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Turbulentes Jahr für Flughafen

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Salzburg – Das vergangene Jahr sei »schwierig« gewesen, dennoch habe man 1,8 Millionen Passagiere abfertigen sowie den Ausfall von AirBerlin und Flyniki kompensieren können – so das Fazit von Airport-Geschäftsführerin Bettina Ganghofer bei der Bilanzpressekonferenz des Salzburger Flughafens. Die ersten Wochen dieses Jahres hätten allerdings bereits ein Plus von sechs bis neun Prozent an Passagieren gebracht.


Aufsichtsratschef Christian Stöckl erinnerte, dass das vergangene Jahr sehr turbulent mit den Insolvenzen von AirBerlin und Flyniki begonnen habe. »Das war ein Schock für uns, aber wir konnten den Ausfall von rund 25 Prozent mit anderen Fluggesellschaften wettmachen.« Insgesamt habe der Flughafen im vergangenen Jahr rund 1,84 Millionen Passagiere abgefertigt. »Das sind trotz der beiden Insolvenzen nur 2,4 Prozent weniger als 2017.«

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Im laufenden Jahr nimmt der Flughafen rund 31 Millionen Euro für die Modernisierung in die Hand, davon rund 26 Millionen für die Generalsanierung der Landepiste. »In dieser Zeit wird der gesamte Flughafen dicht gemacht, das heißt, keiner kommt mit einem Flugzeug rein oder raus für fünf Wochen«, so Flughafen-Chefin Bettina Ganghofer. Sie weißt auch darauf hin, dass man trotz des engen Zeitplans zwischen dem 24. April und dem 28. Mai nur zwischen 6  und 23 Uhr arbeiten lassen will, um die Anrainer zu schützen. »Immerhin werden rund 300 Lkw Material pro Tag angeliefert.«

Ausführlich ging Ganghofer auch auf den bevorstehenden Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union ein. Man habe zahlreiche britische Fluggesellschaften als Kunden, zum Beispiel Ryanair oder Easyjet. »Aber weil wir alle nicht wissen, was kommt, sind wir für einen harten Brexit, also einen Ausstieg ohne Verträge, gerüstet.« Ganghofer vermutet, dass es Turbulenzen im europäischen Flugverkehrsgeschäft geben werde: »Schon Anfang April werden wir das spüren.« Easyjet habe einen Teil seiner Flotte bereits in Österreich angemeldet, British Airways habe mit seinem spanischen Partner ohnehin ein Standbein in Europa und Ryanair verfolge eine Inselstrategie.

Wie weiter informiert wurde, sollen die Geschäfte des Flughafens, die nicht direkt mit dem Flugbetrieb zu tun haben, in Zukunft wichtiger werden. Dazu zählen neben den Restaurants und den Parkflächen auch das Verpachten und Vermieten von Büros. »Wir werden unsere nicht unbeträchtlichen Flächen am Flughafen weiter entwickeln, das geht vom Supermarkt und Hotel bis zum Vermieten möglicher, weiterer Büroflächen.« Das Management spreche mit potenziellen Investoren; in zwölf bis 15 Monaten könnten erste Ergebnisse präsentiert werden. Falls ein Hotelprojekt kommen sollte, werde es auf alle Fälle kein Kongresshotel mit 1000 Betten sein, sondern eher ein Haus mit 150 bis 300 Zimmer.

Den Vorwurf, dass der Airport einzelnen Fluggesellschaften mit günstigen Tarifen entgegenkomme, rechtfertigte Bettina Ganghofer mit einer Art Anschubfinanzierung für neue Fluggesellschaften und neue Flüge, »die man mit Marketingmaßnahmen erst bekannt machen muss. Zu verschenken haben wir aber nichts«. hud