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Truchtlachinger hatten keinen großen Diskussionsbedarf

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Seeon-Seebruck. Die Truchtlachinger hatten in der sehr gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus »Zur Post« kaum Diskussionsbedarf. Die sogenannten Wünsche und Anregungen den Ortsteil Truchtlaching betreffend beschränkten sich auf eine Aufwertung des Strandbades, auf Jugendliche, die in der Öffentlichkeit rauchen und auf einen offenbar zu tief liegenden Gullideckel. Angeschnitten wurden auch die Brennpunkte Uferpromenade und Rathausneubau in Seebruck. Der Architektenentwurf des neuen Rathauses, der derzeit überarbeitet wird, ist bei den Bürgern offenbar sehr umstritten.


Hermann Wolfegger warnte davor, sich bei den Nachbesserungen des Entwurfes, den er als Bausünde bezeichnete, vom Architekten abspeisen zu lassen. Der Gemeinderat dürfe dem Planer nicht das Feld überlassen, betonte er. Sollten alle Stricke reißen, schlug er vor, den Wettbewerb – für den Rathausneubau wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt – »auszusitzen« und sich Gedanken über eine neue Planung zu machen.

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Auf Nachfrage nach den Kosten teilte Bürgermeister Konrad Glück mit, dass es eine Grobschätzung gebe. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht. Seinem umfangreichen Rechenschaftsbericht war zu entnehmen, dass für den Rathausneubau rund eine Million Euro zurückgelegt werden konnten. Mit dem Neubau befasst sich der Gemeinderat seit fast fünf Jahren. Ausgangspunkt war die umstrittene Verwaltungszusammenlegung. Wie mehrfach berichtet, sprachen sich die Kritiker für den Erhalt der Dienststelle in Seeon aus. Nach intensiven Diskussionen mit den Bürgern hatte sich der Gemeinderat bei einer Gegenstimme für einen Neubau des Rathauses am jetzigen Standort in Seebruck ausgesprochen und gleichzeitig beschlossen, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben.

Das Wettbewerbsverfahren wurde dann im Februar letzten Jahres eingeleitet. Die Wahl fiel auf ein Münchner Architekturbüro. Ziel sei es, so Glück, in der nächsten Gemeinderatssitzung das weitere Vorgehen zu erörtern und den Auftrag an das Architekturbüro gegebenenfalls zu erteilen.

Zum ebenfalls umstrittenen Projekt Steglösung entlang der Uferpromenade im Zuge des Chiemsee-Rundwegausbaus teilte er mit, dass das Vorhaben vorerst auf Eis gelegt worden sei bzw. vom neuen Gemeinderat behandelt werde. Keine neuen Erkenntnisse gibt es in Sachen Friedwald. Nach Angaben des Bürgermeisters stehen für den bei Wattenham geplanten Naturfriedhof noch eine Reihe von Prüfungen aus.

Anton Langschartner aus Truchtlaching beklagte sich darüber, dass Schüler im Bushäuschen vor dem Kindergarten in aller Herrgottsfrüh rauchen und ihre Kippen unachtsam entsorgen. Er appellierte daran, die Eltern mögen doch ein Auge auf ihre Kinder werfen. Nach Ansicht von Hans Bernauer könnte das Truchtlachinger Strandbad eine Aufwertung gebrauchen. Das Alzbad sei ziemlich runtergekommen, sagte er und regte an, vor allem den Spielplatz etwas liebenswerter zu gestalten und dort zum Beispiel Bänke aufzustellen. Die Vorschläge und die Beseitigung von Bäumen entlang des Alzbades, die eine mögliche Gefahr darstellen würden, wurden von der Verwaltung notiert.

Die Bitte von Gemeinderat Franz Wörndl, die geplante Ansiedlung der Brauerei Braukon im Gewerbegebiet Seeon zu unterstützten und nach außen zu tragen, wurde mit Beifall bedacht. Auch Glück hofft, dass das Projekt doch noch zu einem guten Ende kommen werde. Die Ansiedlung der Brauerei, die vor allem bei den Anliegern heftig umstritten ist, sei auch wegen der 80 Arbeitsplätze für die Gemeinde enorm wichtig, hieß es.

Für Konrad Glück war die Bürgerversammlung in Truchtlaching die letzte in seiner 24-jährigen Amtszeit. Seinem Nachfolger und dem neuen Gemeinderat riet er: »Macht´s es guad, macht´s es besser, dann braucht uns um de Gemeinde koa Angst sei.« Lobende Worte für das scheidende Gemeindeoberhaupt fand der Dritte Bürgermeister Franz Mayer. Konrad Glück verlasse nicht nur ein schuldenfreies Haus, er hänge sich bis zuletzt mit aller Kraft rein und habe stets ein offenes Ohr für alles. ga