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Triumphaler Erfolg für Verkehrsminister Peter Ramsauer

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Landratsamtsgeschäftsleiter Lothar Wagner hatte gestern viel Arbeit: Er musste die Journalisten mit den Ergebnissen aus dem Wahlkreis Traunstein versorgen. (Foto: Brenninger)

Das Direktmandat ging wie erwartet mit rund 62,7 Prozent wieder an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Auch die SPD-Kandidatin Bärbel Kofler darf mit etwa 17,6 Prozent wieder fest damit rechnen, in den nächsten Deutschen Bundestag einzuziehen.


Die Ergebnisse in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land lagen zumindest bei der CSU bzw. ihrem Kandidaten kaum auseinander. Im Berchtesgadener Land kam Ramsauer auf 62,55 Prozent, im Kreis Traunstein auf 62,64 Prozent. Bei den Zweitstimmen lag ebenfalls nur ein halber Punkt zwischen den Ergebnissen der beiden Landkreise: Traunstein 56,76 Prozent, Berchtesgadener Land 58,18 Prozent.

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Ähnlich die Situation bei der SPD: Bärbel Kofler erreichte im Berchtesgadener Land 17,16 und in Traunstein 17,56 Prozent. Die SPD Zweitstimmen: Traunstein 14,88, Berchtesgadener Land 14,63 Prozent.

Wegen des Wahldebakels der FDP wurden die Grünen wieder drittstärkste Kraft bei den Zweitstimmen; im Berchtesgadener Land mit 8,26 Prozent und in Traunstein mit 8,79 Prozent. Bernhard Zimmers Erststimmenanteil lag bei 8,67 bzw. 8,56 Prozent.

Die Liberalen holten mit Sandra Sonntag 2,37 Prozent in Traunstein und 2,29 Prozent im Berchtesgadener Land. Der Zweitstimmenanteil sank auf 4,38 bzw. 4,35 Prozent. Das Zweitstimmendebakel der Liberalen in Zahlen: 4,38 Prozent in Traunstein, 4,35 im Berchtesgadener Land nach zuletzt 12,8 Prozent im Wahlkreis. Die Wahlbeteiligung lag deutlich über der vor vier Jahren. Im Vergleich zur Landtags- und Bezirkstagswahl vor einer Woche ging das Auszählen der Stimmen an diesem Sonntag deutlich schneller; gab es doch nur einen einzigen Wahlzettel, auf dem man nur zwei Kreuze machen konnte; eines für den Direktkandidaten und eines für die Partei. Um 20.30 Uhr lagen bis auf das aus Übersee alle Ergebnisse vor.

Es dauerte nur bis 18.56 Uhr, also nicht einmal eine Stunde, ehe im Wahlstudio im Traunsteiner Landratsamt das erste Ergebnis eintraf. Es kam aus der Gemeinde Schneizlreuth, wo sich bereits der Trend abzeichnete, der in den Prognosen Sekunden nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht wurde: deutliche Gewinne für die Union und ebenfalls erfreuliche Zuwachsraten für die SPD. In Zahlen: Ramsauer konnte sich in Schneizlreuth um gut 8 Punkte auf über 66 Prozent steigern, Kofler legte um 1,3 Punkte zu. Bei den Zweitstimmen machte die CSU in Schneizlreuth einen Sprung um 12 Punkte.

Um kurz nach sieben trafen dann auch die beiden ersten Ergebnisse aus dem Landkreis Traunstein ein; aus Reit im Winkl und aus Petting. In beiden Orten, beide bekannt als CSU-Hochburgen, kam Ramsauer auf mehr als 69 Prozent, wobei er sich in Petting um fast 14 Punkte steigerte. Bei den Zweitstimmen legte die CSU in Petting um rund 11 Punkte zu, in Reit im Winkl um knapp 4, was in beiden Gemeinden mehr als 64 Prozent Stimmenanteil bedeutete.

Auch Bärbel Kofler konnte in diesen Gemeinden ihr persönliches Ergebnis ebenso wie das der Zweitstimmen für die SPD verbessern. Der Einbruch der FDP war in beiden Gemeinden nachvollziehbar, die Ergebnisse für die Grünen ließen noch keine Rückschlüsse zu.

Kirchanschöring, Marquartstein und Fridolfing waren die nächsten Gemeinden, die ihre Stimmzettel ausgewertet hatten. Dabei bestätigte sich der Trend für CSU, SPD und FDP. Es entwickelte sich aber auch ein Trend in die Richtung, dass der Stimmenanteil von Bündnis 90/Die Grünen leicht rückläufig sein könnte. Der weitere Verlauf des Abends zeigte dann, dass die bisher ausgezählten Stimmzettel halbwegs repräsentativ sein würden. Neben diesen vier Parteien, so der Trend, würde die AfD, also die Partei Alternative für Deutschland, auf Platz fünf landen und damit unter anderem die Linke hinter sich lassen. Im Gegensatz zum bundesweiten Trend kam die neue Gruppierung aber nicht an die Stimmenzahlen für die FDP heran.

Die Stadt Bad Reichenhall und der Markt Berchtesgaden lagen beim Auszählen der Stimmen im Mittelfeld. In Reichenhall steigerte Peter Ramsauer sein Ergebnis auf über 60 Prozent, in Berchtesgaden auf 60,6 Prozent. In beiden Orten konnte auch Bärbel Kofler zulegen; in Reichenhall sogar auf fast 20 Prozent.

Es war noch nicht einmal 19.45 Uhr, als bereits mehr als 30 der 50 Gemeinden ihre Ergebnisse gemeldet hatten. Wenn auch das Zwischenergebnis noch keine genauen Rückschlüsse auf das Endergebnis im Bundeswahlkreis zuließ, so zeigte es doch schon einen deutlichen Trend: Peter Ramsauer lag deutlich über 62 Prozent, die CSU bei gut 57. Bärbel Kofler holte mit gut 17 Prozent deutlich mehr Erst- als ihre SPD (14,5) Zweitstimmen und die Grünen verloren deutlich und blieben im einstelligen Bereich, nachdem sie vor vier Jahren erstmals über 11 Prozent der Zweitstimmen bekommen hatten.

Die FDP lag auch in der Region deutlich unter 5 Prozent und die Linken unter 3 Prozent. Die Freien Wähler kamen knapp über 2 Prozent und auch die AfD schloss mit 3,25 Prozent besser ab als die Linke. Schlusslichter waren diesmal die Gemeinden Inzell Pittenhart und Übersee. -K.O.-