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Trennung zwischen Carl-Orff- und Sing- und Musikschule Traunwalchen

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Die Carl-Orff-Schule wurde in den vergangenen Jahrzehnten stetig erweitert. Das alte Schulgebäude (links) wurde mit mehreren Anbauten (Mitte) verbunden. Aus Platzgründen wurde auch ein Mehrzweckraum (rechts) errichtet, in dem aktuell die Schüler der Musikschule unterrichtet werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Carl-Orff-Grundschule und die Sing- und Musikschule Traunwalchen genießen über die Stadt Traunreut hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad. Beide Einrichtungen befinden sich unter einem Dach und nutzen die verzweigten Gebäudetrakte für den Unterricht. Künftig soll es aber eine klare räumliche Trennung geben.


Darauf hat sich der Traunreuter Hauptausschuss verständigt. Das neue Raumprogramm ist auch Grundlage für eine Sanierung der Schule.

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Ein Sanierungsgutachten wurde bereits vor über sechs Jahren in Auftrag gegeben. Die Kosten für eine Sanierung wurden je nach Ausführung auf zwischen 3,8 bis 6,9 Millionen Euro geschätzt. Nachdem inzwischen nur noch die Jahrgangsstufen 1 bis 4 die Schule besuchen, wurde der Stadtverwaltung und der Schulleitung aufgegeben, unter Berücksichtigung der geänderten Schullandschaft ein Raumkonzept für die Schule Traunwalchen zu entwickeln. Als Vorgabe hatte der Stadtrat im April 2015 beschlossen, dass dabei von bis zu zwei Klassen pro Jahrgangsstufe (insgesamt acht Klassen) sowie Räumen für eine Mittags- und Nachmittagsbetreuung auszugehen sei. Zusammen mit der damaligen Schulleiterin Christiane Makulik wurden verschiedene Varian-ten geprüft und dem Stadtrat vorgelegt.

Das vom Stadtrat beschlossene Raumprogramm stand jedoch unter dem Vorbehalt der ungeklärten Fragen hinsichtlich leerer Bauteile sowie eines Antrags der CSU- und der BL-Stadtratsfraktion zur Nutzung nicht mehr benötigter Gebäudeteile für Traunwalchner Vereine. Inzwischen hat sich die Situation an der Schule Traunwalchen in mehrfacher Hinsicht geändert. So sind in einem Gebäudetrakt seit Sommer 2015 befristet auf fünf Jahre unbegleitete jugendliche Flüchtlinge untergebracht. Zudem wurde von Seiten der Musikschule der Wunsch geäußert, einen Gebäudeteil für die ausschließliche Nutzung durch die Musikschule einzuplanen.

Musikschule für Variante A

Mit der neuen Schulleiterin Gabriela Veil und mit Musikschulleiter Josef Maier wurde nun versucht, ein gemeinsames Raumprogramm zu entwickeln, das Grundlage für die weiteren Planungen bezüglich der Sanierung der Schule ist. Die Schulleitung der Musikschule plädierte dafür, das alte Schulgebäude der Musikschule zuzuordnen und die Grundschule komplett im Neubau unterzubringen. Mit dieser Lösung (Variante A) hätten nach Ansicht der Musikschulleitung beide Schulen ausreichende Raum- und Platzmöglichkeiten beziehungsweise die Grundschule alle Möglichkeiten zur Erweiterung.

Nach dem Willen des Hauptausschusses soll aber die Variante B umgesetzt werden. Diese sieht vor, die Musikschule komplett im Untergeschoß des B-Trakts unterzubringen. Der Musikschule stünde nach der Sanierung beziehungsweise Umbau die komplette Breite des Untergeschosses inklusive der Feuerwehrhausgarage – die Feuerwehr zieht aus und baut in Oderberg neu – zur Verfügung. Ein separater Zugang würde dann über den katholischen Kindergarten erfolgen. Nach Ansicht der Befürworter hätte dies auch den Vorteil, dass der Eingang barrierefrei ist. Große Instrumente, wie ein Flügel oder eine Harfe, könnten dadurch ebenerdig transportiert werden.

