weather-image
32°

Umzug ins neue »Nest« steht bevor

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Vorsitzender Heinrich Wolfgruber (rechts) überreichte dem neuen Ehrenmitglied Werner Schmid eine Vereinsuhr samt Ehrenurkunde.

Teisendorf – Ein arbeitsreiches Jahr hat der Rassegeflügel- und Vogelzuchtverein Freilassing, Teisendorf und Umgebung hinter sich. Vor elf Monaten hatten die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung 2015 dem Bau eines neuen Vereinsheims samt Ausstellungshalle zugestimmt. Mittlerweile steht die prächtige Halle samt Stüberl, Futterlager, Büro und Lagerräumen in Unterstetten, auch wenn noch immer einiges zu tun ist. Dieses Großprojekt bestimmte nicht nur das vergangene Vereinsjahr, sondern auch die diesjährige Hauptversammlung.


Aktuell zählt der Verein 262 Mitglieder, davon 27 Jugendliche. Damit ist der Rassegeflügelzuchtverein aus dem Berchtesgadener Land der größte im Kreisverband Rosenheim. Zudem ist er nun um ein Ehrenmitglied reicher. Unter dem Applaus seiner Zuchtfreunde nahm Werner Schmid die Ehrenurkunde entgegen. Schmid ist seit 1988 beim Verein und wurde 2012 mit der Silbernen Bundesnadel ausgezeichnet. Seit 1993 ist er Zuchtwart für Geflügel und fast so lange kümmert er sich schon um die drei Brutapparate des Vereins. Zudem betreut er gemeinsam mit Franz Klinger erfolgreich das Futterlager.

Anzeige

Innerhalb von vier Wochen stand die neue Halle

Im Anschluss ließ der Vorsitzende Heinrich Wolfgruber das vergangene Vereinsjahr Revue passieren. Am 20. Juni wurde mit der Jugend, Ehrengästen und Freunden ein Sommerfest samt Grundsteinlegung für den Neubau gefeiert. »Bei widrigsten Wetterbedingungen feierten wir eines unserer schönsten Feste, an die ich mich erinnern kann«, so Wolfgruber. Im August und September wurde nach den Vorarbeiten vieler fleißiger Vereinsmitglieder die neue Halle innerhalb von vier Wochen aufgestellt. »Jetzt im April stehen wir nach nur circa achtmonatiger Bauzeit vor der Fertigstellung. Hierfür danke ich euch im Namen des Vereins.«

Nun steht der Umzug in das neue Zuhause der Geflügelzüchter an sowie der Rückbau der bisherigen Behelfsunterkunft. Zwei wichtige Termine gebe es zudem noch zu stemmen, so Wolfgruber weiter. Zum einen der erste Tauben- und Kleintiermarkt am 8. Mai in der neuen Halle, zum anderen die Einweihungsfeier am 19. Juni. Zum Jahreswechsel steht dann die erste Ausstellung mit der »Rupertischau« in der neuen Halle mit rund 600 bis 700 Tieren auf dem Programm.

Dann rückten die Tiere beziehungsweise ihre Züchter bei der Bekanntgabe der Vereinsmeister in den Mittelpunkt. Die Zuchtwarte blickten zunächst auf die vergangene Ausstellungssaison zurück. Bei den Tauben habe es sehr gute Ergebnisse bei verschiedenen Schauen gegeben, berichtete Heini Burghartswieser. Für die Vereinsmeisterschaft wurden die besten Ergebnisse von zwei Schauen pro Züchter gewertet. Bei den Tauben gewann Johann Roider (960 Punkte) mit seinen Bernhardiner Schecken mit nur einem Zähler Vorsprung vor Heinrich Burghartswieser (959) mit Süddeutschen Schildtauben und Andreas Brandstätter (959) mit Deutschen Modenesern.

Bei den Hühnern gebe es derzeit nur wenige Aussteller, so Zuchtwart Werner Schmid. »Die anderen sind eher Liebhaber, die ein paar Hühner im Garten haben.« Besonders hervor hob er den hervorragenden zweiten Platz von Hermann Seeböck bei der deutschen Hauptsonderschau für Chabo. Seeböck sicherte sich damit auch den Titel des Vereinsmeisters. Den zweiten Platz belegte Andrea Homberg (937) mit ihren Zwerg-Orloff vor Philipp Runzer mit Zwerg-Rheinländern.

Bernhard Walcher berichtete, dass rund 45 Züchter im Verein Vögel halten, es jedoch nur zwei Aussteller gibt, die dafür sehr erfolgreich sind. Bernd Hufnagel und Herbert Kraller erhielten somit in ihrer jeweiligen Züchterklasse den Vereinsmeistertitel.

»Die Kalkulation des Baus ist stimmig«

Schließlich stand der Neubau des Vereinsheims im Fokus der Versammlung, zunächst beim Kassenbericht von Sabine Klinger. Dabei informierte sie über Einnahmen und Ausgaben des Vereins in verschiedenen Bereichen, etwa dem Futtermittelverkauf. Der Kleintiermarkt entwickle sich sehr positiv, ebenso wie die Bewirtung des Stüberls. »In der neuen Halle ist da aber noch Luft nach oben«, blickte Klinger voraus, ehe sie den größten Posten in Angriff nahm. »Die Kalkulation des Baus ist stimmig«, schickte sie als wichtigsten Punkt voraus. Der Verein hatte zwei Darlehen aufgenommen. Allerdings sei das kleinere der beiden Darlehen bereits fast getilgt und erste Rückzahlungen für das zweite erfolgt. Der Verein hatte vor und auch während des Baus die »Werbetrommel« kräftig gerührt, so die Kassierin. Dadurch gab es Spenden und Zuschüsse von Behörden.

Diese Zuschüsse würden aber teilweise erst nach Abschluss der Baumaßnahmen fällig werden, berichtete zweiter Kassier Franz Klinger in seinem abschließenden Rückblick auf das Bauvorhaben, untermauert mit einer Bilderschau von der Baustelle. Die Finanzierung sei damit gesichert, betonte Klinger. Die Ausgaben würden voraussichtlich sogar etwas unter den veranschlagten Kosten bleiben. Dennoch sei jeder weitere Euro willkommen.

Dass der Neubau gelingen konnte, ist vor allem den fleißigen Helfern zu verdanken. 3330 Arbeitsstunden haben die Mitglieder bisher an Eigenleistung eingebracht, bis zur endgültigen Fertigstellung sollen es dann rund 4000 sein. »Das entspricht umgerechnet etwa 80 000 Euro«, so Klinger, der sich nochmals bei allen bedankte, die am Bau mitgeholfen haben und noch helfen. »Es ist gewaltig, was ein so kleiner Verein geleistet hat. Ich glaube, dem Verein steht eine goldene Zukunft bevor«, schloss Klinger seine Ausführungen. fb

Im Video: Erst 40 Grad, dann kühlt es ab - doch die Saharahitze kommt zurück