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Unklar ist, ob nächstes Jahr schon gebaut werden kann

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Die Franz-Eyrich-Halle soll Ende 2017 abgerissen werden, mit der Umgestaltung des Parks wird dann im Frühjahr 2018 begonnen, »damit wir 2019 zum Jubiläum fertig sind«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. Die Bäume vor der Halle sollen aber erhalten bleiben. (Foto: Reiter)

Traunstein – Der Stadtrat vergab in seiner jüngsten Sitzung die Planungsleistungen für die Errichtung eines Salinenparks. Im Haushalt 2017 werden dafür 80 000 Euro eingestellt. Beauftragt wurde das Büro Mahl-Gebhard-Konzepte aus München. Außerdem ging es um das neue Baugebiet in Traunstorf (wir berichteten).


Ernst Haider (UW) kritisierte in Bezug auf den Salinenpark die Höhe der Planungskosten. »Wir wissen ja, wieviel Geld wir zur Verfügung haben. Wenn wir für die Planungen viel ausgegeben, dann haben wir entsprechend weniger für die Umbauarbeiten.« Ähnlich sah das Stephan Hadulla (Grüne): »Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Planungen soviel Geld kosten.«

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»Mir hätte ein Salinenhotel besser gefallen«

Wolfgang Osenstätter (CSU) verstand nicht, warum hierfür ein Büro aus München genommen wird. »Das machen doch auch viele Leute hier vor Ort. Die könnten wir dann auch an der Nase packen, wenn etwas nicht passt«, sagte er und ergänzte: »Mir hätte ein Salinenhotel mit einem einheimischen Investor eh besser gefallen.«

Das sah Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) anders. »Es ist eine tolle Sache, dass dort ein Park entsteht. Wir brauchen ein Hotel, aber nicht an dieser Stelle. Die Stadt hat mit der Saline eine Historie, die nicht verbaut werden darf«, betonte die dritte Bürgermeisterin. Sie erwähnte in diesem Zusammenhang auch das 400-Jahr-Jubiläum von Saline, Soleleitung und Holzdrift, das im Jahr 2019 gefeiert wird.

Mit 13 zu 9 Stimmen votierte der Stadtrat schließlich dafür, die Planungsleistungen für die Freianlagen an das Büro Mahl-Gebhard-Konzepte in München zu vergeben. Zur Begründung hieß es vonseiten der Verwaltung: »Dieses Büro hat bereits im Rahmen der Landesgartenschau-Bewerbung Vorstudien entwickelt und ist mit der Aufgabenstellung bestens vertraut.«

Zum Zeitplan: Die Franz-Eyrich-Halle und die Kurt-Binder-Halle sollen Ende 2017 abgerissen werden, mit der Umgestaltung des Parks wird dann im Frühjahr 2018 begonnen, »damit wir 2019 zum Jubiläum fertig sind«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Auf die Frage, ob ein Jahr für die Gestaltung des Parks nicht knapp bemessen sei, sagte Kegel: »Nein, das schaffen wir gut.«

Ein neues Wohngebiet soll östlich des Ortsteils Traunstorf entstehen. Einer Änderung des Flächennutzungsplans in ein Allgemeines Wohngebiet und der Aufstellung eines Bebauungsplans stimmte der Stadtrat zu. »In dem Bereich gibt es einen Biomarkt, an den wir nahe ranrücken«, sagte Waltraud Wiesholler-Niederlöhner. »Da gibt es keine Knautschzone. Nicht, dass der Markt irgendwann Probleme bekommt«, gab sie zu bedenken.

Oberbürgermeister Christian Kegel sah eher einen Vorteil für den Biomarkt, wenn dort ein Wohngebiet entsteht. »Da kommen viele neue Familien, die vielleicht dort einkaufen.«

Bernhard Glaßl, der Sachgebietsleiter der Stadt für Bauleitplanung und Baugenehmigungen, ergänzte, dass ein Biomarkt in einem Wohngebiet grundsätzlich zulässig sei. Doch selbstverständlich werde abgeklärt, ob hier ein Lärmschutz nötig werde oder nicht. »Wir sind jetzt erst beim ersten Schritt«, betonte er.

Geplant ist, dass 60 Prozent der neuen Grundstücke in Traunstorf im Ansiedlungsmodell an weniger betuchte Familien vergeben werden, 40 Prozent sind frei verkäuflich. Auf die Frage, wann die ersten Familien dort bauen können, sagte Stadtkämmerer Reinhold Dendorfer: »Wir wollen natürlich möglichst schnell Baurecht ermöglichen. Aber ob das im kommenden Jahr noch klappt, ist ungewiss.«

»Wie lange das dauert, ist schwer zu sagen«

Zunächst würden nun Anfang 2017 die Kriterien für die Vergabe der Grundstücke erarbeitet, anschließend könnten sich Interessenten bewerben. »Wie lange das Verfahren dann genau dauert, ist schwer zu sagen«, sagte Dendorfer, der sich in der Stadt Traunstein neben den Finanzen auch um die Grundstücksgeschäfte kümmert. Gebaut werden können dort rund 20 Häuser, abhängig auch davon, wie groß die Flächen der frei verkäuflichen Grundstücke werden. Darauf hat die Stadt keinen Einfluss, denn sie werden privat verkauft.

Keine Einwände hatte der Stadtrat in Bezug auf die Entwurfsplanung für die Erschließung der Stichstraße an der Kampenwandstraße. Das Ingenieurbüro Strasser & Partner wurde mit den weiteren sogenannten Leistungsphasen beim Kanal- und Straßenbau beauftragt. Die Baumaßnahme soll nach Ostern 2017 beginnen. KR