Hans Kneffel (CSU) befürchtete, dass durch die ohnehin schon sehr beengte Situation vor dem Kindergarten Probleme auftreten könnten. Johannes Danner (Bürgerliste) wies darauf hin, dass im Zuge der Traunwalchner Dorferneuerung auf Höhe des Geschäftshauses eine Treppenanlage zum Kindergarten errichtet worden sei, die dann ebenfalls von den Musikschülern genutzt werden könnte. Durch den Wegfall der Feuerwehr werde auch dieses Zufahrtsproblem automatisch gelöst. Ein weiterer Vorteil, der für die Variante B spreche, sei, dass die Sanierung der Schule von unten nach oben erfolgen könnte, ohne dabei den laufenden Schulbetrieb zu stören.

Für die Carl-Orff-Schule, mit drei Klassenzimmern im Altbau und zwei weiteren im B-Trakt, würde durch die Variante B der Ist-Zustand mehr oder weniger erhalten bleiben. »Wir könnten unsere schönen, großen Räume im Altbau behalten«, sagte Schulleiterin Gabriele Veit dem Traunsteiner Tagblatt. Im laufenden Schuljahr sitzen in der zweiten Klasse 27 Kinder. Im Zuge der Sanierung würde die jetzige Verbindung zur Aula in den B-Trakt, in dem sich weitere Klassenzimmer sowie der Musiksaal und Zeichensaal befinden, bestehen bleiben. Der jetzige Computersaal könnte noch in ein weiteres Klassenzimmer umgewandelt werden.

Zwei Ausschussmitglieder für Variante A

Welche Variante letztendlich zum Tragen kommen wird, muss der Stadtrat in seiner Sitzung am nächsten Donnerstag um 16 Uhr entscheiden. Es spricht aber sehr viel dafür, dass es sich auf die Variante B hinauslaufen wird. Mit Ausnahme von Dr. Michael Elsen (CSU) und Christian Stoib (SPD) empfiehlt die Mehrheit des Hauptausschusses dem Gesamtgremium die B-Variante.

Klar dazu Stellung bezogen Bürgermeister Klaus Ritter (FW) und Reinhold Schroll (CSU). Ritter sieht in der B-Lösung sehr viele Vorteile für die Gesamt-Konzeption im Zuge der Sanierung und Schroll erinnerte daran, dass nach dem Auszug der Flüchtlinge auch auf diese Räume zurückgegriffen werden könne, sollte die Schülerzahl ansteigen. Ritter stellte auch heraus, dass durch eine strikte Trennung beider Schulen auch eine verbesserte Sicherheit gewährleistet werde. Ernst Biermaier (FW) plädierte ebenfalls für die B-Lösung.

Durch den Umzug der Musikschule in das Untergeschoß des B-Trakts würde auch die Schulküche entfernt werden müssen. Auf Nachfrage von Gretl Gineiger (Grüne) teilte die Verwaltung mit, dass die Küche wegen der Abstufung zur Grundschule ohnehin nicht mehr benötigt werde. Johannes Danner, der in der B-Lösung ebenfalls einige Vorteile sieht, erkundigte sich, was mit dem Mehrzweckraum – einem Gebäude zwischen dem Alt- und Neubau, in dem jetzt die Musikschule unterrichtet – passiert. Nach Angaben der Verwaltung sei für dieses Gebäude zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Lösung im Gespräch.

Kosten bei beiden Varianten etwa gleich

Dr. Michael Elsen und Christian Stoib stimmten für die A-Variante und unterstützten damit den Vorschlag der Musikschule. »Ich bin dafür, dass die Musikschule im Altbau bleibt und die Carl-Orff-Schule in den anderen Bereichen«, sage Dr. Elsen. Die Schule könne sich dann erweitern wohin sie will. Auf Nachfrage von Ernst Ziegler (SPD) hieß es, die Sanierungskosten beider Varianten würden sich in etwa die Waage halten. »Wir haben noch keine genauen Kosten. Die Kosten bei der Variante B können etwas höher sein, aber nicht gravierend«, erklärte der Geschäftsführer der Stadtverwaltung, Josef Maier. ga