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»Unkomplizierte, schnelle Hilfe bei Schaden«

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Teisendorf – Einen Gesamtschaden von 32 600 Euro bewältigte der Nothilfeverein Roßdorf und Umgebung 2016 in nachbarschaftlichem Zusammenwirken. Damit half er bei drei Brandunglücken in Hausmoning, Surbergbichl und Saaldorf. In der Jahreshauptversammlung im Gasthof Helminger in Rückstetten erhielten die Mitglieder einen Überblick über die Arbeit des traditionellen Versicherungsvereins.


Solche alten Vereinigungen, einst aus der Not heraus gegründet als Nachbarschaftshilfe, seinen »kein alter Hut«, betonte Bürgermeister Thomas Gasser. Sie seien bis heute gefragt. Er zollte der Vereinigung Respekt für ihre unkomplizierte und schnelle Hilfeleistung im Schadensfall. Die Abwicklung sei durch zunehmende Bürokratie in den vergangenen Jahren nicht einfacher geworden. Gasser wünschte dem 1896 gegründeten Verein, dass die Mitglieder dessen »Nothilfe« so wenig wie möglich brauchen.

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Die Zahl der Mitglieder stag-niere derzeit, berichtete Schriftführer und Kassier Alois Stadler: Sie pendelte sich in den letzten Jahren bei gut 1470 ein. Gab es Ende 2015 noch 1474 Mitglieder, so zählte der Verein Ende 2016 nur noch 1472 Mitglieder. Diese teilen sich 318 160 Anteile. Pro Anteil beträgt der derzeitige Leistungssatz nach geschätztem oder festgestelltem Schaden 200 Euro. In die Versicherung aufgenommen werden kann jedes Gebäude im Geschäftsbereich, das bei einer Gebäude-Brandversicherung versichert ist. Die mögliche Höchstversicherung liegt bei 400 Anteilen; mindestens erforderlich sind zehn Anteile.

Die 16 Obmänner der beteiligten Orte in den Gemeinden Teisendorf, Freilassing, Surberg, Saaldorf-Surheim und Siegsdorf arbeiten ohne Entgelt, da eine Entschädigung über die Bundesknappschaft viel bürokratischer Aufwand wäre. Zum Ausgleich werden sie ein Mal im Jahr zum Essen eingeladen.

Der 2016 bewältigte Gesamtschaden teilt sich auf in 5100 Euro für einen Brandschaden in Hausmoning, 1100 Euro für einen Blitzschaden in Surbergbichl und 26 400 Euro für einen Bauernhof-Brand in Saaldorf. Der Saaldorfer Landwirt habe zwei Tage nach dem Brand bereits das Geld auf dem Konto gehabt, nachdem am Tag nach dem Brand die Obmänner den Schaden gemeinsam geschätzt hatten, so Stadler. Unterstützung geleistet wird bei Brandfällen, schweren Sturm- und Wasserschäden, Erdrutsch oder sonstigen Not- und Unglücksfällen für Verluste durch hervorgerufene Betriebsstörung oder Verdienstausfall, wenn diese durch Sachversicherungen nicht gedeckt sind.

Die Einnahmen des Vereins begrenzten sich im vergangenen Jahr auf die Zinseinnahmen von gut 490 Euro. Nach Verrechnung mit den Ausgaben von knapp 34 900 Euro ergab sich ein Verlust von 34 408 Euro. Dieser wird laut Stadler aus den Sonderrücklagen gedeckt, die sich zum Jahresende noch auf 239 841 Euro beliefen. Höhere Rücklagen musste der Verein laut Stadler bilden, weil ein offizielles Schreiben 1996 dies gefordert habe. Ein neues Schreiben habe nun klar gestellt, dass kleine Versicherungsvereine doch nicht so viele Rücklagen benötigen.

»Wie lange wollt Ihr die Rücklagen abbauen?«, fragte ein Besucher. Der Kassier erläuterte, geplant sei der Abbau der Reserven bis zu einem Restbetrag von 100 000 Euro. »Wir zahlen 's halt nicht aus, sondern nehmen 's für Schäden her«, erklärte er. In dieser Zeit würden für die Abwicklung von Schäden keine Beiträge von den Mitgliedern erhoben.

Mit Fotos stellte die Vorstandschaft den Besuchern alle 16 Obmänner vor. Schon seit den 70er-Jahren üben Stefan Kern für Straß, Hermann Mayer für Vogling und Franz Gebhard für Surberg ihr Amt aus. In den 80ern kamen Alois Thanbichler für Lauter und Maria Rinner für Oberteisendorf dazu, in den 90ern Hans Willberger für Freidling, seit 2012 Vorsitzender, Hans Grabner für Holzhausen und Andreas Maier, seit 2004 zweiter Vorsitzender, für Roßdorf.

Relativ »junge« Obmänner sind Sepp Herbst für Ainring – er war seit 1974 schon Stellvertreter, Albert Standl für Freilassing, Andreas Eder für Saaldorf, Andreas Buchwinkler für Surheim, Georg Reiter für Neukirchen, Lorenz Thanbichler für Rückstetten, Michael Hofhamer für Teisendorf und Hans Willberger für Weildorf. Stadler erklärte, er suche für eines seiner beiden Ämter einen Nachfolger. Altbürgermeister Fritz Lindner warb für den Beitritt zum Bestattungskosten-Beihilfe-Verein Teisendorf und nähere Umgebung. vm