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Unterwössen lebt den Geist der Gemeinschaft

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Die Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental schoss erst am Hang über dem Talkessel in Oberwössen mit Kanone und Böller mehrfachen Salut, eine Stunde später trat sie am Bichlhof über Unterwössen an. (Foto: Flug)

Unterwössen. Den krachenden Auftakt des Weihnachtsfestes am Heiligen Abend, das Christkindlanschießen in Ober- und Unterwössen, erlebten Einheimische und Weihnachtsgäste wie im Vorjahr auf grüner Wiese. Zwischen den mehrfachen Böller- und Kanonensaluts der Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental setzten die Schlechinger Alphornbläser musikalische Akzente. Der Hausherr am Unterwössner Bichlhof, der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler, überraschte die Gebirgsschützen und Schaulustigen mit einer bemerkenswerten, kurzen Rede aus dem Stegreif.


Köhler blickte zurück auf das Jahr und die Krise in Deutschland. Er meinte, dass die Bundesrepublik diese »ganz gut gemeistert, aber noch nicht ausgestanden habe«. Köhler riet zu Vertrauen: »Setzen wir auf die Politiker und die Große Koalition, dass diese ihre Versprechen einlösen werden.« Dann hätten alle gute Aussichten, die Zukunft zu meistern.

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Die Zukunft liege in vielen Händen, auch in denen des Achentals. Als Beispiel nannte er das Ökomodell Achental »wie es leibt und lebt«. Das Ökomodell sei Beispiel für gute, übergreifende Zusammenarbeit vor Ort und in der Region. Es sei ihm, Köhler, Zeichen für Kraft und Zuversicht. »Und gerade die Kraft aus der Region trägt die Bundesrepublik.«

Aus der Presse habe er von dem Zuzug der Asylbewerber nach Oberwössen erfahren, so Köhler weiter. Es sei ein holpriger Start gewesen, der offensichtlich auf Kommunikationsmängeln gründe. Umso mehr sollten jetzt alle beitragen, die entstandene Situation gut zu meistern. Er freue sich über den Helferkreis, der sich bereits jetzt gebildet habe, das Schicksal der Asylbewerber zu mildern. Einmal mehr erweise sich das Ehrenamt als Schlüssel in schwierigen Situationen. »Unterwössen lebt den Geist der Gemeinschaft und der Gemeinsamkeit«, wurde Köhler eindringlich. Das solle auch Richtschnur in der neuen Situation sein. »Weihnachten ist immerhin das Fest der Nächstenliebe«, schloss Köhler und erntete spontanen Beifall.

Bürgermeister Hans Haslreiter hatte in seiner Begrüßung das Christkindlanschießen eine besondere Veranstaltung an einem besonderen Tag genannt. Er freute sich sehr über den Besucherzuwachs gegenüber dem Vorjahr und lobte die Verlässlichkeit der ausführenden Gebirgsschützen. Das Christkindlanschießen sei ein schöner Brauch, den er ein letztes Mal als Bürgermeister erlebe. Haslreiter riet nachdrücklich, diese Tradition auch in der Zukunft zu leben.

Den Gedanken griff Köhler auf. Er beglückwünschte die Gebirgsschützen zu diesem schönen Brauch. Kursierende Zweifel, dass der mit einem neuen Hausherrn am Bichlhof gefährdet sei, hätten jeder Grundlage entbehrt. Die Zukunft dieser Veranstaltung an diesem Ort sei aus seiner Sicht gesichert.

Der Hauptmann der Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental Georg Haslberger bedankte sich für die lobenden Worte und die Zusage. Weil es Weihnachten sei, habe er ein Geschenk mitgebracht. Er schenkte eine Ehrenkarte für die Familie Köhler zum Bataillonsfest der Gebirgsschützen Inn/Chiemgau im Juli in Unterwössen. Für die Hausherrin Eva Luise Köhler gab es vom Bürgermeister ein Kochbuch der Bürgermeisterfrauen aus der Region. lukk