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Unterschriften für Öffnungszeiten am Vormittag

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Die verkürzten Öffnungszeiten der Raiffeisenbank in Traunwalchen führen in der Bevölkerung zu heftiger Kritik. Seit November letzten Jahres hat die Geschäftsstelle nur noch an zwei Tagen geöffnet. (Foto: Rasch)

Traunreut. Die seit November verkürzten Öffnungszeiten der Raiffeisenbank-Geschäftsstelle in Traunwalchen schlagen im Ort hohe Wellen. Langjährige Kunden stellen durch die Teilschließung der Schalterzeiten den guten alten Raiffeisengedanken, möglichst nah am Kunden zu sein, in Frage und drohen sogar, ihre Konten aufzulösen und zur ortsansässigen Konkurrenzbank zu wechseln.


In einer vom Männerverein Matzing-Traunwalchen und dem Frauenverein Traunwalchen gestarteten Unterschriftenaktion machen die Kunden jetzt ihrem Ärger Luft. Die 200 Unterzeichner fordern, die Schalterstunden am Vormittag von Montag bis Freitag wieder einzuführen und an einem Nachmittag zusätzlich zu öffnen. Seit dem 2. November 2012 hat die Geschäftsstelle in Traunwalchen für den Kundenverkehr nur noch an zwei Tagen in der Woche geöffnet: Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 12.30 und von 14 bis 16.30 Uhr.

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In einem Schreiben an die Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut beklagen die Kunden, dass 90 Prozent der Rentner keinen PC besäßen und große Schwierigkeiten im Umgang mit den Automaten hätten. »Denkt die Geschäftsleitung an die alten Leute gar nicht, ist nur die reine Profitgier für die Bank wichtig?«, heißt es in dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt. Die Idee Raiffeisens, möglichst nah am Kunden zu sein, sei wie weggeblasen, heißt es weiter. Die Unterzeichner, die damit drohen, ihre Konten aufzulösen und zur örtlichen Konkurrenz zu wechseln, hoffen jetzt auf ein positives Zeichen ihrer Hausbank.

Die Geschäftsführung der Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut bedauert diese Entwicklung, verweist aber gleichzeitig auf die wirtschaftlichen Gründe, die zu den verkürzten Schalter-Öffnungszeiten geführt hätten. Wie Vorstand Franz Hofmann gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt einräumte, habe die Kundenfrequenz dem allgemeinen Trend folgend deutlich abgenommen. In der Traunwalchner Geschäftsstelle sei ein gravierender Rückgang der Kundenfrequenz zu verzeichnen. Die Kundenkontakte hätten sich in den letzten Jahren verstärkt vom persönlichen Schaltergeschäft hin zum Online-Banking verschoben. Das Kundengeschäft verlagere sich zusehends auf das Internet und das Telefon, sagte Hofmann. Aus Sicht der Geschäftsleitung biete die Geschäftsstelle in Traunwalchen mit zwei Öffnungstagen in der Woche und einem SB-Bereich einen ausreichenden Service. Auf Wunsch biete das Genossenschaftsinstitut auch Hausbesuche an. ga