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Umluft macht schlechte Luft

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Petting – »Die Unzufriedenheit wächst«, sagte Bürgermeister Karl Lanzinger in der Sitzung des Gemeinderats ein. Das Gremium sollte entscheiden, wie es weitergeht mit der Heizung der Turnhalle.


Franz Vordermayer kritisierte as »scheibchenweise« Vorgehen in der Kombination neue Schule, alte Schule und Turnhalle. Was jetzt investiert werde, könnte sich nach kurzer Zeit als vergeudet erweisen. Mit rund 13 000 Euro Kosten wäre bei einem kurzfristigen Anschluss der Turnhallenheizung zu rechnen. Daher muss die Gemeinde jetzt entscheiden, wie es mit der Heizung der Turnhalle weitergeht. Bislang war man davon ausgegangen, mit der Pelletheizung der neuen Grundschule auch die Umluftheizung der Halle zu betreiben. Als »hygienisch nicht optimal und nicht mehr zeitgemäß« hatte der Projektant diese Lösung beschrieben, denn ein Luftaustausch war bislang nur unzureichend durch Kippen der Fenster passiert.

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Die Alternativen: Eine Luftheizung mit Lüftung oder eine Fußbodenheizung. Eine Bestandslösung käme auf 183 000 Euro, inklusive Lüftung auf 253 000 Euro. Eine Fußbodenheizung schlüge mit rund 300 000 Euro zu Buche. Weil Letztere langsam reagiere, müsste sie über die Wintermonate durchlaufen, gab Bürgermeister Karl Lanzinger zu bedenken. »Was wir jetzt machen, hat Jahrzehnte Bestand«, mahnte er seine Kollegen.

»Fußbodenheizung in einer Turnhalle ist ein totaler Kas«

»Eine Fußbodenheizung in einer Turnhalle ist ein totaler Kas«, meinte Franz Vordermayer dazu, denn die einen Nutzer bräuchten 14 oder 15 Grad, andere 20. Im Übrigen sei immer noch nicht geprüft, wie der Unterboden aussehe. »Der Oberbelag gehört in jedem Fall erneuert«, betonte Lanzinger.

Philipp Strohmayer brachte eine andere Variante ins Gespräch: »In vielen Hallen gibt es eine Deckenstrahlheizung.« Er würde sich noch nicht festlegen, wolle man dies doch erst 2017 in Angriff nehmen. Wenig später jedoch mahnte er selbst zur Eile, da sich zum April 2016 die Vergaberichtlinien in der EU änderten, und alles über 200 000 Euro europaweit ausgeschrieben werden müsste. »Bald ausschreiben«, forderte Strohmayer deshalb, »um gute Preise für 2017 zu bekommen.«

Mit »scheibchenweise« beschrieb Vordermayer das Vorgehen bei Schule und Halle, worauf zweiter Bürgermeister Ludwig Prechtl bat, sich doch rasch auf einen Planer zu verständigen, um dann »gezielt« vorgehen zu können. Er jedenfalls wolle »keine halben Sachen«.

»Die Empfehlung des Projektanten lautet: Eine Luftheizung mit entsprechender Lüftung und mit Heizkörpern in den Nebenräumen«, fasste Geschäftsleiter Reinhard Melz zusammen. Weil der Projektant an diesem Abend verhindert war, schlug Lanzinger vor, ihn zur nächsten Sitzung im Januar zu laden. Der Beschluss, weder bei der Umluft zu bleiben, noch auf eine Fußbodenheizung zu setzen, erfolgte einstimmig.

»Nach kurzer Einweisung ist die Bedienung eines Defibrillators auch für Laien machbar«, berichtete Lanzinger aus eigener Erfahrung. Die Gemeinde wollte im »oberen Dorf« bei Schule, Kindergarten und Sportheim einen solches Gerät anbringen, das bei Herzflimmern lebensrettend sein kann. Weil inzwischen die Raiffeisenbank angekündigt habe, ein solches Gerät in der Filiale für alle jederzeit zugänglich anzubringen, »brauchen wir das nicht mehr zu diskutieren«, meinte Lanzinger.

Defibrillatoren in Schönram und Kühnhausen angeregt

Theo Pastötter könnte sich so etwas auch in Schönram vorstellen, etwa im Bereich der Brauerei und der Gaststätte. »Es werden immer mehr«, berichtete auch Ludwig Prechtl, der sich einen solchen Lebensretter bei der Wasserwacht in Kühnhausen vorstellen konnte. »Ich werde Kontakt aufnehmen«, kündigte Bürgermeister Lanzinger zum Abschluss des Themas an. höf

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