weather-image
20°

Unterkünfte für Asylbewerber gesucht

1.1
1.1

Waging am See – Einen dringenden Appell richtete Bürgermeister Herbert Häusl in der jüngsten Gemeinderatssitzung an die Waginger Bevölkerung, doch Unterkünfte für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen. Denn »privat ist bisher nichts passiert, nur die Gemeinde hat eine Wohnung zur Verfügung gestellt«, so Häusl.


Er wolle zwar keine Panik schüren, aber wenn in Waging nicht bald weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber angeboten werden könnten, müsste man möglicherweise damit rechnen, dass – wie etwa in Chieming – gemeindliche Gebäude, beispielsweise Turnhallen, als Unterkünfte bereitgestellt werden müssten. »Liebe Waginger«, so der Appell des Bürgermeisters, »schaut's, wo es Möglichkeiten gibt, wo Wasser, Heizung und Licht passen, egal wo.« – Damit meinte er, dass nicht nur zentrale Lagen direkt in Waging, sondern auch außerhalb in Frage kämen.

Anzeige

Häusls dringliche Aufforderung an die Bürger resultierte aus der jüngsten Bürgermeister-Dienstbesprechung, bei der die schwierige Lage ausführlich angesprochen worden war. Demnach gebe es im Landkreis bereits rund 1000 Asylbewerber, dazu noch eine ganze Reihe unbegleiteter Jugendlicher; 30 Asylbewerber pro Woche kämen neu hinzu. Man rechne damit, dass der Landkreis bis zum Jahresende etwa 1600 Plätze bereitstellen müsse. Daher habe Landrat Siegfried Walch mit Nachdruck an die Gemeinden appelliert, doch weitere Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Immerhin, so Häusl, werde ja auch etwas gezahlt dafür. Und, wenn man auf die Zeit nach dem Krieg zurückblicke, habe man ja schon viel schlimmere Zeiten überstanden, als in Waging die Zahl der Flüchtlinge genau so groß war, wie die Zahl der ursprünglichen Einwohner.

Es gebe derzeit wohl Gespräche in Bezug auf ein Mehrfamilienhaus, informierte Häusl, in dem 30 bis 40 Plätze geschaffen werden könnten; aber hier seien die Verhandlungen noch am Laufen.

Zweiter Bürgermeister Christian Reiter sprach an, dass in der gemeindlichen Wohnung in Tettenhausen mittlerweile bereits zwölf Asylbewerber wohnten, ursprünglich waren es neun gewesen. Von daher gehe die Sorge um, dass dort noch mehr einquartiert werden könnten. »Wir müssen mit geballter Kraft dafür sorgen, dass es nicht so weit kommt«, so Reiters Appell. Lob sprach er dem »unheimlich aktiven Helferkreis« aus, der sich um so vieles zu kümmern habe. Aber bei zwölf Personen stoße man allmählich schon an die Grenze. Die Fäden liefen bei Gemeinderat Hannes Obermayer zusammen, der sich sehr engagiert der Sache angenommen habe. Dafür gab es Applaus. he