weather-image

Über 60 Passen machten den Markt unsicher

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Mit einem laut knatternden Feuerwerk wurde der Lauf eröffnet.
Bildtext einblenden
Zum Fürchten sahen sie aus, die Kramperl in Teisendorf. (Fotos: Mergenthal)

Teisendorf – Der siebte und bisher längste Krampus- und Perchtenlauf der »Achthal-Teufel’n« Teisendorf lockte mehrere Tausend Besucher in die Teisendorfer Marktstraße. 63 Passen aus Bayern und Österreich erzeugten ein schaurig-höllisches und ohrenbetäubendes Spektakel.


Weit über 80 Gruppen wollten eigentlich mitmachen. »Wir haben etlichen absagen müssen. Das ist sonst nicht mehr zu bewältigen«, erklärte Hansi Hocheder, Obmann der »Achthal-Teufel’n«, vor dem »Startschuss« mit einem laut knatternden Feuerwerk.

Anzeige

Denn der Verein wolle den Teilnehmern eine gewisse Qualität bieten. Die Logistik soll passen, von den Umkleidemöglichkeiten bis hin zur Brotzeit danach. Auch wollen die Achthaler ihren Gästen nicht zu lange Wartezeiten vor ihrem Auftritt zumuten. So wurde bevorzugt den Gruppen zugesagt, die auch in den letzten Jahren teilgenommen hatten.

Die Krampusgruppe »Achthal Teufel´n« Teisendorf besteht seit Anfang 2009. Die Freundinnen und Freunde halten nicht nur im Winter zusammen den Brauch mit viel Freude aufrecht, sondern verbringen auch im Sommer viel Zeit miteinander. Unterschiedliche Schnitzer fertigten seitdem ihre Masken – in der siebten Saison war es Anton Waltl.

Unterstützt wurde der Lauf wie immer durch den Sing-Sang Teisendorf mit passender Musik und den Ansagen von Peter Heindel, der die Gruppen in der Mitte der Marktstraße vorstellte. Voran schritten der Nikolaus und seine liebreizenden kleinen Engerln, Geschenke verteilend, zu himmlischen Halleluja-Klängen. Dahinter ging gleich das Achthaler Kraxenmandl mit dem Schild des Vereins. Zum Auftritt der wilden Krampusse und Hexen gab es dann fetzige Rockmusik.

Kinder durften das Fell streicheln

Durch eine Einlage auf ihren tiefen Trichterglocken trieben die »Salzburger Brauchtums-perchten« den Winter aus, bevor er überhaupt gekommen ist. So mancher Krampus rüttelte an den Absperrungen und hatte es auf einen Jugendlichen abgesehen. Von den Kindern hingegen ließen sie sich sogar ihre Felle streicheln.

Auch ganze Krampus-Familien waren dabei, zum Beispiel der Papa als großer Krampus, der Bub als Mini-Krampus und die Mama als Ordner. Immer wieder verbreiteten bengalisches Feuer und Raucheffekte eine unheimliche Atmosphäre. Neben zahlreichen Passen aus dem Berchtesgadener Land und dem Kreis Traunstein waren diesmal auch besonders viele Österreicher dabei, unter anderem aus dem Tennengau, Pinzgau, Salzkammergut und dem Innviertel.

Die Perchten waren gegenüber den Krampussen zwar in der Minderheit, dafür aber umso »schöner«, wie die »Viechtauer Schiachperchten« oder die »Barbarosse Perchten Eugendorf«. Letztere treiben den Winter und böse Geister aus und bringen Fruchtbarkeit, während der Krampus den Nikolaus begleitete.

Die Namen waren ebenso einfallsreich wie die Kostümierung: von den »Salzburger Festungsteifin« über die »Hagazussa Pass« (Hagazussa ist ein keltiges Wort für eine weise Frau, später zur »Hexe« verballhornt) bis hin zu den »Zwieselbuam Bad Reichenhall«. Bei einer Gulaschsuppe im Poststall wurden danach noch viele Kontakte zu anderen Krampussen geknüpft. vm

Mehr aus der Stadt Traunstein