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TSV Waging will 270 000 Euro Eigenleistung erbringen

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Die neue Zweieinhalbfach-Turnhalle soll nach aktuellen Berechnungen 4,2 Millionen Euro kosten. Das Hallenfeld wird 44 mal 22 Meter groß sein. (Skizze: Planungsgruppe Strasser + Partner)

Waging am See. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des TSV Waging hat es grünes Licht für einen gemeinsamen Turnhallenneubau mit der Gemeinde Waging gegeben. Zwar waren von den rund 800 erwachsenen TSV-Mitgliedern nur rund 30 ins Sportheim gekommen, die Anwesenden sprachen sich aber einstimmig für den Bau der Zweieinhalbfach-Turnhalle aus. Gleichzeitig stimmte die Versammlung zu, eine Eigenleistung von derzeit geschätzten 270 000 Euro zu erbringen: mit freiwilligen Arbeitsleistungen, Material- und sonstigen Spenden beziehungsweise einem Kredit.


Martin Eisenberger von der Planungsgruppe Strasser + Partner erläuterte den Eingabeplan (siehe Kasten) und die Kosten. Die Gesamtkosten sind aktuell auf rund 4,2 Millionen Euro berechnet, der Anteil für den TSV liegt bei rund 2,7 Millionen Euro, der Rest ist der Anteil für den Schulsport. Von diesen 2,7 Millionen muss der TSV zehn Prozent aufbringen, um einen voraussichtlichen BLSV-Zuschuss in Höhe von 20 Prozent zu bekommen.

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Vorsitzender Beppo Hofmann meinte zu dieser doch gewaltigen finanziellen Aufgabe: »So vermessen bin ich nicht, dass ich sag‘, das geht total locker, und das ist auch nicht mit Manpower zu leisten.« Aus den Berichten von Vereinen an anderen Orten, in denen in jüngster Zeit ebenfalls Turnhallen gebaut worden sind, wie in Grabenstätt oder Fridolfing, wisse man, dass ein Verein in der Regel maximal 120 000 Euro an Eigenleistung durch Arbeit, Material und Spenden aufbringen könne. Die Lücke zu 270 000 Euro müsse man mit einem Kredit überbrücken. Die Kreditangebote, die Hofmann vorsorglich schon eingeholt hat, haben alle einen Zinssatz »mit einer Eins vor dem Komma«.

Dies sei vom Verein zu finanzieren, ist sich Hofmann sicher. Und er zitierte auch den Vereinskassier Simon Geierstanger, der beruflich verhindert war, mit der Einschätzung: »Das können wir uns leisten«, wenn man die Finanzentwicklung der letzten drei Jahre als Grundlage nehme.

Die anwesenden Mitglieder ließen sich von diesen großen Zahlen nicht abschrecken und stimmten der Übernahme dieser maximal 270 000 Euro Eigenbeteiligung zu. Die Versammlung sei, so Vorsitzender Hofmann auf Nachfrage eines Mitglieds, trotz der geringen Teilnehmerzahl beschlussfähig. Gleichzeitig erklärten sich die Mitglieder damit einverstanden, gemeinsam mit der Gemeinde eine sogenannte »Bauherrengemeinschaft« in Form einer GbR zu gründen. Diese ist Voraussetzung dafür, dass der BLSV-Zuschuss gewährt wird. In diese GbR entsendet die Gemeinde die drei Bürgermeister, der TSV zwei Vertreter. Diese sind, wie nach einiger Diskussion beschlossen wurde, der erste Vorsitzende und ein weiteres Mitglied der Vorstandschaft.

Diplom-Ingenieur Eisenberger stellte dann noch den angestrebten Zeitplan vor: Genehmigung der Eingabeplanung und des Bebauungsplans im September oder Oktober, die öffentliche Ausschreibung, die oft viel Zeit koste, ebenfalls im Herbst. Dann könnte man, wenn alles gut geht, eventuell im Frühjahr 2014 schon mit dem Bau beginnen. Dabei sei mit einer Bauzeit von 15 bis 18 Monaten zu rechnen. Im Frühjahr kommenden Jahres anfangen zu können, »das wär schon schön«, meinte Vorsitzender Hofmann. »Wenn man das schaffen möchte, darf man aber nicht schludern.« Auch Eisenberger sprach von einer »sportlichen Aufgabe«.

Bürgermeister Herbert Häusl dankte für die Solidarität des Vereins, zu dem man völliges Vertrauen habe. Er finde es hervorragend, dass alle zugestimmt haben. Es sei heute nicht mehr selbstverständlich, Eigenleistungen zu bringen. Aber der TSV habe schon so viel geschafft: das Vereinsheim, das Fest zum 125-jährigen Bestehen – jetzt diese gewaltige Aufgabe: »Der TSV ist ein ganz gesunder Verein. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.« he