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Unterwössen wird Sitz des neuen Pfarrverbands

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Er wird der neue Leiter des Pfarrverbands: Martin Straßer aus Reit im Winkl. (Foto: Flug)

Unterwössen – Die Gründung des neuen Pfarrverbands aus den Pfarrgemeinden St. Martin in Unterwössen, Mariä Sieben Schmerzen in Oberwössen, St. Remigius in Schleching und St. Pankratius in Reit im Winkl zum Pfarrverband Oberes Achental steht unmittelbar bevor: Weihbischof Wolfgang Bischof wird sie in einem Pontifikalgottesdienst am Samstag, 12. Dezember, um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Pankratius in Reit im Winkl vollziehen. Sitz des Pfarrverbands wird Unterwössen sein. Pfarrverbands-Leiter Pfarrer Martin Straßer wohnt in Reit im Winkl.


Zum Pfarrverband Oberes Achental werden rund 5000 Katholiken zählen – in Oberwössen 639, in Reit im Winkl 1652, in Schleching 1183 und in Unterwössen 1673, teilt die Erzdiözese mit. Neben den genannten Kirchen gehören auch die Wallfahrtskirche Mariä zu den Sieben Linden in Schleching-Raiten und die Streichenkirche über Schleching hinzu.

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»Es mangelt an Priestern«

Pfarrverbände werden derzeit überall in Deutschland gegründet. Auch die Erzdiözese München und Freising trägt den Veränderungen im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben Rechnung. Sprecherin Bettina Göbner sagt: »Die Kirche nimmt wahr, dass volkskirchliche Begegnungen zurückgehen. Es mangelt an Priestern. Die Lebensräume vergrößern sich.« Die Kirche trage dem Rechnung, dass sich unterschiedliche Milieus in der Gesellschaft gegeneinander abgrenzten. Den richtigen Zeitpunkt für eine Strukturänderung im Achental sah die Erzdiözese 2013: Pfarrer Johann Spiolek in Reit im Winkl und Pfarrer Klaus Wernberger in Unterwössen, Oberwössen und Schleching traten in Ruhestand.

Mit dem Amtsantritt von Pfarrer Martin Straßer Ende 2013 begann der Aufbau des Pfarrverbands. Es galt, die Zusammenarbeit aufzubauen und Absprachen zu treffen. Maßgebliches Gewicht kam dem Pfarrverbandsrat zu. Er ist – wie der Pfarrgemeinderat – ein eigenständiges Organ, in dem Laien pastorale Fragen mitberaten. Sie fördern das Bewusstsein für das Miteinander über Gemeindegrenzen hinweg, beraten den Seelsorgeplan vor oder planen gemeinsame Veranstaltungen.

Dabei wird die Eigenständigkeit aller Gemeinden im Verband erhalten. Was eine Gemeinde selbstständig regeln kann, soll bei ihr bleiben. Einerseits solle das kirchliche Leben in den Pfarreien lebendig bleiben, andererseits sei eine enge Zusammenarbeit gewünscht und sinnvoll, so Göbner.

Die Zusammenarbeit der Pfarreien in Pfarrverbänden und die Ausstattung der Pfarrverbände mit Personal weist grob der Strukturplan der Erzdiözese aus. Für den Pfarrverband Oberes Achental sind zwei Priester und ein pastoraler Mitarbeiter vorgesehen: Pfarrer Martin Straßer und Pater Jim (Pater Jim Vadakkumparambil John O. Carm). Die Stelle für den pastoralen Mitarbeiter hofft die Erzdiözese möglichst bald besetzen zu können. Weiter gehören zum Seelsorgeteam Pfarrer Josef Kreuzpointner und Pfarrer Paul Voggenauer, Religionslehrer Hans-Josef Schmitz und die zwei Diakone Klaus Mühlberger und Erik Oberhorner. Wie sie die Aufgaben aufteilen, entscheiden sie gemeinsam.

Pfarrverbandsleiter Martin Straßer sieht sich mit den Pfarrgemeinden auf einem guten Weg. Vieles sei erreicht, der Umgang freundlich, die Arbeit konzentriert und fruchtbar. Ungefähr alle drei Monate trifft sich der neue Pfarrverbandsrat seit Februar, berichtet Straßer. Er ist als Leiter des Pfarrverbands von Amts wegen Mitglied. Ebenso Pater Jim.

Weiter zählen die Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte und jeweils ein Delegierter aus dem Pfarrgemeinderat hinzu: für Reit im Winkl Christine Neumaier und Walter Petersen, in Schleching Petra Mix und Stefanie Prasser, für Oberwössen Maria Meier und Johannes Weber und in Unterwössen Stefan Steinbacher und Markus Guggenbichler.

Gemeinsames Logo wird derzeit erarbeitet

Den Namen Pfarrverband Oberes Achental haben die Gremien in den Pfarrgemeinden erarbeitet. Generalvikar Peter Beer hat ihn bestätigt. Beer ist als Generalvikar Behördenchef an der Spitze des Erzbischöflichen Ordinariats. Er verantwortet die Verwaltungsangelegenheiten der Erzdiözese und unterstützt so Erzbischof Kardinal Reinhard Marx. Auf ähnlichem Weg entsteht derzeit ein gemeinsames Logo des Pfarrverbands.

Pfarrverbandssitz ist Unterwössen, Wohnsitz des Pfarrverbandsleiters Reit im Winkl. Zunächst sollte der Sitz in Reit im Winkl sein. Ausschlaggebend für Unterwössen waren nach neueren Überlegungen der dortige Sitz von Mittelschule und Kindergarten. Der Kindergarten Unterwössen ist der größte im Pfarrverband. Die Pfarrkirche St. Martin ist die Kirche mit dem größten Fassungsvermögen. Aufgrund der vorherigen Konstellation, als Pfarrer Wernberger bereits Schleching, Ober- und Unterwössen betreute, hatten sich erste Verwaltungsstrukturen auf Unterwössen konzentriert. Auch die geografischen Gegebenheiten haben eine Rolle gespielt. Dass Pfarrer Martin Straßer in Reit im Winkl wohnt, entspricht dem Wunsch der Diözese.

Auch nach dem Pontifikalgottesdienst wird weiter an den Strukturen im Pfarrverband gearbeitet. Nun sind die Kirchenverwaltungen der einzelnen Pfarreien aufgefordert zu kooperieren und einen Verwaltungs- und Haushaltsverbund zu schließen. lukk