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Unter der Mutter Bosch geht das Leben weiter

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Der BSH-Standort Traunreut hat für eine neue Herdreihe in neue Fertigungstechnologien im zweistelligen Millionenbereich investiert, unter anderem in eine vollautomatische Backofen-Schweißstraße.

Traunreut – Die BSH Hausgeräte GmbH Traunreut, seit 5. Januar 2015 eine 100-prozentige Bosch-Tochter, blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurück: Über 2,2 Millionen Herde und Kochfelder wurden am Traunreuter Standort produziert. Auch im laufenden Jahr zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. »Wir liegen jetzt schon acht Prozent über Plan«, sagte der Standortleiter Günter Striegel am Donnerstag vor Medienvertretern. Parallel zu der hohen Auslastung wurde eine neue innovative Einbauherdreihe eingeführt. Produktionsstart der neuen Einbauherdreihe war am 1. September vorigen Jahres.


In die neuen Fertigungstechnologien wurde ein zweistelliger Millionenbetrag investiert. Unter anderem in eine vollautomatische Backofen-Schweißstraße, in ein neues Beschichtungsverfahren und in sechs neue Montagelinien. Damit sei eine nachhaltige Basis für die Produktion am Standort geschaffen worden, sagte Striegel. Und: »Der Prozess geht weiter. Stillstand wäre schlecht.« Dass die hohe Auftragsmenge zu schaffen sei, sei ein wesentlicher Verdienst der Mitarbeiter. »Ich ziehe den Hut vor den Mitarbeitern«, betonte der Werkleiter. Mit derzeit über 3000 Mitarbeitern ist Traunreut der größte deutsche BSH- Standort.

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Nach Angaben des Personalleiters Otto Rockel, wurden im vergangenen Jahr über 300 neue Mitarbeiter im Fertigungs- und Montagebereich und 50 im indirekten Bereich eingestellt. Davon seien 200 Leiharbeiter in ein Arbeitsverhältnis übernommen worden. Auch heuer sollen seinen Angaben zufolge weitere 30 Facharbeiter und 100 Leiharbeiter eingestellt werden. Zum Ausbildungsstand stellte er fest, dass hier rückläufige Bewerberzahlen zu beobachten seien. Die Ausbildungszahlen ließen deutlich nach, der Trend bewege sich in Richtung akademische Laufbahn. »Wir tun uns leichter beim Einstellen von Ingenieuren«, so Rockel. Für den Standort sei es deshalb eine große Herausforderung, junge Leute, die nach erfolgreicher Ausbildung in der Regel auch zu 100 Prozent übernommen werden, für einen Lehrberuf zu begeistern. Der Standort setzt deshalb auch heuer auf das Projekt »Zukunft Ausbildung« und weitere verstärkte Aktivitäten.

Nach Angaben des Münchner Konzerns wurden in allen Regionen neue Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt hat die BSH im abgelaufenen Jahr 3335 neue Stellen geschaffen und beschäftigte zum Jahresende 2014 rund 53 200 Mitarbeiter. In Deutschland waren etwa 16 000 Mitarbeiter für die BSH tätig, fast 830 mehr als Ende 2013. Der weltweite Stellenaufbau bezieht sich vor allem auf die Bereiche Produktion und Entwicklung.

Der Leiter der Entwicklung Herde, Dr. Roland Lepold, bezeichnete den Traunreuter Standort als das Rückgrat der weltweiten Produktion im Bereich Kochen. Mit den neuen Backöfen setze die BSH Maßstäbe im Premiumsegmet. Mit einem Aufwand von über 200 Millionen Euro sei die neue Herdreihe auch das größte BSH-Projekt in der Geschichte.

Noch mehr Transporte auf die Schiene

In der Logistik noch mehr auf die Schiene zu setzen hat sich bewährt. »Die Prognose vor vier Jahren war richtig«, sagte Logistikleiter Hans Bernhofer. Durch den Bau eines Containerterminals mit unmittelbarem Gleisanschluss an das deutsche Bahnnetz konnten die Überseetransporte nach Dubai, Australien, Neuseeland und China erheblich gesteigert werden. Ziel sei eine zusätzliche Verlagerung von Materialtransporten in das Werk auf die Schiene.

Wie Striegel abschließend mitteilte, fänden sich die Zahlen des Konzerns mit einem Umsatz von 11,4 Milliarden Euro auch in Traunreut wieder. Der Standort Traunreut, der seine Aufträge zuversichtlich und termingerecht erledige, habe durchaus zu diesem Rekordumsatz mit beigetragen. Die Fabrik Traunreut – so der neue Name – habe heuer auch allen Grund zum Feiern: Es wird nicht nur der 30-Millionste Herd vom Band laufen sondern auch das 20-Millionste Kochfeld. Striegel: »Das macht uns stolz.«

Anfang dieses Jahres hat die Siemens AG ihren Anteil am ehemaligen Gemeinschaftsunternehmen an die Robert Bosch GmbH verkauft, die nunmehr alleinige Gesellschafterin ist. In diesem Zusammenhang hat der Konzern zum 9. Februar seinen Namen von BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH in BSH Hausgeräte GmbH geändert. Die BSH wird auch künftig unternehmerisch weitgehend eigenständig agieren. Gleichzeitig profitieren beide Unternehmen gegenseitig von ihrem Technologie-Know-how. Die BSH will Innovationen unter anderem in den Bereichen Smart Home, Sensorik und Robotik weiter vorantreiben. Die Marke Siemens wird von der BSH im Bereich Hausgeräte langfristig weitergeführt. ga

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