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Unmut über verzögerte Schutzgebietsausweisung

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Übersee. Mit einem Anstieg der Mitgliederzahlen, einer guten Wasserqualität und dem einstimmig verabschiedeten Haushalt 2013 hat es in der, mit nur rund 30 Mitgliedern schlecht besuchten, jährlichen Ausschusssitzung des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Übersee im Gasthof zur schönen Aussicht einige gute Nachrichten gegeben. Heiße Diskussionen, Ärger und Unmut löste allerdings das nach anderthalb Jahren noch immer nicht abgeschlossene Verfahren zur Ausweisung des Wasserschutzgebietes Aumühle beim Wasserwirtschaftsamt Traunstein aus.


Bereits im September 2011 hatte der WBV Übersee die für die Ausweisung erforderlichen Unterlagen nach Traunstein geschickt. »Seither prüft ein Geologe die Machbarkeit«, erklärten Vorsitzender Matthias Stöger und Geschäftsführer Winfried Hannappel. Zwischenzeitlich hätte es noch einmal Rückfragen wegen Kleinigkeiten gegeben, die seien aber im vergangenen August erledigt worden. Eine Entscheidung lasse noch immer auf sich warten.

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Verband bereits von einem Grundstücksbesitzer verklagt

Eine Rechtssicherheit sei umso dringlicher geworden, weil ein Grundstücksbesitzer, der im Schutzgebiet bauen will, die WBV bereits verklagt habe. »Sollte die Verordnung über die Ausweisung kommen, wäre aber das Bauen dort untersagt«, umriss Vorstand Stöger die missliche Lage. Auch stünde die Frage von hohen Entschädigungskosten im Raum.

Etliche Ausschussmitglieder waren empört und verlangten vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein endlich eine Entscheidung. Auch der Ruf nach möglichen anderen Ausweisungen wurde laut, der aber enttäuscht werden musste, weil es den Verantwortungsträgern zufolge »keine entsprechenden Gebiete gibt«.

In seinem Rückblick bezeichnete Vorsitzender Matthias Stöger 2012 als ein Jahr der ganz großen Baumaßnahmen. Insgesamt sind nahezu zwei Kilometer an Hauptleitungen für rund 154 320 Euro verbaut worden. Positiv habe sich der Mitgliederstand dank 16 Neuzugängen auf insgesamt 1292 Mit-glieder ausgewirkt.

Laut Stöger könnten mittel- bis langfristig einige Kosten auf den WBV zukommen. So hätte eine Untersuchung des Hochbehälters ergeben, dass demnächst eine Sanierung der Innenflächen erforderlich sei. Außerdem stünden Ausgleichszahlungen für Grundstückbesitzer im Schutzgebiet Bachham an, die wiederum einen Anstieg des Wasserpreises erwarten ließen.

Größte Baumaßnahme 2012 war die Wolferstraße

Auf die umfangreichen Baumaßnahmen im vergangenen Jahr ging Geschäftsführer Winfried Hannappel in seinem Tätigkeitsbericht ein. Auf der Agenda standen die Erneuerungen von Haupt- und Hausanschlussleitungen in der Wolfer- und der Moosenerstraße, am Zusammenschluss der Westspange, am Seeweg, im Neubaugebiet Hochriesweg und in Seethal. Mit 550 Metern an Hauptleitungen, 15 Hausanschlüssen und einem Kostenaufwand von 68 200 Euro war die Wolferstraße dabei das größte Projekt. Darüber hinaus hätten Reparaturen am Leitungsnetz und an Hausanschlüssen, Rohrbrüche sowie Pflegemaßnahmen die Arbeit des WBV bestimmt.

Insgesamt seien laut Hannappel in Aumühle und Bachham zusammen über 300 000 Kubikmeter Wasser und damit geringfügig mehr als 2011 gefördert worden und zwar mit einem vergleichsweise geringen Wasserverlust von 5,16 Prozent. Für Trinkwasser-Untersuchungen hatte man 46 Proben entnommen, die keinerlei Beanstandungen ergaben.

Wie Hannappel informierte, wies der steuerliche Jahresabschluss 2012 – bei einem Volumen im Verwaltungshaushalt von rund 376 000 Euro und im Vermögenshaushalt von rund 90 000 Euro – einen Verlust von 1100 Euro auf. Der Haushaltsplan für 2013 gleicht sich im Wesentlichen an die letztjährigen Zahlen an. bvd