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Ungarn für Verkehrsunfälle künftig gut gerüstet

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Der Surberger Kommandant Stefan Burghartswieser (rechts) und sein Stellvertreter Bernhard Wimmer (hinten, Mitte) wiesen die Feuerwehrleute von Bakonyoszlop in den Umgang von Rettungsschere und Rettungsspreizer ein. (Foto: Buthke)

Traunstein – Seit fast zwei Jahrzehnten besteht eine freundschaftliche Verbindung zwischen der Feuerwehr Traunstein und der Vertretung der deutschen Minderheit in der ungarischen Stadt Zirc. »Motoren« dieser Freundschaft sind der ehemalige Traunsteiner Kommandant Albert Kutzer und der Präsident der Deutsch-Minderheiten-Vertretung, József Hédl. Naturgemäß ist die Traunsteiner Feuerwehr darum bemüht, ihre ungarischen Kameraden bei der Verbesserung der Feuerwehrtechnik zu unterstützen.


Diesmal machten sich die Traunsteiner Feuerwehrler mit dem Zweitem Bürgermeister Hans Zillner an der Spitze nach Ungarn auf den Weg, um neben ausgemusterten Schläuchen, Schutzkleidung und sonstigen Ausrüstungsgegenständen vier Rettungsscheren und Rettungsspreizer zu übergeben. Mit ihnen wurden Feuerwehren der Region Zirc ausgestattet, wo bis zu 60 Prozent der Bevölkerung deutschstämmig ist. Die Stadt Zirc liegt an der viel befahrenen und unfallträchtigen Staatsstraße zwischen der Stadt Raab (Györ) und dem Plattensee (Balaton).

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Möglich war die Spende durch ein Sonderförderprogramm des Freistaats Bayern, mit dem die bayerischen Feuerwehren mit neuen Rettungsscheren und Rettungsspreizern ausgerüstet werden, weil in den Kraftfahrzeugen heute neue Verbundstoffe verwendet werden. Bei der Traunsteiner Feuerwehr wurden so zwei Rettungsscheren und Rettungsspreizer ausgetauscht, die die Hersteller normalerweise zurücknehmen. Der betreffende Hersteller verzichtete aber nicht nur auf die Rückgabe, sondern spendete gleich noch zwei weitere Sätze für die Ungarn.

Die Freude in Ungarn war groß

Den ersten Satz übergaben die Traunsteiner Feuerwehrler an die Feuerwehr von Bakonyoszlop. Die Freude bei Bürgermeister Ferenc Wolf und Kommandant Tibor Czingiszer war dementsprechend groß. Der Kommandant der Feuerwehr Surberg, Stefan Burghartswieser, und sein Stellvertreter Bernhard Wimmer wiesen ihre ungarischen Kameraden in die Handhabung der Geräte ein.

Die Feuerwehr von Bakonyoszlop wurde 2001 neu belebt. Inzwischen sind von den rund 440 Einwohnern rund 60 bei der Feuerwehr. Sie bewiesen bei Feuerwehrwettbewerben des Bezirks Veszprém mehrfach ihre Einsatzbereitschaft und errangen bereits zahlreiche Pokale. Beim letzten Bezirkswettbewerb war sie sogar mit vier Jugendmannschaften vertreten.

So wurde die Traunsteiner Delegation mit Albert Kutzer, Ernst Fuchsgruber, Manfred Ertl, Albert Reichenwallner, Marianne und Hans Zillner, Karin und Stefan Burghartswieser sowie Karin und Bernhard Wimmer zum Dorffest eingeladen, das am Nationalitätentag gefeiert wurde.

Bürgermeister Wolf erinnerte an die Geschichte der Deutschen, die im 18. Jahrhundert in Ungarn eine neue Heimat gefunden hätten. Sie hätten dem ungarischen Staat immer treu gedient und hätten in der Vergangenheit trotzdem leiden müssen. Auch heute müsse man immer noch um die Identität kämpfen. Dazu gehöre auch die Muttersprache Deutsch.

Ein Schritt dazu ist, dass sich die Minderheitenvertretung der Deutschen dafür eingesetzt hat, dass in den Kindergärten von Zirc und Umgebung wieder Deutsch gelehrt wird. Die Kinder traten dann auch mit deutschen und ungarischen Liedern und Tänzen auf, ebenso wie danach sieben Chöre aus der Region. Zum Schluss spielten die »Szomorer Jungs« zünftig zum Tanz auf.

Mit Geschenken bedankte sich die Gemeinde Bakonyoszlop bei ihren deutschen Gästen. Zweiter Bürgermeister Zillner versicherte den Ungarn, dass die Traunsteiner die Freundschaft und Unterstützung aufrechterhalten wollen. Er sprach die Hoffnung aus, dass das übergebene Gerät hervorragend, aber nicht zu oft in Gebrauch sein werde. Bjr