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Trotz Hochwasser bestes Strandbad-Jahr

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Übersee. Ein positives Fazit über das vergangene Jahr zog der Erste Vorstand des Überseer Tourismusvereins, Peter Stöger, in der Jahresversammlung im Gasthaus Hinterwirt. Neben Rekordbesucherzahlen des Strandbads und einer großen Resonanz beim Dortmunder Weihnachtsmarkt gab es auch finanzielle Gewinne. Negative Zahlen gab es von der Tourist-Info: es kamen 13,8 Prozent weniger Gäste und auch die Zahl der Übernachtungen ging zurück. Positiv kam ein Förderprogramm für Kleinvermieter an.


Das wichtigste wirtschaftliche Standbein des rund 100 Mitglieder starken Vereins ist das vereinseigene Strandbad. Dass im vergangenen Jahr – trotz des Hochwassers – die höchsten, je erzielten Besucherzahlen erreicht wurden, schrieb Stöger vor allem dem Pächter Andreas König zu, »der sich immer wieder besondere Aktionen einfallen lässt.«

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Neben dem Strandbad haben 2013 vor allem die Planungen für die neue Beach-Bar und die Verbesserungen der Sanitäranlagen im Fokus gestanden. Nun seien die rund 150 000 Euro teuren Investitionen nahezu fertiggestellt und werden voraussichtlich am 10. Mai eingeweiht. Wie Stöger weiter berichtete, habe sich der Verein auch zur Hälfte an den Investitionskosten der Gemeinde für einen neuen Zaun und für die Erweiterung des Kinderspielplatzes im Strandbad beteiligt.

»Wir sind der einzige Verein in Übersee, der keinen Gemeindezuschuss braucht – im Gegenteil«, so der Vorstand nicht ohne Stolz. Der 110 Jahre alte Tourismusverein habe sich ausschließlich der Förderung des Tourismus in Übersee verschrieben und deshalb in den letzten Jahren rund 300 000 Euro investiert.

Gute Nachrichten hatte der Vorstand auch vom »zweiten Standbein« des Vereins, dem Dortmunder Weihnachtsmarkt, wo die Touristiker seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Adventszeit den eigenen Werbestand »Chiemseer Stamperltreff« betreiben. Er ermutigte die Überseer Vermieter, dem ehrenamtlichen Dortmunder Team des Tourismusvereins kostenfrei Werbemittel mitzugeben. Bei rund drei Millionen Besuchern auf dem Weihnachtsmarkt sei dies eine optimale Werbemöglichkeit.

Der neue Tourist-Info-Chef, Mike Wielandner, hat sich für heuer viele Ziele gesetzt. Zum gegenseitigen Kennenlernen ist am 8. Mai ein Vermieterstammtisch geplant. Weiter will er die Beschilderung von Rad- und Wanderwegen und das geplante neue Programm »Erlebnis Pferd« angehen. Zudem seien im Sommer kulturhistorische Wanderungen und eine Betreuung von Gästekindern vorgesehen. Während der Saison soll nach seinen Vorstellungen außerdem der Inselkiosk »Inselblick« am Seeufer als Außenstelle der Tourist-Info eingerichtet werden. Viel Potenzial für das ganze Dorf sieht Wielandner in der zeitlichen Verlängerung und im Imagewandel des »Chiemsee Summers«. So stellt er sich vor, den Einzelhandel in Aktivitäten einzubeziehen und den Gästen spezielle Wochenprogramme für die gesamte Festivalzeit anzubieten.

Schon jetzt sei laut Wielandner das neue Produkt »Überseer Schmankerlwege« auf dem Markt. Die Broschüre gibt nicht nur Hinweise auf Restaurants, sondern auch auf heimische Produkte und entsprechende Einkaufsmöglichkeiten.

Mit Bedauern musste der Tourist-Infoleiter Einbrüche in der Gästestatistik bekannt geben. Nach den enormen Steigerungen im Jahr 2012 sanken die Gästezahlen 2013 gegenüber dem Vorjahr um 8 435 Personen oder 13,8 Prozent auf 52 774 und die der Übernachtungen gingen um 11 947 oder 7,1 Prozent auf 156 416 zurück. Als mögliche Gründe für die Minuszahlen machte Wielandner das Hochwasser und rund 10 000 weniger Besucher beim Reggae-Fest aus.

Der Kassenbericht von Steuerberater Robert Lob ergab bei den Erträgen von rund 227 900 Euro und Ausgaben von 174 400 Euro einen Gewinn von 53 500 Euro. Demgegenüber beliefen sich die Schulden auf rund 300 000 Euro. »Diese Altschulden aus der Zeit unserer großen Investitionen im Strandbad sind angesichts kontinuierlich guter Einnahmen jedoch zu schultern«, meinte Vorstand Stöger.

Neuigkeiten für Kleinvermieter präsentierte Markus Ritter, Berater für touristische Dienstleistungen im Tourismusverband: »Schon seit einem Jahr gibt es ein Förderprogramm für Vermieter, an dem bereits 300 Betriebe teilgenommen haben.« Die Unterstützung besteht aus einer individuellen Beratung im jeweiligen Betrieb. Gemeinsam mit den Vermietern werden Stärken und Schwächen des Betriebes ermittelt, rechtliche Schwierigkeiten geklärt, Preiskalkulationen vorgenommen und Handlungsfäden erarbeitet. bvd