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Umrüstung des Hallenbades Unterwössen für besser befunden als Neubau

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Unterwössen. Mit einem »bautechnischen Rundumschlag« informierte Architekt Toni Entfellner von der Firma Intec nach eigenen Worten den Gemeinderat von Unterwössen in der jüngsten Sitzung über die Bestandsanalyse und planerische Grundlagen für mögliche Perspektiven des stillgelegten Hallenbades. Seine Empfehlung: Sanierung und Ausbau sind besser als Abriss und Neubau – trotz grob gerechneter Kostengleichheit.


Die Gemeinde will die Zukunft des Hallenbad-Komplexes sorgsam angehen. »Wir wollen hier etwas schaffen, was zielbringend ist und die Gemeinde als Ganzes weiterbringt«, betonte Bürgermeister Ludwig Entfellner. Vorarbeiten waren in den vergangenen Wochen und Monaten bereits mit dem Gutachten von Josef Krautloher, der Begutachtung der Heizung, den Gesprächen mit den derzeitigen Nutzern sowie einem Zukunftsseminar im Gemeinderat geleistet worden.

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Den nächsten Schritt lieferte nun Architekt Entfellner. Er bewertete den Außenraum mit seiner zentralen Lage und den Sichtachsen auf die Berge als grundsätzlich positiv. Kritik erntete die unbefriedigende Eingangs- und Parkplatzsituation. Ein freier Blick auf das Gebäude von der Straße her sei ebenso angeraten wie eine zeitgemäße Ausstattung und Nutzung des Kurparks und des Musikpavillons. Grundsätzlich sei über den Fortbestand des Minigolfplatzes nachzudenken.

Dem Innenraum attestierte Entfellner »keine hohe Aufenthaltsqualität, weil alles nicht auf dem aktuellen Stand ist.« Generell schlug er eine Veränderung des Eingangs mit einem Zugang zum Hauptbereich, eine Vergrößerung der WC-Anlagen und eine Verlegung des Mütterzentrums ins Erdgeschoß vor.

Für die Räume des jetzigen Hallenbades sei eine Mehrzwecknutzung einschließlich eines Besucherinformationszentrums sinnvoll. Damit kam er den Vorstellungen von Bürgermeister Entfellner sehr nahe, der sich bei dem jüngsten Seminar eine Vielzwecknutzung ähnlich einem »überdachten Dorfplatz« gewünscht hatte.

Partielle Unterteilung statt Zwischendecke

Von dem Einziehen einer Zwischendecke für eine vollständige zweite Ebene, wie es einige Gemeinderäte favorisiert hatten, riet der Architekt aus optischen Gründen zwar ab, eine partielle Unterteilung könne er sich aber vorstellen.

Zur Überraschung des Gremiums gab der Architekt sowohl der Statik als auch dem Brandschutz keine schlechten Noten. Für eine energetische Aufrüstung sah er zwar Handlungsbedarf, konnte aber den Umfang wegen der noch unbestimmten Nutzung nicht präzisieren.

Angesichts der vielen Unbekannten tat sich der Architekt mit einer Kostenkalkulation schwer. Die Neubaukosten für die aktuell genutzte Fläche von 60 Prozent des Gesamtbestandes von rund 3500 Quadratmetern schätzte er jedoch aufgrund des Einheitspreises von 2500 Euro pro Quadratmeter auf rund fünf Millionen Euro. Da man jedoch noch nicht wisse, was und wie viel neu zu bauen wäre, sei dieser Ansatz genau so vage wie der für eine Sanierung, für die ein Einheitspreis von 250 bis 1500 Euro pro Quadratmeter anzusetzen wäre.

Aufgrund der guten Bausubstanz gab der Architekt am Ende die Empfehlung, das Gebäude stehen zu lassen und es auf der Basis eines Gesamtkonzeptes auszubauen. Bürgermeister Entfellner sah bei diesem Vorschlag den Vorteil, die Wertigkeit des Gebäudes zu erhalten, eine Prioritätenliste zu erarbeiten und Schritt für Schritt vorzugehen. Mit der anzunehmenden staatlichen Förderung von 50 bis 60 Prozent könne man so über Jahre etwas Positives für die Gemeinde schaffen. Als Nächstes ist am Sonntag, 9. November, im Hallenbad ein Tag der offenen Tür geplant. bvd