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Universelle Bildung auch für »digital natives« wichtig

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Sechs Abiturientinnen des Chiemgau-Gymnasiums erreichten die Traumnote 1,0 im Abiturzeugnis. Unser Bild zeigt (von links): Schulleiter Klaus Kiesl, Regine Grandl, Theresa Bartschmid, Jasmine Höfter, Hannah Hächer, Luzie Kamm und Sophie Zahnbrecher.

Traunstein – Für 150 Schüler eines der bisher größten Jahrgänge des Chiemgau-Gymnasiums Traunstein (CHG) war der große Augenblick der Verleihung ihrer Abiturzeugnisse gekommen. Mehr als ein Drittel der Absolventen können sich über eine Eins vor dem Komma freuen, wobei die 30 Jahrgangsbesten mit einem Schnitt von 1,5 oder besser noch vom Landrat geehrt werden. Auf sechs Zertifikaten prangt sogar die Traumnote 1,0.


Nicht zu »digital slaves« degradieren lassen

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Die Bedeutung einer breit gefächerten Bildung gerade auch in einer digitalisierten Welt hob Schulleiter Klaus Kiesl in seiner Ansprache hervor. Damit aus den »digital natives«, zu denen alle nach 1993 Geborenen zählten, keine »digital slaves«, würden, die sich dem Suchtpotenzial von Smartphone, Tablet & Co. nicht mehr entziehen können, brauche es – so die Hirnforschung – neben echten persönlichen Kontakten mit Menschen aus der realen Welt und einem umfangreichen Wissen vor allem folgende Kompetenzen: »Man muss das Lernen gelernt haben, über ein ausgeprägtes Gedächtnis verfügen und viele konkrete Erfahrungen in der nicht-virtuellen Wirklichkeit gemacht haben.«

Kiesl zeigte sich zuversichtlich, dass die Abiturienten dank ihrer historisch-politischen und gesellschafts- und naturwissenschaftlichen Kenntnisse sowie ihrer Fremdsprachenkompetenz, die ihnen das Gymnasium vermittelt habe, als sozial gereifte, gebildete Menschen gewappnet seien, den Versuchungen der digitalen Medien zu widerstehen. Sie wüssten schließlich, wie man mit ihnen umzugehen habe und wie man sie sinnvoll nutzen könne.

Ludwig Harkotte, der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Chiemgau-Gymnasiums, bedankte sich für die Unterstützung mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden und warb gleichzeitig um neue Beitritte. Der Verein beteiligt sich an der Finanzierung von Klassenfahrten, Exkursionen sowie einem großen Teil der Schulveranstaltungen und hilft bei der Anschaffung teurer Ausstattung für die Schule.

In ihrer gekonnt launigen Rede beschrieben die Abiturienten Luzie Kamm und Jonas Trautner augenzwinkernd die »akute Orientierungslosigkeit« vieler Mitschüler, aus der sie die stets hilfsbereiten Damen im Sekretariat immer wieder zu retten wussten, die manchen von ihnen aber derzeit auch bei der nun bevorstehenden Gestaltung ihrer Zukunft widerfahre. In den verschiedenen Seminaren der Oberstufe zur Berufs- und Studienwahl ihre eigenen Ideen verwirklichen zu können, empfanden sie als besonders gewinnbringend.

Bei der Berufswahl das Herz sprechen lassen

Der Elternbeiratsvorsitzende Sebastian Ring ermutigte die Absolventen dazu, bei der Berufswahl ihr Herz sprechen zu lassen. Es solle ihnen weder an Neugierde noch an Selbstvertrauen fehlen. In Anlehnung an die neue Single der Techno-Rap-Gruppe Deichkind forderte er sie auf, durchaus »groß zu denken«. Schließlich stecke in jedem ein Visionär. Er zeigte sich optimistisch, dass die Abiturienten in der Lage sind, die Grenze zum Narzissmus zu erkennen, und hegte die Hoffnung, sie könnten »vielleicht ein wenig dazu beitragen, dass aus unserer doch sehr egoistischen Gesellschaft eine solidarischere wird.«

Diether Thumser, der Oberstufenkoordinator des Jahrgangs, griff dessen Motto »Pirates of the CarABIen – 12 Jahre Rum« auf, wobei er betonte, dass die Kurse der Piratenschiffe, sprich Schüler, kaum unterschiedlicher hätten sein können. Doch schließlich schafften sie es mit ihrer Schatzkarte ans Ziel. Er gab den Abiturienten mit auf den Weg, »wenn nötig, auch mal einen Kurs gegen den Wind einzuschlagen«. Er wünschte ihnen »immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel« – und dass sie gerne an ihre Schulzeit auf der Insel »Tortuga« – am CHG – zurückdenken.

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung mit thematisch klug ausgewählten, anspruchsvollen Popsongs von der jahrgangseigenen Band, bestehend aus Alexandra Gadowicz, Agnes Stockinger sowie Daniel Kittsteiner und David Piper. Helena Lackner, Anne-Sophie Schneider