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Unterschriftenaktion für Änderung der Pflegestufen

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Grabenstätt. »Unser Mitgliederstand beträgt heute 369 Mitglieder, das ist ein Rückgang um sechs Personen«, betonte der Grabenstätter VdK-Ortsvorsitzende Rudi Göbel bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Grabenstätter Hof.


Für die Helft-Wunden-Heilen-Sammlung seien wieder alle zehn Vorstandsmitglieder unterwegs gewesen, lobte Göbel alle Spender und Sammler. »Unsere beiden Pflegebegleiter Roswitha Hauke und Christa Dahlhausen haben sich auch wieder tatkräftig bei der Betreuung von Pflegebedürftigen engagiert«, lobte er. Bewährt habe sich zudem der Anfang des Jahres eingeführte VdK-Kaffeenachmittag, der vierteljährlich jeweils am letzten Montag im Januar, April, Juli und Oktober im Gasthaus Chiemseebräu stattfinde und sehr gut angenommen werde.

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Zudem habe man wieder viele Bürger in Notlagen unterstützt. »Wir werden bemüht sein, die Nöte eventuell auch mit Unterstützung Dritter zu lindern, wenn wir sie nicht ganz beheben können«, versicherte Göbel und schickte die Bitte hinterher: »Bitte sprechen Sie uns an, wenn Ihnen Schicksale bekannt sind, die eventuell Hilfe benötigen«. Kassierin Angie Zens erinnerte an 51 Besuche zu Geburtstagen, 15 Krankenbesuche, 27 gewährte Beihilfen für verschiedene Haushalte oder Personen und diverse Weihnachtsbesuche bei über 80-jährigen Mitgliedern. Kleine Präsente erhielten auch Bewohner in den Seniorenheimen, die keine Angehörigen mehr haben.

Reisen und Ausflüge führten den VdK-Ortsverband in die Schweiz, auf den Trattberg im Salzburger Land, nach Abensberg und zum Kloster Weltenburg sowie ins Kaiserbachtal. Gut besucht gewesen sei auch die Adventsfeier mit Sepp Hollerauer und besinnlicher Musik. Heuer plane man wieder einige Ausflüge, darunter von 2. bis 5. Juni eine Fahrt über Mainz ins Lahntal nach Limburg und Aufenthalten in Marburg und Würzburg.

Göbel ging noch auf die Verbesserung der sozialen Situation von Müttern ein, die vor 1992 Kinder geboren haben und bisher nur ein statt drei Erziehungsjahre auf die Rente angerechnet bekamen. Das zweite angerechnete Erziehungsjahr, das den Haushalt mit 6,5 Milliarden Euro belasten werde, sei leider noch keine völlige Gleichstellung. Konkret bedeute die Verbesserung pro Kind und Monat eine Rentenerhöhung um 28,14 Euro. Zuzüglich erfolge eine Rentenerhöhung zum 1. Juli um mehr als 1,6 Prozent. »Nicht in Ordnung ist die Finanzierung der Mütterente«, kritisierte Göbel. Da die Kindererziehung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, sollte sie auch von allen finanziert werden.

Das nächste große soziale Problem betreffe laut Göbel die Zukunftsfähigkeit der Pflegeversicherung. Es sei vorgesehen, einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff zu formulieren, der auch Demenz- und Alzheimerkranke erfasse. Die Einstufung solle nicht mehr nach Minuten, sondern nach der Selbstständigkeit erfolgen. Deshalb habe der VdK auch eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der man den Petitionsausschuss im Bundestag dazu bewegen wollte, sich unverzüglich mit der Umsetzung der Pflegereform zu befassen. 420 Grabenstätter hätten unterschrieben, freute sich Göbel und verwies auf erste positive Signale aus der Politik und auf eine Großveranstaltung mit VdK-Präsidentin Ulrike Mascher am 23. Mai im KuKo in Rosenheim.

Abschließend würdigte er alle Mitglieder für die Unterstützung und Aktivität, denn »nur gemeinsam sind wir stark und finden wir Gehör«. Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer lobte die gute Zusammenarbeit von Gemeinde und VdK. An Ort und Stelle soziale Verantwortung zu übernehmen, sei ungemein wichtig, denn nicht nur Senioren und Alleinerziehende könnten durch verschiedenste Umstände plötzlich in Not geraten, meinte die Stellvertretende VdK-Kreisvorsitzende Erika Stefanutti und erwähnte unter anderem den Familienstützpunkt in Übersee, den sie mit Uschi Geiger leitet. mmü