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Tüftler für Reparatur-Café gesucht

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Die Initiatoren des Reparatur-Cafés Chiemgau (von links): Koordinator Peter Schunda, KBW-Geschäftsführer Tobias Trübenbach, Koordinatorin Sonja Buchholz und Wolfgang Dinglreiter, Direktor des Studienseminars St. Michael.

Traunstein – Was macht man mit einem Stuhl, an dem ein Bein kaputt ist? Mit einem Toaster, der nicht mehr funktioniert? Mit einem Wollpullover mit Mottenlöchern? Wegwerfen? Mitnichten! Seit 2009 in Amsterdam das erste Reparatur-Café eröffnet hat, ist daraus eine regelrechte Bewegung geworden. Nachhaltigkeit statt Verschwendung ist das Motto, das auch in der Region immer mehr Anhänger findet. In Rosenheim und Übersee gibt es bereits entsprechende Einrichtungen. Mit Unterstützung des Katholischen Kreisbildungswerks (KBW) und des Studienseminars St. Michael in Traunstein soll ab Oktober auch in Traunstein das »Reparatur-Café Chiemgau« starten.


Einmal monatlich sollen am Samstagnachmittag in gemütlicher Café-Atmosphäre im Studienseminar kleinere Schäden an Gebrauchsgegenständen – vom Stuhl über die Kaffeemaschine bis hin zum Rad – auf Spendenbasis repariert werden. Neben einem ergänzenden Lesetisch mit Informationen zu Reparaturen und zur Idee des Reparatur-Cafés sind auch Vorträge in Planung.

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Die Organisatoren suchen noch ehrenamtliche Tüftler, die bei den Reparaturen zur Hand gehen und zeigen, wie's geht. Für sie gibt es am Montag um 17 Uhr im Studienseminar St. Michael ein Informationstreffen. Vor allem für die Bereiche Möbel, Fahrrad, Computer und Spielzeug sind noch Fachleute gesucht, die ihr Wissen weitergeben und sich engagieren wollen.

Wie Tobias Trübenbach, Geschäftsführer des KBW, erklärt, ist das Reparatur-Café nach dem Gemeinschaftsgarten das zweite Projekt, das als konkrete Umsetzung der Ideen aus dem »Festival der Utopie« von 2014 folgen wird. »In der Zeit unserer Großeltern und die Jahrhunderte davor war die Wegwerfgesellschaft noch ein Fremdwort. Heute wissen leider immer weniger Leute, wie man Sachen selbst reparieren kann. Viel wertvolles Wissen droht verloren zu gehen. Dem wollen wir entgegenwirken und damit die Selbstständigkeit stärken.«

Das Reparatur-Café will, wie die Organisatoren betonen, nicht in Konkurrenz zu Einzelhändlern treten, sondern bei größeren oder komplizierteren Schäden auch Aufträge weitervermitteln. Nähere Informationen gibt es bei den beiden Koordinatoren Peter Schunda und Sonja Buchholz, Telefon 0176/537 092 86. fb