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Unterkünfte für 200 Flüchtlinge

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Auf dem Festplatz in Traunreut ist die Errichtung von zwei Flüchtlingsunterkünften geplant. In zwei voneinander getrennten Gebäuden sollen Unterkünfte für insgesamt 200 Flüchtlinge geschaffen werden. Ende Mai 2016 sollen die Gebäude in Holzständerbauweise bezugsfertig sein. (Foto: Rasch)

Traunreut – Auf dem Traunreuter Festplatz, unmittelbar neben dem Mediamarkt, sollen zwei Gebäude errichtet werden, in denen jeweils 100 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Darüber wurde der Bauausschuss in seiner Sitzung von Martin Aschauer und Rudolf Mühlbauer vom Landratsamt Traunstein unterrichtet.


Geplant sind zwei voneinander getrennte Baukörper in Holzständerbauweise, die L-förmig situiert werden sollen. Noch vor Wintereinbruch sollen die Bodenplatten betoniert und im Februar dann mit der Gebäudemontage begonnen werden. Spätestens Ende Mai 2016 soll eingezogen werden. Für die Stadt bedeutet das, dass der betreffende Bereich des Festplatzes voraussichtlich in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht zur Verfügung stehen wird. Wie Bürgermeister Klaus Ritter auf Anfrage von Rosl Hübner (CSU) erklärte, werde sich die sogenannte Volksfest-Arbeitsgruppe um eine Alternativfläche bemühen. »Wir sind gerade am Sortieren.«

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Sieben Quadratmeter pro Asylbewerber

Bevor aber gebaut werden kann, muss das Bauvorhaben noch ein Genehmigungsverfahren durchlaufen. Ein erster Schritt wurde durch das gemeindliche Einvernehmen der Stadt Traunreut bereits hergestellt. Der Bauausschuss verständigte sich darauf, den Antrag der Wohnungsbau GmbH des Landkreises Traunstein, die betreffende Fläche von den Festsetzungen des Bebauungsplans zu befreien, mitzutragen.

Martin Aschauer erklärte, die Planung der Gebäude fußt auf festen Vorgaben der Regierung von Oberbayern. Beide Gebäudekomplexe (52 Meter lang und 12 Meter breit) sollen in Holzständerbauweise ausgeführt werden. Dieses System habe auch den Vorteil, die Gebäude bei Bedarf nachzujustieren, sagte Aschauer. In jedem Stockwerk (Erdgeschoß und Obergeschoß) befinden sich neben den Zimmern für jeweils zwei Personen eine Küche, ein Aufenthalts- und Speiseraum sowie ein Unterrichtsraum und die entsprechenden sanitären Anlagen. Der Freistaat Bayern garantiert sieben Quadratmeter pro Asylbewerber. Demnach teilen sich immer zwei Personen ein 14 Quadratmeter großes Zimmer. Sollten Familien einziehen, könnten die Zimmer durch Verbindungstüren erweitert werden, hieß es. Daneben sind ein kleiner Spielplatz und ein kleines Nebengebäude geplant, in dem auch die Heizungsanlage untergebracht werden soll. Die Unterkünfte sollen mit städtischer Fernwärme versorgt werden.

Die Forderung von Günther Dzial (SPD), auch Sitzmöglichkeiten im Freien zu schaffen, zumal sich die Leute erfahrungsgemäß viel draußen aufhielten, wurde als Anregung mit aufgenommen. Aschauer und Mühlbauer, die auf diesem Gebiet bereits Erfahrungen gesammelt haben, mussten aber viele weitere Fragen beantworten. Geregelt wird alles von der Regierung von Oberbayern. Es werde lediglich eine Verwaltungskraft eingesetzt und es gebe einen Hausmeister. Security-Personal ist nicht vorgesehen. Am Beispiel der Unterkunft in Grassau, in der 164 Flüchtlinge leben, wurde erklärt: »Dort läuft es gut.« Die dort lebenden Flüchtlinge versorgen sich selber. In Traunreut werde das gleiche Prinzip angewandt.

Zu 75 Prozent junge Männer

Sepp Winkler (Bürgerliste) bezweifelte, dass die Gemeinschaftsräume für so viele Menschen auch ausreichen. Die Erfahrung zeige, dass die Asylbewerber ihr Essen nicht nur im Speiseraum zu sich nehmen, sondern auch im eigenen Zimmer, hieß es. Auf Anfrage von Bernhard Seitlinger (CSU) erklärte Mühlbacher, dass es sich bei dem Personenkreis wahrscheinlich um Eritreer, Syrer und Afghanen handeln werde. Zu 75 Prozent seien es junge Männer. Seitlinger befürchtet: »Wenn das ohne Security abläuft, sind Probleme vorprogrammiert.« Auf Anfrage von Hans Peter Dangschat (CSU) teilte Aschauer mit, dass in den Gebäuden ein erhöhter Schallschutz, höher als der geforderte Standard, berücksichtigt werde.

Nach Angaben von Mühlbauer, handle es sich bei der Unterkunft um keine Dauerunterkunft. Die Flüchtlinge werden dort nur so lange wohnen, solange das Anerkennungsverfahren läuft. Ein Zeitfenster dazu, auch unter der Berücksichtigung der Neuregelung des Bleibe- und Abschiebungsrechts, konnte er nicht aufmachen. ga