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TuS Traunreut wird Pate beim Jubiläum der DJK Nußdorf

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Hans Mayer (links), Vereinsvorsitzender des TuS Traunreut, hatte beim Patenbitten die Trumpfkarten in der Hand. Er verlangte der Abordnung der DJK Nußdorf mit Vereinschef Markus Putze (Dritter von rechts) einiges ab, sogar schmerzhaftes Scheitlknien, bevor er die Patenschaft beim Nußdorfer Jubiläumsfest zusagte. (Foto: Volk)

Traunreut – Die DJK Nußdorf hat einen Paten für das bevorstehende 50. Gründungsfest im Juli. Die Vorstandschaft des TuS Traunreut erhörte das Bitten des Nußdorfer Festausschusses und erklärte sich bereit, das Jubiläumsfest als Göd zu begleiten. Nach über dreistündigen Verhandlungen über die Gegenleistung für die Übernahme des Patenamtes besiegelten die Vereinsvorsitzenden per Handschlag die Patenschaft.


Um dem Ansuchen für eine Patenschaft beim Vereinsjubiläum die entsprechende Wertigkeit zu geben, trat eine große Abordnung des Nußdorfer Sportvereins zum Patenbitten an. In der Sportgaststätte hieß Hans Mayer, Vorsitzender des TuS Traunreut, die Gäste aus Nußdorf willkommen. DJK-Vereinschef Markus Putze versuchte dann auch schnell zum Erfolg zu kommen. Er zog einen Leiterwagen, bestückt mit zwei Trägern Gerstensaft, bis vor Mayers Füße, trug seine Bitte in Gedichtform vor und streckte die Hand aus, in der Hoffnung eine Zusage des TuS-Chefs zu bekommen.

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Der jedoch zeigte sich völlig unbeeindruckt und machte unmissverständlich klar, dass er so einfach und vor allem so billig kein Ja-Wort für eine Patenschaft geben wird. Es sei eine passende »Plattform« notwendig, auf der die Nußdorfer ihren Antrag vortragen könnten, so Mayer. Was er mit Plattform meinte, bekamen die DJKler leidvoll zu spüren. Sie wurden auf harte und spitze Holzscheite gezwungen. Auf Knien baten DJK-Vorstand Putze, Schirmherr und Bürgermeister Hans Gnadl sowie der gesamte Nußdorfer Festausschuss darum, das ehrenvolle Patenamt zu übernehmen. Festmutter Maria Barwig hielt währenddessen den Schirmherrn-Schirm schützend über die Nußdorfer Verhandlungsgruppe.

Die TuS-Unterhändler mit Mayer und dessen Stellvertretern Markus Tesche und Roger Gorzel zeigten sich jedoch unbeeindruckt. Sie forderten unverhohlen 300 Liter Bier für die Übernahme des Patenamts. Einzige Möglichkeit, die Biermenge nach unten zu drücken sei der Sieg bei verschiedenen halb-sportlichen Wettbewerben, betonten die TuS-Oberen. Beim Bierdeckel-Zielwerfen, beim Luftballonfüllen mit Blasebalg, beim Limbo-Eierlauf und beim Maßkrug-Stemmen gelang eine Verringerung der Biermenge, dennoch weit entfernt von einer einvernehmlichen Einigung. Und auch die Tatsache, dass die TuS-Vertreter auf Fragen zu ihrer eigenen Vereinsgeschichte keine Antwort wussten, schmälerte deren Forderungen nicht.

Die langwierigen Verhandlungen wurden schließlich in Sportmanier und mit diplomatischen Gesprächen zu einem guten Ende gebracht. Bei den Jubiläumsfeiern in Nußdorf vom 19. bis 22. Juli wird die Abordnung des Patenverein TUS Traunreut kulinarisch versorgt – mit Essen und 120 Litern Bier. Die Mitglieder beider Vereine hatten ihre Freude an dem keineswegs ernst gemeinten Disput und dem Poker der Vorstandschaften um die Patenschaft. Die vereinbarte Zusammenarbeit zum Nußdorfer Jubiläumsfest wurde bis nach Mitternacht gefeiert. Für die musikalische Umrahmung sorgten Martina Schuster und Monika Kaiser. pv