mitm Berger« – die Besucher waren begeistert. Applaus und Jubel ernteten die Musiker auch für ihren grandiosen »Bayern«-Song, in dem Berger sogar jodelte.

Das Stimmungsbarometer schlug immer wieder weit aus, doch zum Konzertende, als Berger das Lied »Hey Oida« ankündigte, wurde es ganz ruhig, denn geschrieben hat er es für seinen viel zu früh verstorbenen Sohn. »Hey Oida, des war unser Gruß und des wird er wieder sein, wenn wir uns wiedersehen«, so der Schorsch. Ein echter Cowboy gebe nicht auf und ein Indianer schon dreimal nicht, outete er sich als großer Western-Fan, der das Leben in vollen Zügen genießt und das nicht nur auf der Bühne.

Die offizielle CD-Präsentation ist am 16. Dezember in Mietenkam. mmü