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Ude macht den Genossen im Wahlkampf Mut

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Zum Wohle: Nach Christian Udes Rede stießen Ude (links) und Dirk Reichenau auf den Wahlkampf an. (Foto: H. Eder)

Chieming. Mit dem von viel Beifall begleiteten Auftritt des Münchner Oberbürgermeisters und SPD-Spitzenkandidaten für den Landtagswahlkampf sind die Harter Festwochen eröffnet worden. Wie berichtet, feiert die Harter Feuerwehr ihr 125-jähriges Bestehen, der Burschenverein blickt auf 90 Jahre Geschichte zurück. Ude lobte die Feuerwehren für ihre stete Einsatzbereitschaft und mahnte die Burschenvereine, neben dem Feiern den ursprünglichen Vereinszweck der Solidarität nicht zu vernachlässigen.


Den prominenten Besucher empfing eine riesige CSU-Fahne, die von einem privaten Balkon herabwehte – zur Begrüßung für den »roten« Gast. Ganz und gar in Rot war dagegen das Bierzelt dekoriert, von den großen Plakaten bis zu den SPD-Fahnderln in gläsernen Krügen auf den Tischen im vorderen Bereich.

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Den Vereinen dankte Ude für die Einladung – das sei durchaus etwas überraschend, denn die Feuerwehrler seien wohl »trotz ihrer roten Spielmobile nicht in allen bayerischen Landesteilen durch und durch rot«. Er lobte die Wehren für ihre fabelhafte Einstellung, die sich gerade beim Hochwasser wieder eindrucksvoll gezeigt habe, und appellierte in dem Zusammenhang an die Arbeitgeber, ihre Mitarbeiter »ohne die Nase zu rümpfen« für den Feuerwehrdienst freizustellen.

Die Burschenvereine erlebt Ude als »Orte männlicher Prachtentfaltung«, während der ursprüngliche Vereinszweck ja die gegenseitige Hilfe im Krankheitsfall war. So rief er dazu auf, »bei aller Feierfreude die solidarischen Überlegungen der Gründungszeiten nicht zu vergessen«.

Zum Landkreis Traunstein habe er verschiedene Anknüpfungspunkte: die Mitgliedschaft des Landkreises in der von Ude begründeten Metropolregion, die Aussicht auf eine gemeinsame Olympiabewerbung, und er habe in seiner Jugend die Ferien oft in Seebruck verbracht, wo inzwischen auch seine Tochter verheiratet sei. Bei der Olympiabewerbung hoffe er, die Einschätzung von Landrat Hermann Steinmaßl möge richtig sein, dass sich die Mehrheit der Bürger für eine Bewerbung ausspreche – zumal diesmal ja auch Ruhpolding im Konzept sei.

Bei der Frage, was die Sozialdemokraten anders machen würden, wenn sie an die Macht kämen, stellte er die Bildung in den Mittelpunkt. Bayern sei eines der Länder, in denen die Bildungschancen der Kinder noch am meisten vom Geldbeutel der Eltern abhingen: »Das muss geändert werden«, etwa durch einen forcierten Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und Ganztagsangebote.

Um »die Schule im Dorf« zu lassen, sollte man die Kinder längere Zeit zusammen lernen lassen; denn »wenn die Schule stirbt, stirbt auch das Dorf«. Für das Gymnasium möchte die SPD eine Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 schaffen. Weitere wichtige Punkte waren etwa die Schaffung eines flächendeckenden Mindestlohns, ein besserer Nahverkehr sowie Breitband auch für den ländlichen Raum.

Ude betonte, bei vielen Themen seien wichtige Weichenstellungen von der Opposition gekommen: ob bei Studiengebühren, Asylpolitik, Kinderbetreuung, beim Atomausstieg oder der Energiewende. »Die SPD muss nicht verzagt sein«, rief Ude den Genossen zu, »weil die CSU bei uns abschreibt«.

Der Harter SPD-Vorsitzende Holger Knuth meinte zu Beginn der Veranstaltung: »Wer den Weg von München nach Hart findet, der hat schon das Zeug zum Ministerpräsidenten.« SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau erinnerte an den einstigen Harter Feuerwehrkommandanten Simon Daxenberger, der mit der weißen Farbe, die von der Renovierung des Feuerwehrhauses übrig war, einen Zebrastreifen auf die Straße gemalt hatte. Dafür habe er sich zwar Ärger mit der Staatsanwaltschaft eingehandelt, aber: »Ich würde mir gerade bei Auseinandersetzungen in Verkehrssachen mehr zivilen Ungehorsam wünschen«. SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler lobte Ude, der in 20 Jahren als OB von München bewiesen habe, dass er regieren und die Menschen begeistern könne, vor allem auch, dass er verlässlich sei. he