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Ungenutzte Flächen nutzen

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Traunstein. Rund um neue Gewerbegebiete drehte sich die Wahlveranstaltung der Traunsteiner Grünen im Gasthaus Sailer-Keller. 100 Besucher waren gekommen, um mit Oberbürgermeisterkandidatin Burgi Mörtl-Körner und Anton Hofreiter, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, über Flächenausweisungen, speziell im Süden von Traunstein, zu diskutieren.


Hofreiter erläuterte, dass es für Investoren immer einfacher und billiger sei, auf einer grünen Wiese am Stadtrand ein Gewerbegebiet zu errichten, anstatt ein passendes Gelände in der Stadt zu nutzen. »Die ganzen Folgekosten trägt letzten Endes die Allgemeinheit, man denke an den Unterhalt der Straßen dorthin, deren Beleuchtung sowie den Unterhalt der Leitungen für Wasser und Abwasser, für Strom und Telekommunikation«, so der MdB.

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Mörtl-Körner ging dann speziell auf die Situation im Traunsteiner Süden ein und erläuterte, warum die beiden »Grünen«-Stadträte sich in der letzten Stadtratssitzung gegen die geplante Gewerbegebietsausweisung westlich der Straße nach Siegsdorf ausgesprochen haben. Nach ihrer Ansicht gebe es noch ungenutzte Flächen im Stadtgebiet, die für Gewerbe geeignet und zu verkaufen sind. In diesem Zusammenhang brachte sie auch die Erfahrungen mit dem Gewerbegebiet Kaserne ein: »Man wollte Gewerbe ansiedeln und was haben wir heute: riesige Verkaufsflächen.«

Ein weiterer Aspekt für Mörtl-Körner war die Zupflasterung des Bodens. »Wir geben Unsummen für den Hochwasserschutz in Traunstein aus – und gleichzeitig lassen wir das Regenwasser nicht mehr in den Boden«, erklärte sie.

Hofreiter und Mörtl-Körner waren sich einig, dass bei Planungen die Bürger frühzeitig mit eingebunden werden sollten. »Der nicht öffentliche Teil der Stadtratssitzung ist das falsche Gremium hierfür, die Bevölkerung möchte von Anfang an informiert werden und mitdiskutieren«, so die Traunsteiner Grünen-Kandidatin.

In der anschließenden Diskussion sagte Rudolf Till, dass er viele Leute kenne, die kein Auto haben: »Wo und wie sollen die denn einkaufen, wenn es nur noch Läden am Stadtrand gibt?« Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz berichtete, dass sie beim BN täglich mit Bebauungsplänen von acht bis neun Hektar konfrontiert sind. »Wo sollen denn die Landwirte noch Lebensmittel anbauen, wenn das so weitergeht«, stellte sie die Frage in den Raum.