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Unseriöse Jobangebote im Internet

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Immer häufiger verschicken Kriminelle elektronische Schreiben mit unseriösen Jobangeboten. Diese sollte man auf keinen Fall annehmen. (Foto: Brenninger)
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»Lukrativer Nebenverdienst« oder »Leichte Bürotätigkeiten von zuhause aus«: So oder so ähnlich lauten Jobangebote, die man immer wieder per Spam-Mail bekommt oder auf die Jobsuchende bei ihrer Eigenrecherche im Internet stoßen. »Organisierte Betrügerbanden offerieren zahlreiche Jobangebote im Internet«, betont Kriminalhauptkommissar Christian Weiß. »Gerade Personen, die sich möglicherweise in einer finanziellen Notlage befinden, sind oftmals potenzielle Opfer dieser Tätergruppierungen«, fügt der Leiter der Arbeitsgruppe Cybercrime bei der Kriminalpolizei Traunstein hinzu. Weiß warnt in unserer Serie »Sicher im Internet« eindringlich vor diesen Jobangeboten und weist auf die Masche der Betrüger hin.


»Nicht selten wird ein monatlicher Nebenverdienst von 1500 Euro und mehr versprochen«, sagt er. »Hierbei werden auf deren Webseiten Namen und Firmenauftritte von tatsächlich existenten Unternehmen benutzt und verfälscht«, führt er weiter aus. »Der Jobsuchende glaubt schließlich an die Seriosität und unterzeichnet später einen Vertrag, der ihm online per E-Mail übersandt wird.«

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Dahinter verberge sich jedoch ein sehr streng organisiertes, kriminelles System. »Die Jobsuchenden werden in Wirklichkeit als sogenannte Waren- und Finanzagenten benutzt«, warnt Weiß.

Das heißt: Durch die Täter werden die nach betrügerischen Onlinebestellungen erlangten, hochwertigen Artikel an die Warenagenten zugestellt. »Deren Aufgabe besteht dann darin, diese Warensendungen umzuetikettieren und in ein osteuropäisches Land an bestimmte Personen weiter zu senden«, erklärt Weiß. »Der gleicher Auftrag ergeht an die Finanzagenten, die den Tätern ihre Kontoverbindungsdaten übermitteln.«

Die meist nach sogenanntem »Phishing« im Zusammenhang mit dem Onlinebanking erlangten Geldbeträge werden auf das Konto der Finanzagenten verfügt. Diese wiederum werden angewiesen, die Beträge in bar abzuheben und zum Beispiel per Western Union, einem US-amerikanischen Anbieter von weltweitem Bargeldtransfer, ins Ausland zu überweisen.

Für die Opfer wird es dann doppelt bitter: »In allen bisher bekannten Ermittlungsverfahren kam es sowohl bei den Waren- und Finanzagenten zu keiner Auszahlung des Arbeitslohnes«, sagt Weiß. »Vielmehr mussten sich alle Personen wegen eines Vergehens des Verdachts der Geldwäsche vor Gericht verantworten«, fügt er hinzu. Sein Rat: »Gehen Sie deshalb nie auf derartige Arbeitsverträge ein, auch wenn diese noch so seriös erscheinen!«

Die Tipps unserer Serie »Sicher im Internet« können Sie auch im Internet auf unserer Homepage www.traunsteiner-tagblatt.de unter der Rubrik Service abrufen. SB