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Turbulentes Geschehen nach dem Tod des Unterbräus

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Turbulenzen in Burgberg: Die Feuerwehr (von links Anton Winkler, Andreas Perschl, Herbert Brandl sen., Wolfgang Jakobi und Wolfgang Helmberger) sorgt sich um die Sicherheit in der Dorfwirtschaft. Rechts der Bräumeister (Christian Berreiter) und die Unterbräu-Witwe (Heidi Jung).

Palling. Plötzlich und unerwartet ist der lebenslustige Unterbräu aus dem Dorf Burgberg, Xaver Bogenrieder, aus dem Leben geschieden und hinterlässt seiner Witwe, eine verschuldete Wirtschaft und eine marode Brauerei. Das Geschehen nach seiner Beerdigung bildet den Inhalt des Stückes »Der Geisterbräu« von J. M. Lutz, mit dem die Heimatbühne Palling eine begeisternde Premierenvorstellung ablieferte.


Eher sarkastisch verabschieden der Schuster Hirblinger (Andreas Perschl), Kaufmann Zöllerer (Wolfgang Helmberger) und der Metzgermeister Maichlbeck (Herbert Brandl sen.) mit einem Blick über die Friedhofsmauer ihren Spezl Xaver, während der Veteranenvorstand mit einer etwas seltsam geratenen Rede und letztendlich auch noch mit dem Wurf seines Zylinders ins offene Grab dem Unterbräu die letzte Ehre erweist. Ist doch nach Ansicht der drei Herren die Trauer »bei seine Weiber z’ Minga drobn« wohl mindestens genauso groß wie bei der anwesenden Trauergemeinde.

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Nach dem Begräbnis sind Verwandte und Bekannte zum Leichenschmaus eingeladen. Zu den Trauergästen gehören auch der bedächtige Onkel Beppi (Konrad Huber) und die gutmütige Tante Anni (Barbara Gastager) sowie die Junggesellen, der Postsekretär Schlegelberger (Thomas Perschl), der Apothekenprovisor Körner (Herbert Brandl jun.) und der zitierfreudige Gymnasiallehrer Eichinger (Josef Jahner jun.). Während die Trauergemeinde auf das zu kurze Leben des Verstorbenen zurückschaut, platzt eine gewisse Lola (Kathi Tasser), die der Unterbräu offenbar in mancherlei Hinsicht geschätzt und unterstützt hatte, in den Raum. Sie präsentiert der ohnehin in arge finanzielle Nöte geratenen Unterbräuin (Heidi Jung) eine saftige Rechnung für »ein bisschen Garderobe«, die der Xaver spendiert, aber noch nicht bezahlt hat. Erst nach massivem Eingreifen des Bräumeisters (Christian Berreiter) ist sie bereit, das Feld zu räumen.

Als die trauernde Witwe die prekäre Lage mit dem Bräumeister bespricht, muss dieser erkennen, dass seine stille Liebe zur Unterbräuin kalt verschmäht wird. Zu seiner frustrierten Stimmung passt noch, als später Gast der durstige Totengräber Geistböck (Toni Winkler), der ihm mit allerlei Schauergeschichten noch eine zusätzliche Maß Bier abschwatzen möchte und orakelt, dass der Unterbräu wegen seines unrühmlichen Lebenswandels vielleicht keine ewige Ruhe finden könnte. Auch der Schäfer Sixtus (Alfred Schroll) hat noch Durst und überzeugt schließlich den Bräumeister, dass ein »umgehender« Unterbräu durchaus einige Chancen eröffnet. Sowohl für die Wirtschaft, als auch für die Zuneigung des Bräumeisters zur Witwe, »und heut fängt er gleich an, mit dem geistern!«

Im dritten Bild, auf dem Wirtdachboden, treffen dann zufälligerweise zwei konkurrierende »Bräu-Geister« aufeinander. Nachdem sie sich jeweils davon überzeugt haben, dass ein »Irdischer« gegenübersteht, geistern mit viel Lärm gemeinschaftlich über der Wirtschaft und wissen noch gar nicht, welch Aufruhr sie im Dorf Burgberg damit auslösen.

Als am nächsten Tag die Nachbarsfrauen (Gabi Gröbner, Barbara Gastager, Julia Huber) im Metzgerladen bei der Frau Maichlbeck (Agnes Gerl) einkaufen, ist die Aufregung groß. Von Schwefelgestank und glühenden Teufeln ist schon die Rede und es kann nur ein kleines Versehen sein, dass die vier Damen der Wahrheit noch ein Stückerl hinzudichten. Der Totengräber heizt mit seinen Schauergeschichten die Stimmung nochmal an, so dass die schwarze Erscheinung des unschuldig hereinkommenden Kaminkehrers (Wolfgang Jakobi) einen dreifachen Aufschrei und das fluchtartige Verlassen des Ladens seitens der Frauen verursacht.

Zur selben Stunde wird die Witwe Wally fast ein bisschen frohgemut, weil ihr die Zenzi (Isabella Huber) einige Aufmerksamkeiten von ihren Verehrern präsentiert. Jäh zurück in die triste Wirklichkeit reißt sie allerdings der Gerichtsvollzieher Ranzinger (Gerhard Huber), der die Lola-Forderung eintreiben soll. Sein Angebot, es mit der Pfändung nicht so genau zu nehmen, sollte die Witwe sich auf ihn einlassen, wird von dieser in aller Deutlichkeit abgeschmettert.

Da kein Geld im Haus ist, die Hoffnung auf fremde Hilfe kläglich versiegt und zudem der umgehende Geist nichts bewirkt außer einer leeren Gaststube, wird die Lage zunehmend hoffnungsloser. Der letzte Versuch ist ein Moratorium unter der Leitung von Rechtsanwalt Dr. Moser (Heinz Huber).

Ob die Witwe aus ihrem Schlamassel befreit werden kann und wenn ja, von wem, zeigt der turbulente Schlussakt. Verraten werden soll hier noch nichts, werden, man erfährt's, wenn man eine der Vorstellungen besucht. Die nächste ist am heutigen Donnerstag um 20 Uhr im Gasthaus Michlwirt. Weitere folgen am Samstag sowie am 7., 8., 9., 14., 15., 16., 21., 22., 23., 29. und 30. November sowie am 6. und 7. Dezember. Karten gibt es unter Telefon 01573-2482937 (Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 17 Uhr, Samstag von 8 bis 12 Uhr).