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Umjubeltes Jahreskonzert mit zwei Zugaben

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Bei der Musikkapelle Inzell ehrte Vorstand Florian Waschinger (von links) unter anderem Regina Koch, Gerhard Haßlberger, Wolfgang Dufter, Stefan Albrecht und Kapellmeister Bernhard Koch. (Foto: Bauregger)

Inzell. Ein umjubeltes Jahreskonzert gab die Musikkapelle Inzell unter Leitung von Bernhard Koch. Während das Programm in den letzten Jahren sich eher an der klassischen Blasmusikliteratur orientierte, überraschte die Kapelle diesmal mit einer bunten Mischung aus Oldies, Filmmusik und bewährten wie neuen Titeln aus dem Repertoire der böhmisch-mährischen Blasmusik. Durch das Programm führte Posaunist Gerhard Egger.


Mit dem Marsch »Am Tor der Heimat« von Gustav Lotterer eröffnete die Kapelle das Programm. Bereits hier arbeitete Koch ruhig feine Nuancen heraus und führte die Musiker in beeindruckender Dynamik durch voluminöse und filigrane Passagen. Vorstand Florian Waschinger übergab das Zepter an Gerhard Egger, der das Publikum mit Details zum Programm und mit Witzen unterhielt. »Musik ist Trumpf« hieß das Potpourri aus Oldies wie dem »Kriminal-Tango«, dem Walzer »Der Mond zieht seine Bahn«, »Spiel noch einmal für mich Habanero« oder »Pigalle« von Bill Ramsey. Sicher und mit Schwung, fabelhaft geleitet von einem starken Schlagwerk- und Bassregister, meisterte die Kapelle die vielen Melodie- und Rhythmenwechsel.

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Mit festem, sicherem Ton zeigten Hubert und Martin Maier auf der Trompete und dem Tenorhorn bei der »Alfova Polka«, wie brillant sie ihre Instrumente bereits in jungen Jahren beherrschen. Eine besondere Note fügte der ehemalige Dirigent und jetzige Leiter der Musikschule, Heini Albrecht, mit seinem Gesangssolo hinzu. »Gabriellas Song« hieß das Stück aus dem 2005 gedrehten schwedischen Film »Wie im Himmel«. Darin beschreibt Gabriella ihren harten Weg, die sich nichts sehnlicher wünscht, als »zu fühlen, dass sie lebt« und »glücklich zu leben alle Zeit«. Mit dem Medley »James Bond 007« unternahmen die Musiker einen Streifzug durch die Filmwelt des berühmten, englischen Geheimagenten.

Der zweite Teil des Konzerts gehörte ganz der böhmisch-mährischen Blasmusik, die immer wieder von wunderbaren Mittelsatz- oder Flügelhornsoli und mitreißender Dynamik getragen wird. Klangvolle Namen wie »Morgenblüten Polka« von Antonin Zvacek, »Böhmischer Wind« von Ernst Mosch und »Die Liebste« von Franz Watz schmeichelten nicht nur dem Ohr, sondern gingen tief ins Herz. Mit dem Marsch »Jubelklänge« von Ernst Uebel markierte die Kapelle einen vorläufigen Schlusspunkt. Vorläufig, weil die Zuhörer die Musiker mit begeistertem Applaus zur Zugabe der Polka »Freudentränen« von Guido Henn und des 2007 von Heini Albrecht zum 250-Jahr-Jubiläum der Kapelle komponierten Marsches »Anno 1757«.

Im Rahmen des Konzerts ehrten Florian Waschinger und Bürgermeister Martin Hobmaier langjährige Musikanten. Für 25-jährige, aktive Mitgliedschaft überreichte Waschinger die Silberne Ehrennadel des Musikbundes für Ober- und Niederbayern mit Ehrenurkunde an den Bassisten Gerhard Haßlberger und den Posaunisten Wolfgang Dufter. Für 15-jährige, aktive Mitgliedschaft ging die Ehrennadel in Bronze an die Flügelhornistin und Gattin des Kapellmeisters Regina Koch. Stefan Albrecht hat auf dem Tenorhorn die Leistungsprüfung D2 abgelegt und erhielt dafür das Leistungsabzeichen in Silber.

Für die stete Unterstützung überreichte der Vorstand weiter einen Frühlingsstrauß an Brigitta Gastager, die mit ihrem verstorbenen Mann Fritz Gastager für kulturelle und soziale Zwecke in Inzell 1998 die »Fritz-und-Brigitta-Gastager-Stiftung« ins Leben gerufen hat.

Bürgermeister Martin Hobmaier würdigte die Kapelle und deren Leitung für die Bereitschaft zur musikalischen Gestaltung vieler Feste und Anlässe. Eine besondere Freude sei es für ihn, Kapellmeister Bernhard Koch zum Abschluss seiner sechsjährigen Ausbildung zum Dirigenten gratulieren zu können. Selbstverständlich trage die Gemeinde die Ausbildungskosten. Koch sei ein Glücksfall für die Kapelle. Seiner Frau Regina überreichte Hobmaier Blumen. wb